freakshow oder auch-alltägliches

schon seit einiger zeit plagt mich wiedermal der blogging-reminder…doch: woher nehmen, wenn nicht stehlen? 🙄
ein paar gute eingebungen habe ich bereits erhalten…allerdings hab ichs zur zeit nicht allzusehr mit gesellschaftspolitik…dafür bewegt sich privat zu viel…also, was bleibt?
was les ich denn gern? nunja, allagszeug halt…möglichst in querem zusammenhang und am besten aus indien 😀
also könnte ich ja auch mal was zurück geben, oder? und was von meinem deutschen alltag beschreiben? … das ist allerdings ziemlich schwer, zumindest wenn man in deutschland geboren ist und sich seit jahren eigentlich darauf trainiert, den alltag im allgemeinen nicht allzusehr zu hinterfragen (dabei komm ich immer nur an in der wohlbekannten „ich-muss-hier-weg-sackgasse) und oft nur fragmente wahrnimmt… skeptisch aber fragmente sind ja auch schonmal was.
in mumbai war das allerdings einfacher…man steht auf und geht aus dem haus und BUM! was schreibenswertes passiert… (obwohl ich durchaus verstehe, dass auch diese sichtweise sich nach einem jahr leben dort relativiert.) hier muss ich mich also anstrengen und meinen blick schärfen…ouch, wie anstrengend. bewusst leben….uff.

da wäre also das nächste: mein kiez. der hat sich in den letzten 5 jahren, die ich hier nun lebe, durchaus verändert. zum guten, würde ich behaupten.
aber zuerst von den stagnativen unveränderlichkeiten der eher unangenehmen sorte. was sich nämlich überhaupt NULL verändert hat und somit immernoch genauso nervig ist, wie an tag1 ist die von uns liebevoll genannte „grützefamilie“ aus etage3. (anm.d.r.: liebe grützefamilie, if u read this. get out of my life!!) ich übe mich seit nunmehr 5 jahren in toleranz und sozialem mitleid. denn eigentlich haben sie es schwer genug, die grützis. eine ma mit drei kiddies (nunmehr sind die beiden älteren mädchen im pupertären alter angelangt: yeah!), denen sie…nunja, sagen wir, aus meiner bescheidenen sicht…NULL interesse entgegenbringt. und was tun kindern, wenn sie nicht beachtet (von liebe fehlte jede spur) werden? genau, bockmist! ich kann das ganze repertoire hier wohl kaum aufzählen. es sollen zwei anekdoten dienen, die situation zu erklären.
1. die älteren müssen die jüngeren mitschleifen, logo. und das lautstark, logo. man kann also familie g. schon hören BEVOR sie im hausflur sind. sie reden nicht, sie schreien sich an…in einem ton…nunja, der apfel etc. wir wohnen GLÜCKLICHERWEISE im erdgeschoss und haben das glück, jeder der so informativen gesprächsrunden mitzuerleben, wenn es wieder heisst:
kleinster: schreit und weint. er will nicht mit.
älteste (geschätzt 12): „jetzt halt endlich das maul, ich hab schon genug probleme!“
2. jüngster spross der dynastie hat sich eine kleine „eigenart“ zugelegt. ich gebe es zu, wenn schon zwei ältere schwester es nicht zur aufmerksamkeit bei ma geschafft haben, liegt die latte hoch. jener piefke stößt eigentlich immerzu (wenn er grad nicht weint) einen sehr lauten „hey“ ton aus, den er wiederholt und wiederholt und wiederholt. also wie anfeuern: hey!…hey!…hey!!… auch ihn kann ich in seiner wohnung nur zwei etagen über uns hören…

i love living at a sozialer brennpunkt!

naja, ansonsten ist das viertel wirklich sehr schön und in den letzten jahren ists sogar ein wenig künstlerisch geworden hier.  obwohl ich doch merke, dass ich „älter“ (bequemer?) geworden bin, denn so sehr ich mich auch über die kleinen pubs freue, die irgendwo an der ecke in einer alten wohnung aufmachen…a la ey, ich hab n kicker und noch drei stühle übrig, lass uns n kasten sternie kaufen und ne kneipe aufmachen… so wirklich hingehen, tu ich da nicht mehr.aha aber schön, trotzdem.

worauf ich aber mit fortschreitender ….weisheit…mehr wert lege, sind natürlich die dinge, die bleiben (AUSSER DER GRÜTZEFAMILIE!!). und dazu gehören auf jeden fall auch die verückten und penner der gegend, genauso wie die verkäuferinnen im supermarkt.
da gibts zum beispiel herrn xyz, der an krücken läuft. schwer zu sagen, wie alt er ist, vielleicht ende 40/anfang 50. keine ahnung, ob er wirklich irgendwo zu hause ist, er ist immer am/im supermarkt um die ecke zu sehen. ja, er riecht ein bisschen und ja, er glotzt ein bisschen, aber hey, er lässt dich in ruhe.
ganz im gegenteil zum nazi-opa aus der straße. den sieht man nicht so häufig, aber wenn….dann! (jedes mal, wenn ich ihn mehrere monate nicht sah, frug ich mich natürlich ob…naja, ihr wisst schon) keine ahnung, ob er nur verrückt ist oder ob wir alle so enden…jedenfalls rennt er immer halb in unterwäsche rum, kombiniert  militärischen assecoires. oft eine mütze. und er brummelt ständig. was nicht wirklich schlimm ist…schlimm ist eher, wenn du an ihm vorbei musst, denn natürlich wird jeder beschimpft! ich vermute, dass da alte kriegstraumata hochkommen oder so…was angesichts der tatsache, dass der mann erst mitte 60 ist (geschätzt) allerdings schwierig werden könnte…
ich weiss auch genau, in welchem haus er wohnt, denn meine erste „begegnung“ mit mr.kriegsveteran liegt schon 6 jahre zurück, als ich hier noch nicht wohnte, aber nächtigte und erschrocken aus dem bett fuhr als ich von weiter unten einige eindeutige lieder schallen hörte…

moment…beim nochmaligen lesen bekommt einen schrägen eindruck… 🙄 naja, ich übertreibe, wie immer… 😉
aber ich wohn hier ansonsten wirklich gern, echt!
auch wenn ich vielleicht doch bald woanders wohnen werde…kann ich meine freaks mitnehmen, bitte? an die hab ich mich jetzt irgendwie gewöhnt… 😕

also: daniela sagt, ich soll man über wahlunlust in dtl im zusammenhang mit demokratiebewusstsein schreiben oder darüber, warum die deutschen sich oft über ein kinderunfreundliches milieu beschweren…interessiert das wen?(AUSSER daniela 😛 ) eh ich mir die arbeit mache… 😉

und zum abschluss heute nochmal einen smiley für meine liebe mama!

byebye tata

anya

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kommunikation heute

meine güte, wie die zeit rennt…wie lang bin ich jetzt aktiv online? ich mien web2.0 mäßig? einige wenige jahre nur und was hat sich nicht alles getan! :O
angefangen mit mails, dann foren, dann bloggen und jetzt neue kommunikation a la facebook und co…hammer! wächst und wächst und wächst.
schön.
ab und zu bleib ich kurz stehn und gucke drauf. wie jetzte.
wirklich seltsame bekanntschaften habe ich so gemacht. also seltsam waren nicht die dadurch kennengelernten (ganz im gegenteil), sonder die art und weise. naja, in ein paar jahren wirds wohl normal sein, seine freunde nicht mehr auf der arbeit oder beim sport oder in der kneipe zu finden, sondern eben online.
(muss ich an dieser stelle sagen, dass ich nichts gegen kennenlernen face to face habe?)

am anfang noch zaghaft und voller zweifel (welche nerds treff ich denn hier?) piep doch schon bald mit positiver energie nach vorne stürmend hab ich wirklich ein paar tolle menschen gefunden und einfach unheimlich viele möglichkeiten entdeckt! 🙂

meine bis jetzt verworrendste findung war anja aus hamburg: ich googel mich also selbst (inzwischen ein MUSS). komme auf einen blog von einer namensvetterin, die wie sich herausstellt, auch in indien war!! :O ick glob, ick spinne! also: kontakt aufnehmen…
nach einigem hin-und her geschreibe und etliche kommentare später entwickelt sich sowas wie eine nette kommunikation und wir sind schon dabei uns zu verabreden, als ich feststelle, dass sie gar keine „echte“ namensvetterin ist!!
google hat da einfach was vertauscht, durcheinandergebracht und vermischt. klasse!
EGAL!!
inzwischen war ich sie besuchen und wir haben eine nette kneipentour hinter uns (pauli’s nächte sind lang…) und ich werd wohl demnächst desöfteren mit meiner halbnamensvetterin um die häuser ziehn!

indien halt ich mir warm, berufskontakte werden zumindest auf lauwarm gehalten und alte bekannte aus längst vergangenen epochen auf stand gehalten.
i must say: yes, ich bin web2.0 fan!

so, ich muss mal ins bette. uff, soviel kommunikation macht müde…echt arbeit! 😉

in diesem sinne: ein prosit der (web)gemütlichkeit!

SNV31752

es winkt die anya


über die anonymität

eine freundin von mir hat einen eignen blog eröffnet. keine seltenheit. aber sie betonte mir gegenüber, dass sie ihn/es? anonym halten will und ich meine kommentare auf selbigen doch ebenfalls anonym an sie richten sollte. eine tatsache, die ich natürlich respektiere, die mich aber darauf aufmerksam macht, dass mir diese art der anonymität niemals in den sinn kam.
natürlich gibt es themen, die ich hier nicht anschneide (selektion?) und nicht von anfang an hätte ich hier bilder von mir gepostet, aber hier greift wieder eine gute alte(?) redensart: man gewöhnt sich ja an alles! 😉
ist das mut oder ist das naivität? in meinem kopf hat sich die vorstellung breit gemacht, dass SOLLTE jemand versuchen, mich in irgendeiner weise auszuspionieren oder gar zu ruinieren (keine hoffnungen, ich bin arm wie eine kirchenmaus!)…an dieser stelle würden sich ein paar verschwörungstheorien gut machen…mit schäuble in einer zentralen rolle...skeptisch also SOLLTE es jemand drauf abgesehen haben, denke ich, dass alle möglichkeiten dazu da sind. egal ob mit oder ohne blog oder facebook/myspace/whatever account. oder?
es gibt ausserdem immer mal ein paar idioten, die versuchen, sich über blogkommentare wichtig zu tun und dann sehr persönlich werden (gerade meine indisch/deutschen blogkolleginnen können davon ein lied singen), aber das ist letztlich auch nichts anderes als jedes gepöbel auf der strasse und sollte auch als solches übersehen werden, denke ich…hoffe ich.

nicht zuletzt gehöre ich ja auch zu den nutzniessern dieser art der kommunikation! an dieser stelle mal ein ganz großes smiley_emoticons_winken4in die 6000km ferne gen süd-westen. nie im leben hätte ich den emotionalen draht zu indien halten können, gäbe es da nicht die vielen berichte von dort, die das fernweh ein bisschen lindern und gleichzeitig helfen, die bereits gemachten erfahrungen nicht zu verkitschen! danke mädels! und sowas funktioniert eben nicht über anonyme sachberichte. das ist immer subjektiv und irgendwie auch persönlich. und dafür bin ich dankbar.

ist das zu einfach gedacht?

zum abschluss noch ein foto für daniela, kerstin, julia und co…damit auch ihr vielleicht euer heimweg ein wenig warmhalten könnt… 😉
meine fahrradstrecke durch den park. grün und meistens ruhig (ausser sonntag nachmittag zur allgemeinen deutschen völkerwanderung):
DSC00394

so, jetzt muss ich noch hindi büffeln…pratap besucht seine verwandten in delhi und wir üben die „sein“ formen…. naja… wenns sein muss…

lg ania