keine halben sachen!

(wenn schon schlechte laune, dann richtig)

der tag hier für mich beginnt zumeist in der öffentlichkeit, sprich auf dem weg zur arbeit.
heute hat mir auf der stationstreppe wieder ein hirni erst leise lässig, später lauter immer wieder „hello!“ hinterhergerufen. als wir am ende der vollkommen überfüllten selben angekommen sind, dann so laut, dass ich 2 sekunden davor war, mich umzudrehen und zurück zu brüllen: geh nach hause und sag mal wieder HELLO zu deiner biwi du perveser vollidiot!

da hatte ich noch humor übrig.

circa 45minuten später hab ich mich dann in steigender spätmorgendlicher hitze (es ist mai im schwülen mumbai) in den straßen kalbadevis verlaufen. dabei war der weg von der station marine line zum FRRO (ausländerbehörde) beim letzten mal super einfach zu finden! dieses mal eben nicht.
lerne: wenn die straßen immer enger werden und du durch einen schwarm an bärtigen männern auf eine reich geschmückte moschee zuläufst, ist eher nicht damit zu rechnen, dass dir dort jemand mit deiner visumsverlängerung hilft…

auch das konnte ich als geübter fußgänger noch halbwegs gelassen hinnehmen.
war dann eben nur restlos verschwitzt bei ankunft im FRRO und muss meine geschröpften salzhaushalt wieder aufstocken. (das sollte man auch dringend beachten!)

habe ich den mumm zu erklären, warum ich das visum nicht bekommen habe? ich vermute, ich bleibe abergläubisch und halte an in der hoffnung auf ein gutes ende innerhalb der nächsten woche lieber die klappe.
nur soviel: ich finde mich in einer position, in welcher ich mich dafür rechtfertigen muss, zu wenig geld zu verdienen. eine ganz tolle sache. (und so gehen meine ideale den bach hinunter. danke!)

am nachmittag, zurück im büro, sind meine nerven und ich endgültig am ende und als mein handy abstürzt (kurz vor einem wichtigen anruf in eben jener sache) und ich den doofen akku nicht herausbekomme, bin ich schon ein wrack. sooo unglaublich schlecht gelaunt, dass ich meinen armen praktikanten, der doch nur helfen will, wohl ordentlich geängstigt habe. er traut mir zu, dass ich ihm eins verpasse….ich bin kurz davor. irgendein kopf muss jetzt rollen!!
ich schaffe es aus dem büro ohne tote.

das ich dann auf dem heimweg am wie immer proppenvollen churchgate bahnhof auch noch fast auf einem überrest an fäkalien (oder essenresten…? wer weiß das schon, wenn klo und fast food shop direkt nebeneinander plaziert sind) ausgerutscht wäre, trägt nun auch nicht gerade zu verbesserung meiner laune bei….wie man sich vielleicht vorstellen kann.

(beim schreiben der notizen im zug rennt eine schon eher mittelgroße kakerlake über den boden…urgh…juchu indien!)

doch jetzt gehts mir schon besser. hab den ganzen kladeradatsch niedergeschrieben und losgelassen. phew.

bombay, echt. you’re killing me.

anya


heim/weg

müde und erschöpft mache ich mich gestern auf den heimweg. ein anstrengender arbeitstag geht zu ende, inklusive besuch beim frro. es regnet schon wieder, ich bin hungrig und müde und hoffe einfach nur, dass ich heute auf dem heimweg nicht wieder angequatscht werde. den tag zuvor lief wieder so ein abgebrochener mann eine weile einen halben schritt hinter mir (man muss sich dann auch vorstellen, dass ich natürlich nicht allein die straße entlang laufe, aber man merkt schon recht schnell, wann jemand versucht, sich deinem schritttempo anzupassen…) und frug dann nach einer weile mit schlechtem akzent: you liking it here?
ich erreiche churchgate und gottseidank einen zug nach andheri (der ist nicht so voll wie der nach borivli) um sieben, setze mich, stöpsle musik ein und versuche abzuspannen. Es sind insgesamt 11 stationen, für die der zug eine halbe stunde braucht. Perfekt für ein nickerchen. Vier stationen vor Bandra ruft meine mitbewohnerin an, die dies manchmal tut, um mich zu bitten, auf dem weg noch ein paar veggies oder käse mitzubringen. (ich hab aufgehört zu fragen, warum sie das nicht selbst macht. zu diesem zeitpunkt des tages bin ich einfach zu müde für widerspruch) dieses mal fragt sie etwas hektisch, ob ich ok wäre. ich horche auf: ja, warum? Es gab 2 explosionen, in Charni Road (5 stationen hinter mir) und Dadar (1 station vor mir).  …
Sie sagt, ich solle schnell nach hause kommen und aufpassen. Als ich auflege, sehe ich, dass eigentlich alle frauen um mich herum am telefonieren sind. innerhalb weniger minuten wissen alle bescheid. wir sind in der erste klasse: blackberrys und flatrates überall. es entsteht eine sehr seltsame athmosphäre, die ich so noch nie erlebt habe. man sitzt in diesem cocoon zusammen, weiß nicht so richtig, was da draußen los ist und jeder versucht, seinen heimweg abzustecken, freunde und familie zu erreichen und im grunde, herauszubekommen, was eigentlich passiert ist. mumbaikars haben schon einiges durch und lassen sich so einfach nicht erschrecken. eine kollegin bemerkte heute beim mittag mit einer sehr abgeklärten miene: wir sind schon an alles gewöhnt. das ist schrecklich! die stimmung im zug ist also angespannt, aber nicht hektisch.
erst als ich aussteige, merke ich wieder was von der hektik. aber ist sie anders als sonst zur rushhour? lässt sich kaum sagen. ich versuche, mich durchzudrängen durch die massen und bekomme zum ersten mal eine kleine gänsehaut, als sie am bahnsteig die übliche durchsage laufen lassen. die höre ich täglich, aber heute… „bitte lassen sie kein gepäck unbeobachtet stehen. falls ihnen ein objekt auffällt, kontaktieren sie die polizei. fassen sie es nicht an, es könnnte explosiv sein. …active cooperation is expected from you!“
ich informiere auf den letzten metern nach hause schnell meine schwester, weiß ich doch, wie schnell sich durch das internet solche informationen verbreiten und wie gruselig und fremd solcherlei ereignisse auf außenstehende wirken.
dann sitze ich zu hause un versuche für einige minuten den news irgendetwas informatives zu entlocken. ich möchte doch wissen, was passiert ist und worauf ich mich einstellen muss. aber leider wird (wieder einmal) nur panik gemacht mit ein und denselben bildern und schreienden „reportern“…irgendwann muss ich einfach ausschalten. das hält ja kein mensch aus!!
irgendwie bin ich ganz ruhig und schlafe auch gut. muss ich mir sorgen machen? um mich selbst oder die situation in der stadt, in der ich lebe?
aber um mich herum ist alles wie immer. in einer riesigen stadt wie mumbai muss man zwangsläufig nicht unbedingt mitbekommen, was alles passiert. ich sorge mich vielmehr um den ganzen regen, der dieser tage fällt. tatsächlich schwimme ich am nächsten morgen auch halb zur arbeit. dieser verdammte regen! jaaa, ich weiß, der ist wichtig und auch schön irgendwie, aber kann das nicht regnen, wenn ich IM BÜRO SITZE!!
der zug ist sehr leer, die straßen auch. wegen den attentaten oder wegen dem regen? teile der central line (die bahnlinie im osten der stadt) sind wohl gesperrt wegen überflutung.
ich denke nicht so viel darüber nach und mache meine arbeit wie immer.
und höre nebenbei musik aus dem tollen projekt von zwei freunden „audible approaches for a better place“. hoffen wir das beste und machen musik dafür. das finde ich gut. in kleinen schritten voran.
PEACE AND LOVE!
anja


geist vs moneten ODER erst die kasse dann die kunst

jaaa, ich gebe es zu, ich bin idealist. ich weiß, das ist schon etwas old fashioned, aber das lässt sich leider nicht mehr ändern. ich lebe und brenne immer noch für meine projekte. und wenn sie untergehen, dann ich mit. dem ist so. macht mich wohl zu einer raren spezies. wer weiß, ob sie überleben wird…

zu diesen hilflos veralteten wertevorstellungen gehört auch die, dass diese welt kunst und kultur braucht. dass ein austausch notwendig ist und ja, dass da was bewegt werden kann. gut, wir reden hier oft von tippelschritten, vom kulturellen schneckentempo, aber mein idealometer sagt mir da: jeder schritt in die richtige richtung muss getan werden.

die momentane frage lautet: wie den mut nicht verlieren, wie weitermachen trotz diverser niederlagen?
wie gegen das gefühl ankämpfen, dass man für ein projekt für welches man sehr stark brennen muss oder es auch gleich sein lassen kann, vielleicht gar nicht gewollt ist oder anders: wie kann außenpolitik sich gegen kulturprojekte wenden, für wirtschaftsabkommen aber die tür aufhalten?
macht das alles sinn? die ganze arbeit und energie, die in einem einzigen filmabend in fremder kultur stecken und dem, was letztlich „dabei rum kommt“?

ich muss ehrlich gestehen, ich zweifle. zum ersten mal seit …überhaupt.

hat jemand schon länger als ich im geschäft und was kluges beizutragen?

hau, das alte zonenkind hat gesprochen (mit wort, bild und musik)
anya (pepa)


german food is the best…?

am letzten montag war es endlich soweit. ich bin endlich gaaaanz oben auf der leiter angekommen! das konsulat lud MICH (und meinen unsichtbaren partner) zum dinner ein!!  na gut, anlaesslich den 20. jahrestages des wiedervereinigung waren auch einige andere gaeste geladen…
ich war ehlich ziemlich gespannt, wenn auch schon meiner natur angepasst, am zweifeln, wie dieser empfang ablaufen wuerde. haendeschuettel und laechel laechel veranstaltungen waren auch nie so ganz mein ding…das mag einige hier, ueberraschen, ja!
meine laune verschlechterte sich schon zum ersten mal zusehens, als ich mich der frage des dresscodes stellen musste. um eine seeeeehr langes thema kurz zu machen 😉 ich entschied mich fuer eine neue hose (churidar) und eine geliehene kurta und geschenkte lederschuhe (fritzi, pakistanische schuhe beim deutsch-indischen dinner. ich finde das wegweisend!).
ich muss ehrlich gestehen, es gab zwei gute gruende, dort hinzugehen, die jeder wohl verstehen kann.
1. location: taj mahal hotel!!! realistisch betrachtet wird es noch ca….aeonen dauern bis ich mir ein zimmer, essen oder irgendetwas dort leisten kann (abgesehen von der frage, ob ich das auch will)
2. deutsches essen!!!  stichworte sind: sauerkraut, champis in sahnesosse und lachs!!!nicht zu vergessen: broooooot!!

was laesst sich also zu punkt 1. sagen? ich finde, das hotel reicht leider an seinen ruf nicht heran. oder: in einem land, wo eh schon alles glitzert und funkelt koennen mich ein paar kristallkronenleuchter und goldsaeulen leider nicht sonderlich beeindrucken. gucci-taschenlaeden haben mich eh noch nie beeindruckt und der aufgang zum ballroom erinnert mich irgendwie an eine mischung zwischen leo und kate) titanic ballroomtreppe und dem rathaus in erfurt.
in raum nummer 1 fand dann auch der erste teil des abends statt. stichwort hier: kultur. ich als kulturtante muss mich an dieser stelle beschweren…naja, gut, vielleicht nicht so harsch.
aaaber! das die indische nationalhymne auf barockinstrumente vorgetragen wurde, fand ich noch ganz nett. das ich dazu aufstehen muss, kannte ich aus dem kino (dazu wird man hier gezwungen, ich habe es aufgegeben, an dieser stelle zu protestieren). im anschluss kam dann allerdings die deutsche hymne und ehrlich, ich als nicht-nationalist…anti-nationalist haette mich nun gern hingesetzt. wie ich an den reaktionen meiner landsgenossen um mich herum bemerken konnte, war ich auch nicht die einzige. aber alle blieben stehen. sehr seltsam. und dann klingelte irgendwo hinten ein handy und die absurditaet erreichte eine vorlaeufigen hoehepunkt.
aber noch schlimmer war, und das sage ich durchaus mit etwas trauriger miene, die rede unseres neuen generalkonsuls. die art und weise, wie er ueber die wiedervereinung sprach, finde ich mehr als nur unangebracht und liess mich mit der frage zurueck, ob das die version sein wird, die sich in 100 jahren in den geschichtsbuechern finden wird. eine schwarz und weiss befreiungsgeschichte eines geteilten landes. ganz schlimm plakativ.
ich mein, wie gut/schlecht kann die rede eines diplomaten (die werden doch fuers schoen reden bezahlt!  ) sein, wenn sie ein mitglied des zu vertretenden staates in solche einer weise kompromitiert, dass diese person am liebsten einen harten gegenstand in form eines hammers (sichel wird fuer den notfall einbehalten) auf die tribuene geworfen haette (mit inschrift: sprich nicht so von meiner heimat!!)…??

anyway, ich hab das ueberlebt und bin daran gewachsen….!  

dann musik….die war gut, wenn auch eeeetwas zu lang.

zu punkt2.
aaahhh, welch eine wohltat: sauerkraut und leberkaes! i was happy! naja, almost. ich musste naemlich stehen zum essen!! und das, liebe freunde der europaeischen gastronomie, geht ja nun mal gar nicht!!!
ich verstehe, dass dort wenig platz war. trotzdem. ich will sitzen!
leider kein kummerkasten in der naehe, wo ich meine beschwerde in papierform einreichen kann…daran muss noch gefeilt werden.
versoehnung: ich hatte warmen apfelstrudel plus vanilleeis zum nachtisch!! heissa! toll!

dafuer liebes konsulat: vielen vielen dank!

ob ich allerdings mit dem vorlauf naechstes jahr nochmal komme… 🙄 muss ich mir erst noch ueberlegen.

sollte ich an diese stelle noch ein bisschen ueber die wirtschaftsbosse-ehefrauen bitchen??  i cooouuld! aber das eruebrigt sich wohl…

alles in allem also ein sehr zwiegespaltener abend zwischen heimatweh und wut ueber die praesentation derselben.

wie sagt man so schoen: alles gute ist nie beisammen!
lg anya


die holde weiblichkeit

prolog: dieser artikel ist nun einige tage alt und mit dem abstand sehe ich auch die notwendigkeit einer kurzen vorbemerkung.
das hier ist ein plakativer und sehr pauschalisierender artikel. ich werde das nicht ändern und mich dafür auch nicht entschuldigen. das dies nicht meine generelle sicht zu indien widerspiegelt, wissen alle, die mit mir zu tun haben.
trotzdem(!) war dieser „auswurf“ notwendig.
um hier mit den griechen zu argumentieren (die liegen ja sozusagen in der mitte zwischen dtl und indien): durch abstoßung/ausgrenzung des fremden anderen findet die gruppe zu sich selbst. bei mir scheint es fast anders herum zu sein, vielleicht bin ich dabei ja der ausgestoßene und „friere in der Ausstoßung, krümme mich“…soviel intellekt. jetzt bauchwut.
..

fragt man drei gemeine (im sinne von allgemein) inder auf der straße nach dem weg, wird man drei verschiedene antworten erhalten. wahrscheinlich sind alle drei gleich falsch.
es ist eine kunst, die immerwieder gefordert wird, eine philosophie für sich, herauszufiltern, ob mein gegenüber den weg wirklich weiß (was in ca 10 von 100 fällen so sein mag), einfach nur freundlich sein will (lüge1), mich falsch verstanden hat (lüge2) oder gern die weiße tante verarschen will (lüge3). man muß ehrlicher weise gestehen, dass lüge1 am häufigsten vor kommt. inder können einfach schlecht „keine ahnung“ sagen.  nein, das stimmt so nicht. gehe in ein office deiner wahl, in ein büro mit einem ANLIEGEN und jeder wird dir sagen: malum nahin madaam, I’m soooo sorriiii. ja blabla!

als ich auf der suche nach einer neuen bleibe in mumbai war und glücklicherweise gleich beim ersten versuch in einer netten bleibe einkehrte, hatte ich kein gutes gefühl. auf der großen straße war kaum verkehr! ich hätte in normaler zimmerlaustärke sprechen können!! ab und zu ein armes tröt trööt, das wars. nicht mal familien schliefen auf der straße, kein altweiber und kindergeschrei-nüscht!
(schon wenige tage nach meiner ersten ankunft in mumbai lehrte ein weiser mann mich folgende regel: gehe immer dahin, wo die menschenmassen sind. die erste tage machte es keinen sinn, da sich überall schon tausende menschen aufzuhalten schienen, aber nach und nach erkannte ich den tiefklaren schwarzen hintergrund dieser regeln und folge ihr seit dem)
also tat ich das, was jeder „wer wird milionär“-kandidat als erstes tun würde: ich habe das publikum gefragt.
ich frug freunde und kollegen, flüchtige bekannte, zugereiste und einheimische, ängstliche und furchtlose mitmenschen. alle und ich meine hier ALLE sagten mir folgendes: very safe, very nice living area (sehr sicher, sehr schön zum wohnen). ich hab das so oft gehört, dass ich schon fast anfing an das gelegenteil zu glauben…

und nun ratet was passiert?

any idea?

um die für eine frau furchtbarste aller situationen kurz zu machen: ein perverser hat an meine tür geklingelt. mit offener hose. und dem gesichtsausdruck eines idioten, der doch tatsächlich zu glauben scheint, ich würde einen blick auf sein gemächt werfen und dann sagen: ja klar, komm doch rein!!! (ich muss ein anderes mal über die gewaltphantasien schreiben, die mich nur in indien befallen und manchmal so stark und spezifisch sind, dass….ich diesen satz mal offen lasse)
ich bezweifle, dass dieser bastard jemals ein wort mit einer weißen frau gewechselt hat. er kennt sie aus filmen und vielleicht vom colaba causway, wo die goa touristinnen mit bikinioberteil und batikrock lachend durch die straße laufen…
das mag alles lustig verdreht klingen, ist es aber nicht. frauen wie ich sind es nämlich, vor deren wohnungstür so ein arschloch dann steht und deren lebensalltag einfach mal zertrampelt wird. die, nachdem sie die wohnungstür schneller zudrücken konnten, als der affe draußen hineintreten konnte, zitternd auf dem sofa sitzen mit einer schere in der hand.

die konsequenzen, die sich aus solch einer situation ergeben, werde ich hier nicht aufzeigen. alles sehr chaotisch und sehr diffus. es besteht nicht einmal einigkeit darin, ob ich zur polizei gehen soll oder nicht. klasse! da fühl ich mich doch total wohl hier!!

aber um zum ursprung zurück zu kehren… NUN bekomme ich von allen seiten eigentlich nur einen kanon: du musst dringend umziehen! das ist gar keine sichere gegend. zuviel muslime, slumbewohner, männer…menschen.
schon klar.

so, und um meine aktuelle stimmung komplett zu beschreiben, muss ich noch erwähnen, dass ich am wochenende (ja, ich versuchte, mich vom schock zu erholen und ging mit ein paar freunden meiner nunmehr ebenfalls traumatisierten mitbewohnerin aus. skandalös!) auch noch mit der hitler-diskussion traktiert wurde und wirklich kurz davor war….
das das hier ein vollkommen anderes ding ist als in europa wurde schon an anderer stelle mehrmals beschrieben. (z.B.) nicht nur, scheinen inder einfach nicht zu wissen, was da passiert ist, es scheint ihnen auch vollkommen wurscht zu sein, dass sie da in emotional aufgeladener politik fremder völker herumstochern. (anbei: ich suche immernoch nach einem equivalenten beispiel zur demonstration dieses vorgangs für inder. im sinne von. stell dir vor, ich würde witze machen über… wer böte sich an: gandhi? hier in mumbai warscheinlich shivaji? bitte um vorschläge) es frug mich also ein leicht angetrunkener mittzwanziger, was ich denn so von hitler halten würde. natürlich sage ich: das ist das nicht diskutieren werde. freund schräg vor uns im auto: ey, dude. ich wurde am SELBEN tag geboren wie hitler…
idiot neben mir: heil hitler! ne, sag mal anja, wie findsten den?

ich verspreche euch, alles wird gut. ganz bestimmt. ich rechne mit mindestens einem lottogewinn und drei heiratsanträgen.
es darf mir nur in den nächsten tagen keiner doof kommen auf der straße. oder, und darin besteht gerade die challenge, ich darf die dummheit und/oder perversion der leute um mich herum nicht wahrnehmen. denn sie ist da, sie wird immer da sein.

drückt mir die daumen!

anya

ps:
ich übe mich also in meiner stärkste waffe: humor! (auch wenn er momentan sehr sehr schwarz ist)
variante1

variante2


schummelartikel

ich hatte eigentlich ne richtig gute idee, wie ich den menschen in der unindischen ferne erkläre, was hier letzten montag los war.
echt!
da mich aber die harte realität schon vor einer weile mir der erkenntnis konfrontierte, dass ich zwar gerne schreibe, aber keinerlei ambitionen zur profession habe (heisst null disziplin und ehrgeiz)…. bzbw, nicht mal den satz kriege ich zu ende! 😉
nein, im ernst: entweder ich schreib den beitrag oder das interesse ist dann weg nach zwei, drei tagen.

ich hatte also eine wirklich gute idee. die fing in etwa so an: man stelle sich also vor, cdu und fdp würden das volk mit immer wieder kehrenden spontanen steuererhöhungen quälen (wirklich schwer vorzustellen). als nächstes stelle man sich nun vor, die grünen und die linke würden (ganz im stil der 68er) zu einem generalstreik aufrufen…

ja, weiter bin ich nicht gekommen. ich kann nur eines sagen: sehr absurd, wie innerhalb eines tages ein verängstiger ausnahmezustand hervorgerufen, missbraucht und dann sofort wieder relativiert wird. denn dienstag morgen war alles bei „normal null“….

für ein paar mehr details aus deutscher sicht empfehle ich wieder dani.

aktuelle situation hier:

winke
anya