saturday night – bombay night

da war ich also gestern auf meiner ersten post-wedding party meiner lieben ex-mitbewohnerin (also für mich die erste, ne?). da das paar nach der hochzeit aus beruflichen gründen hauptsächlich in delhi wohnt, wurde diese party für die bombay kollegen und freunde veranstaltet, die es nicht nach delhi zur shaadi geschafft hatten…ähem.
ich wurde vorgewarnt, was die gästeliste anbelangt und begab mich mit doch sehr….sagen wir….gemischten gefühlen auf diese party. bei der vorstellung besoffener indischer journalisten bin ich zugegebener maßen schnell an meiner toleranzgrenze angelangt.
aber mir wurde auch „normale“ menschen versprochen, einige bekannte gesichter sogar.

also aufgehübscht (das erste mal konnte ich sogar schon als produktive hilfkraft für das anlegen des saris der gastgeberin dienen….*mirselbstaufdieschulterklopf*) und auf in den press club. das ist wirklich ganz schön dort. erstaunlich ruhig und grün. dank des wunderwunderwunderbaren mumbai-winters konnten auch wir schön draußen auf der veranda sitzen. 🙂
lange gefackelt wird ja hier eigentlich nicht. sobald man sitzt wird der alkohol eingeflöst. snacks kamen dann 20min später.
während ich also an meinen ersten beiden biers nibbelte (dem wetttrinken habe ich mich selbstverständlich nicht angeschlossen!) und mit einem befreundeten musiker die sich füllende journalistenszenerie beobachte, ging mir wiedermal die frage durch den kopf, was das ist mit den indern und dem essen/trinken/partyverhalten. darüber könnte man (und hat wahrscheinlich auch schon jemand) eine doktorarbeit  schreiben. wetttrinken, snacks schaufeln, diese gespräche! und wer dann tatsächlich gegen elf beschließt, sein dinner einzunehmen, wird vom gastgeber gefragt, ob er/sie denn schon gehen wolle….jaja, das ist hier nämlich genau anders herum. erst die party, dann das essen!
wie auch immer, alles in allem hatte ich doch eine ganz schöne zeit, was hauptsächlich einigen netten neuen bekanntschaften und dem sehr schönen draußen-sitzen-unter-palmen-bei-wodka-tonic-ambiente zu verdanken ist. ich habe mich sehr lange mit (wie sich sympatischerweise erst später heraus stellte) einer halbprominenz unterhalten. cmrd dilip dondre ist der erste inder, der mit seinem segelschiff (der mhadei) allein die welt umseegelte. beindruckend an sich schon und noch dazu ein interessante mann. ich hatte soviele fragen im kopf und er beantwortete sie gern. war sehr schön.

nicht so schön war der anteil an zunehmend besoffenen männlichen journos vor ort und einer hatte es sich zur aufgabe gemacht, mich (und ja auch die anderen weiblichen gäste) zum tanzen zu bewegen. nun ist der gute c. mit sätzen „come on ladies, lets go and dance, lets shake your „ärsche“ (bin nicht mehr sicher, welches wort er dafür verwendet hat) bei mir nun gerade an die wirklich echt total falsche weibliche person gelangt ist. ich hab dem halbtrunken torkelnden und viel zu dicht stehenden oberlippenträger dann erst einmal in strengen ton klar gemacht, dass ich garantiert NICHT mittanzen werde und er sich gefälligst so nicht gegenüber frauen äußern soll. ja, ich weiß, ich übertreibe es immer etwas, aber ich vermute, ich war nicht die einzige im raum, die so dachte, aber die einzige, die den mund aufmachte. ich sprach also hier für mehrere frauen, stellvertretend für DIE frauen….

ööh, huch, jetzt geht wieder der größenwahn mit mir durch. (hier müsste ein pinkie&brain video hin….wer hat eines?)

anyway, er ließ mich fortan in ruhe und dachte sich wahrscheinlich „blöde zicke“.

als die party sich gegen zwei dem ende zuneigte, war ich eigentlich ganz zufrieden, nur halbwegs angetrunken und auch ein wenig müde..glücklicherweise bot sich ein freund an, uns  leichtbeschwipste truppe in seinem wagen mitzunehmen und uns auf dem weg abzusetzen. DACHTEN WIR. mumbais nächte sind allerdings auch für überraschungen berühmt berüchtigt und auch in diesem fall hatten wir leider die rechnung ohne den wirt gemacht….denn trotz wilder proteste landeten wir dann halb drei noch im blue frog. gut, das liegt auf der strecke, aber einen schicken club hatte ich für den abend eigentlich nicht mehr auf dem schirm. mehr unwillig mitgeschliffen und willenlos fand ich mich mit einem dieser ekeligen redbull-getränke in der hand auf der tanzfläche wieder. irgendein uk-dj lag gerade in den letzten zügen. jaaa, ok….war in ordnung die musik, aber auch nicht der brüller. ich fand mich ab und hinein und hübbelte ein bisschen mit.
das getränk hab ich nur halb geschafft, denn der dj war dann auch recht bald durch mit seinem set und der club hatte eigentlich eh schon sperrstunde (und außerdem schmeckte der wirklich wiederlich….buäh! )
also fing draußen vorm club wieder die diskussion an, ob wir „die stunde nutzen“ oder einfach ma heim fahren würden.
ums kurz zu machen: ich verlor.
jetzt begann der teil des abends, den ich mir gern gespart hätte. 1. ist um diese uhrzeit in mumbai nicht mehr allzuviel los und 2. ging es offensichtlich hauptsächlich darum, dass unser freundlicher autobesitzer noch zu der party und zu der frau kam..nun ja…sagen wir es höflich…die ihm „gefiel“.
also zum mumbai race court gefahren. entgegengesetzte richtung. verdammt!
die party dort war eigentlich auch gerade am enden und das publikum…ojeeee….die reichen und (so sollte man meinen) schönen torkelten gerade aus dem gelände in highheels und designershirts. ich war nicht betrunken genug um es nicht mehr zu sehen, leider.
in dem ganzen hin und her wurde gegen halb vier dann ENDLICH klar, dass wir (die beiden hosts der ersten party des abends) und ich (die den hausschlüssel besaß) nun endlich ein taxi nehmen würden. heimwärts!

und die heimfahrt offenbarte dann wieder alles, was mir an bombay so gefällt. und am meisten der clash der gegensätze.
nachts durch diese stadt zu fahren hat mir in den ersten monaten immer ziemlich viel angst gemacht. logisch, wenn man sieht, wer und was da so alles auf den straßen los ist und nachts ist dann auf einmal alles ruhig. man rauscht durch die straßen, fenster offen, stickigen wind im haar. es stinkt alle zwei minuten nach etwas anderem.
man sieht schlafende familie, hunde, die nach essen suchen, riecht verbrannten müll, kacke und seife. die straßenlaternen machen hier so ein schwachen gelbes licht. alles sieht also braun aus irgendwie. ich spüre in solchen momenten die hassliebe zu dieser stadt ganz deutlich.
das paar im auto streitet sich gerade wieder und ich wundere mich nicht mehr über den ton, der mir sensibelchen schon längst das herz aus der brust gerissen hätte. kein ding, morgen wird alles wieder in butter sein. schnell vergessen.
schnell gelebte zeit in mumbai. ein abend, nur wenige stunden lang und wieder so viele kleinigkeiten im kopf, im herzen und auf der seele.

hier passt jetzt moby sehr gut. da sehe ich immer so facetten eines stadtlebens vor mir
(nur warum ist da soviel forrest gump im video??):


exil-exilistin

ich bin nun (glaube ich, denn man ist ja immer nur beschränkt weise) lange genug im ausland, gern auch exil, um diese komischen eigenarten zu entwickeln. ich lerne mich selbst und auch andere menschen besser verstehen, doch doch.
aber ab und zu bin ich schon überrascht, was noch alles in mir steckt. der oktoberfest besuch war auf jeden fall ein meilenstein. mein „fifa-germany-shirt“ ein schock für einige freunde und meine schwester wäre sicherlich entsetzt darüber, wieviel nutella ich hier konsumiere.
all das trägt hier zum inneren gleichgewicht bei. das ist wohl so: stelle man sich das seelenleben als titanic vor….nun gut, vielleicht nicht so drastisch, aber als schwerfälliger dampfer. gerät dieser dampfer nun unter beschuss und wird so zu schlagseite getrieben (und das indien einem ordentlich schlagseite verschaffen kann ist nun wahrlich keine neuigkeit), versucht der kleine kapitän irgendwie wieder ins lot, ins gleichgewicht zu kommen. wenn die einseitige beschwerung nicht abzuwerfen ist, so muss es denn eben sein, dass noch ein gewicht auf die zweite seite gepackt wird. es kann sein, dass der arme kahn dann zum sinken verurteilt ist, aber immerhin stirbt die manschaft im lot!
was will die anya jetzt wieder mit so ner kryptischen formulierung, fragt sich nun mein geduldiger leser? 😉
ich will ein bisschen darüber philosphieren, wie sich auch die sicht auf meine landsmänner und frauen im ausland hier ändert. fakt ist, ich war von tag eins an kein freund der hippietouristen, wie sie sich gerade wieder vermehrt in colaba finden. auf dem weg nach goa, in batikshirt, badelatschen und sand im haar! brechreiz und wilde aggression lösen sie bei mir aus, gestern wie heute. (die frage bleibt: bin ich neidisch auf deren hemmungslosen urlaub oder einfach nur genervt, weil sie meinen alltag noch anstrengender machen)
aber auch sonst habe ich mich eher von landesgenossen fern gehalten, fällt mir jetzt auch wieder vermehrt auf. nicht ein einziges mal habe ich den deutschen stammtisch besucht. (aber kann den jemand WIRKLICH empfehlen? ) ja, ich stehe dazu, ich habe da vorurteile! was soll man denn aber auch denken, wenn die einladungen zum stammtisch immer in 5 sternehotels führen, auf dessen dächern man sich dann mit cocktail in einen pool setzen kann….?
dafür hatte ich ebenfalls noch nie etwas übrig und es sieht nicht so aus, als würde sich das in naher zukunft ändern…

trotzdem bin ich auch kein rügen (auf der suche nach einer einsamen deutschen insel fiel mir diese ein)!
davon können besonders meine praktikanten ein liedchen singen. ich hänge sehr wohl daran, zeit mit landesgenossen zu verbringen! (ein dank gleich mal an fabian, nela, hanna, julia und vroni!) genieße den tratsch und klatsch, das absondern von „DEN indern“! zumindest vorübergehend muss das sein. fürs seelengleichgewicht!
aber trotzdem erwische ich mich gelegentlich dabei, auf diese weise zeit mit menschen zu verbringen, mit denen ich in deutschland selbst wahrscheinlich a) nie in kontakt gekommen wäre und selbst wenn b) der person wahrscheinlich höchstens höfliche 5 minuten aufmerksam geschenkt hätte….
warum hängt man sich hier manchmal so an menschen, dinge und gegebenheiten, die nur deshalb im licht glänzen, weil das licht aus indien kommt? manchen menschen wird so ein besonderer glanz verliehen (mir auch, das merke ich immer wiedre) und ein geheimes band steht irgendwie dazwischen, dass eigentlich nur aus spinnweben besteht.
ist das nun gut oder schlecht? beschummel ich mich selbst zu eigenem seelenwohl oder deutet das auf die weitung eines beschränkten horizonts hin?
gibts da meinungen, erfahrungswerte?
in diesem sinne:

(ich finde das lied ganz schöne böse muss ich sagen, trotzdem: hat jmd den ganzen film gesehen?)

und da ich das nicht so stehen lassen kann, noch ein schönes video hintendran. schönes hamburg, ich winke! aach, dieser akzent…



abenteuer mumbai – surviving in the wild wild civilization (2)

akt zwei: the mess with the maid

eine soap. wirklich. mein leben ist eine never ending soap opera a la gzsz. nicht besonders attraktiv, aber irgendwie catchy. (vorausgesetzt, dass die serie, seit ich sie das letzte mal gesehen habe, nicht noch wesentlich übler geworden ist)
zur untermalung dieser vagen these und zur allgemeinen unterhalt also nun folgende episode (ein mehrteiler for sure).

nach meiner abreise aus mumbai ende letztes jahres hatte es einen wechsel der putzmaid gegeben. anlass war ein erfreulicher. die aktuelle maid (jaya) war erneut schwanger geworden. sie hatte es bisher nicht geschafft, ihrem ehemann nachwuchs zu schenken und schon eine fehlgeburt hinter sich. der druck in der familie muss wohl ein stetig wachsender sein.
als ich also wieder kam im juli hatten wir eine ersatzmaid, die sich aber nicht lang hielt. sehr unzuverlässig. dann kam im august laxmi ins haus.
ihre integration in den haushalt verlief dann ganz nach dem bewerten muster:
1. woche: super ambitious. sie ist ist pünktlich, sie putzt alles ordentlich, sie putzt ALLES (was man ihr aufgetragen hat) und sie schlunzt nich rum
2. woche: still ok
in dieser phase neige ich immer etwas zu euphorie ob der tatsache, dass da jemand seinen job anständig macht.
interessant wird es dann immer so ab der 3, 4 woche. auch in diesem fall ließ die qualität der zu erledigenden arbeit stetig zu wünschen übrig und besonders am wochenende wurden vereinbarte putzzeiten gerne weitreichend ignoriert. das ist also die phase, in der man herausfinden muss, ob die maid passt, während sie versucht herauszufinden, was sie sich herausnehmen kann. oft werden einem arbeitgeber am anfang versprechungen gemacht, die aufgrund anderer verpflichtungen eigentlich nicht zu halten sind, aber gut…
ich hasse diese phase und mache mir gern das leben damit schwer, dass ich weiterhin darauf beharre, dass man VOR antritt des jobs die konditionen bespricht und sie dann NACHER auch einhält! hier gilt aber auf unterschiedlichsten stufen: ich fang erstmal an und dann gucken wir mal, wieviel du zahlst. oder was ich tun werde. argh. gelegentlich nehmen so leute jobs an, die sie eigentlich gar nicht bereit sind zu tun….herrje, was für einige zeit und energieverschwendung!

während also unsere laxmi an glanz verlor, tauchte die ex auf, jaya. leider hat sie auch dieses baby durch eine fehlgeburt verloren und musst nun den „schaden“ durch wiederaufnehmen der arbeit gut machen. sie klingelte eines tages an der tür, zu aller überraschung und fragte nach, ob sie denn nun ihren job zurück haben könne.
da von einer reinen vorrübergehenden ersatztätigkeit nach so vielen wochen, monaten nicht mehr die rede sein konnte, wurde entschieden, dass wir erst einmal laxmi behalten wollten und die beiden das unter sich ausmachen sollten. in der absicht, sich aus dem problem herauszuhalten, stolperten wir so erst richtig hinein. und was nun folgte kann man nur noch als zickenkrieg bezeichnen. ein stiller zickenkrieg. denn wir bekamen die auswirkungen zwar direkt zu spüren (so hörte laxmi einfach auf, zur arbeit zu kommen), aber was zwischen den beiden gesprochen wurde, bekamen wir nur über dritte zu hören.
es hieß zuerst, dass jaya nun laxmi aufgesucht hätte, um ihr mitzuteilen, dass sie nun wieder für uns arbeiten werde und laxmi nicht länger zu kommen brauche. ich weiß nicht, wie der ton zur musik war, aber tatsache ist, dass laxmi (arme arme laxmi) zu eingeschüchtert war, um sich die nächsten tage bei uns blicken zu lassen. auf nachfragende anrufe reagierte sie mit lügen (ich bin krank) oder legte einfach auf und wurde erwischt (unten auf der treppe wartend). bei ihrem nächsten erscheinen sagten wir ihr dann, dass wir sie nicht feuern würden. das war ihre ausrede, warum sie nicht gekommen war. klasse idee, sie vor der kündigung zu drücken, in dem man nicht zu arbeit kommt oder?
in nächsten schrittauf dem weg zum maniacity war nun also jaya die böse, die durch fehlgeburt und druck der bösen gesellschaft zur erpresserischen bestie aufgestiegen war bis…..nunja, bis wir von einer weiteren maid erfuhren, was sich WIRKLICH zugetragen hatte. ja, jaya hätte mit laxmi gesprochen, letztere aber reagiert mit der bemerkung: ja, sie wollte eh aufhören, ist ihr zu nervig, aber sie will noch bis diwali bleiben und die premie abfassen, danach könne jaya den job zurück bekommen.

man KÖNNTE nun vermuten, das einfach beiden viel an ihrem job gelegen sei, nicht wahr? was tat also laxmi in den nächsten tagen und wochen? man konnte ihr von nun an dabei zu sehen, wie ihr arbeit jeden tag schlechter wurde. ab und zu kam sie einfach gar nicht (krank). am wochenende kam sie unangekündigt jedes mal einfach eine stunde später bis mir letztes wochenende, als sie dann endlich um 4.15pm klingelte, der kragen platzte.
ich ging also zu meiner mitbewohnerin, die demnächst auszieht und die die letzte entscheidung also mir überlässt, um sie zu bitten, laxmi am darauf folgenden tag eine letzte warnung zu geben. entweder sie macht den verdammten job oder eben nicht.
am nächsten morgen um halb acht wurde ich also geweckt durch schimpfgeschrei von zwei weiblichen stimmen. dieses mal mit meiner zustimmung. dem bericht hinterher war nicht viel zu entnehmen, denn natürlich redete sich die maid mit diversen ausreden aus der affäre. ist ja alles nicht wahr! nänänäää…
ich hab da schon echt die schnauze voll.
der ganz kinderscheiß.
ich fluche täglich in mich hinein, wenn ich die fr**** von dieser ***** schon sehe….

und um das ganze zu krönen, hörten wir heute noch von einer vierten involvierten maid, dass jaya gegenüber laxmi nocheinmal deutlich gemacht hat, dass sie dann am nächsten monat dort wieder arbeitet. a la: dann ziehst du aber mal fix leine schwester, alles klar?

ich glaub ich zieh die leine sehr bald, die reißleine.

mädels, der geduldsfaden der weißen frau ist abgebrannt. so watch it!!

to be continued…

anya

ich bin wirklich kein großer fan der 80er, aber in einem punkt fehlen sie mir gewaltig. diese geschichten erzählenden musikvideos…seufz. gone.


subliminal sexual harassment

Eigentlich jede frau, die ich hier zu diesem thema bisher befragt habe, konnte etwas dazu sagen.  Sie alle haben ihre erfahrungen gemacht und die reaktionen schockieren mich immer immer noch. Sie reichen von einem schulterzucken, dem ratschlag, es einfach „zu ignorieren“ über mitleidsbekundungen bis zu eigenen berichten, die einem den atem stocken lassen.
kaum eine (fällt mir überhaupt eine ein ) hat sich gegen sexuelle belästigung offensiv gewehrt.

Jeder dieser berichte hätte mich, wäre mir oder selbst eine freundin ähnliches in dtl zugestoßen, dazu gebracht, den vorfall zu melden. Der polizei oder so denn am arbeitsplatz geschehen, der gleichstellungsbeauftragten. Es gibt ansprechbare orte und menschen für so etwas und sie werden genutzt. Ich hätte nicht gezweifelt. Durchaus bin ich auch in der lage, mich in kleineren fällen selbst zu verteidigen. Es war bis jetzt nicht nötig. Die mutmaßungen, warum, liegen an anderer stelle begraben.

Hier allerdings gehören die kleinen fälle zur tagesordnung. Man nimmt sie kaum noch wahr nach ein paar monaten hier und ich möchte wirklich nicht als emanze mit hang zu verallgemeinerung gelten, aber trotzdem heute mit der faust auf den tisch hauen. es reicht nämlich. ich habe wochen kleine portiönchen aggression geschluckt und nun platze ich.

Warum? Warum muss ich mir so viele kleine bemerkungen und blicke gefallen lassen, die ich unangebracht, belästigend und als degradierend empfinde? Und warum ist die allseits bekannte opferrolle im kleinen, nämlich in der ignoranz solcher attacken hier omnipräsent?

Ich habe dazu ein schönes beispiel.
ein namenloser fotograf hat sich an meinem arbeitsplatz für einen auftrag beworben. Ich bekomme oft solche emails. Manchmal kann man vermitteln, manchmal muss man höflich ablehnen. Das gehört dazu. Wir brauchten tatsächlich bald die hilfe eines fotografen, um eine veranstaltung zu dokumentieren. Also nahm ich kontakt auf und vermittelte.
einwerfen muss man, dass hier sehr viel und sehr hartnäckig für dinge, projekte, aufträge, job etc „geworben“ wird. Früher musste ich immer schmunzeln, wenn srk wiedereinmal in unerträglich übertriebender manier der liebe seines lebens hinterher jagte, um ihr in aller penetranz verständlich zu machen, dass sie füreinander bestimmt seien. Mir war damals nicht klar, dass diese penetranz oder nennen wir es freundlicher „hartnäckigkeit“ auch für andere lebensbereiche üblich ist.
ich nehme also lebenslauf und arbeitsbeispiele auf und bitte ihn, sich etwas zu gedulden, denn das projekt näme gerade erst formen an. In mehreren mails bittet besagter junger fotograf nun um einen termin mit der chefetage. Ich versuche ihm verständlich zu machen, dass es dafür zu früh sei. Er wartete eine woche und schrieb dann wieder.
auf der einen seite ist solche hartnäckigkeit ja lobenswert. Der junge bleibt dran. Auf der anderen seite können solche mails, von denen man, wie gesagt, auch nicht nur eine am tag bekommt, auch sehr lästig sein. Ich versuche also freundlich zu sein, aber distanziert.
Have patience, man!

Letzte woche nun traf wieder eine mail ein. Lang und ausführlich wurde unsere arbeit gelobt (es ist hier üblich und selbst ich benutze inzwischen floskeln, die mir in dtl extremst peinlich wären) und wieder auf ein treffen gedrängt. Bückling bückling. (das diese art des aufdrängens bei deutschen oft das gegenteil bewirkt, kommt als information da leider nie durch) und am ende….nun am ende folgte dies:

  One last thing, I hope you do not mind, but you have a beautiful name. I wanted to tell you this the first time you mailed me but then I decided to wait. Now, I’m thinking, why wait to say something nice! Beauty should be appreciated in all forms, I believe. In case I’ve crossed a line, I apologize.

dem deutschen leser stellt sich jetzt wahrscheinlich ein großes fragezeichen ein. ich warte beim ersten lesen noch auf einen zwinkersmiley, hielt ich es doch für einen scherz.
dann bat ich, meine kollegin, die mail zu lesen und sie riet mir, dass übliche zu tun: ignorieren.

Ein bisschen kontext hierzu: erstens hat er mit dieser bemerkung eindeutig eine hierarchie durchbrochen, die hier meistens nicht so offensichtlich für ausländer, aber doch sehr strikt vorhanden ist. Zweitens stößt mir die frage auf, ob er tatsächlich glaubt, sich damit jobtechnisch in eine bessere position zu bringen und drittens, ja,  fühle mich in eine ecke gedrängt. nachdem ich gleich am anfang meiner indienzeit für einige wochen einen stalker vor meinem arbeitsplatz hatte (einen idiotischen künstler, mit dem ich einmal bei einer veranstaltung ein paar worte-offensichtlich zu viele-gewechselt hatte und der nun „zufällig“ in der gegend war) und letztes jahr von einem mann nach hause verfolgt wurde, der dann mit offener hose und einem gesichtsausdruck der mich noch lange verfolgen wird vor meiner wohnungstür stand, frage ich mich doch, was das soll.

Ich möchte mich wehren, um mich sicherer zu fühlen, werde mit meiner unsicherheit aber stets allein gelassen. Nicht, dass ich damit tatsächlich allein wäre oder mich de facto unsicher fühlte, aber doch scheint hier niemand das gefühl zu haben, dass dies einen lauten schrei wert wäre.
das es ok ist, mich auf  dieweiblichkeit zu reduzieren (hätte er einem mann wohl das gleiche kompliment gemacht? i don’t think so)…oh, nicht zu vergessen, the white skin. Ich weiß, dass nicht jeder inder mich so sieht, aber genau so fühle ich mich, wenn ich so eine mail bekomme. Degradiert zu einem stück fleisch, das nicht einmal wütend darüber sein darf. Und schon bin ich wieder dabei mich dafür zu entschuldigen, dass ich belästigt werde…. Welcome to the past.
eine stunde später hat er dan noch angerufen. ich habe mich verleugnen lassen. und die bemerkung dann ignortiert.

ich versuche, es mit humor zu nehmen. mich nicht zu etwas machen zu lassen, dass ich nicht bin: ein opfer.

deshalb etwas ironisch zum abschluss ein lied meiner allzeit lieblingsband: die ärzte!

ps: hab ich schon von der mail erzählt, in der ein mann mir schrieb, dass es ihm leid täte, dass er sich jetzt erst melde. wir hätten uns vor ein paar wochen im zug nach bandra kennengelernt und doch so interessant miteinander geredet. er habe mich nun über unsere webseite ausfindig gemacht und würde ich freuen, wieder von mir zu hören.
ICH FAHRE IM FRAUENABTEIL NACH BANDRA PUNKT

 

 

 

 

 

 

 


kleinigkeitenreport 2011

davon hatten wir so lange keinen, dabei besteht das lkeben doch bekanntlich aus kleinigkeiten. 😉

1. work in progress: das bombay eine baustelle ist: nicht neu. die baufirmen kommen dem immer noch rasant wachsenden bedarf eigentlich kaum hinterher und die stadt wächst in alle möglichen richtungen. bei mir gegenüber wächst sie nach oben. die kolonie in der ich wohne, besteht aus schon etwas veralteten aber immer noch schönen häusergruppen. die straßen sind grün und die wohnhäuser selbst nur 3-4 etagen hoch. das bauland ist allerdings inzwischen extrem beliebt geworden. also werden die kleinen gemütlichen kolonien stück für stück abgerissen und auf deren grundfläche ein 15 geschosser gebaut. inklusive tiefgarage, pförtnerhäuschen und luxuriös klingenden namen wie „jade garden„. kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die innen genauso aussehen, wie die hochhäuser meiner kindheit. nicht, dass ich da was gegen hätte, ich stehe zu meiner platte, aber luxuriös würde ich das auf keinen fall nennen. schon gar nicht für die preise. davon kann dani auf jeden fall ein lied singen…

aber, worauf ich eigentlich hinaus wollte: direkt gegenüber meiner einstmals kleinen beschaulich ruhigen straße wird so ein koloss gebaut und ich bin live dabei. und ich meine: LIVE DABEI. denn wie das hier so üblich ist, wohnen eine hand voll bauarbeiter, die gern aus den (mehr oder weniger) umliegenden dörfer herangekarrt werden, direkt vor ort und zeit scheint keine rolle zu spielen oder eben eine sehr große. das ding muss fertig werden. sonntag 1am…na und, mumbai ist eh laut!! zwischendurch ist immer mal ruhe, ich weiß nicht warum. ich frage nicht. am wochenende hab ich zeit, direkt zuzugucken, wie die einzelnen etagen aufgebaut werden. das ist durchaus interessant. man darf natürlich nicht ängstlich sein, denn die kleinen dünnen männer sind LOGO null gesichert. wie so oft gilt hier: besser nicht hinterfragen!
nach und nach haben es sich die bauarbeiter dort heimelich gemacht. ab und zu klingt aus billigen handys am frühen abend der ein oder andere alte bollywood klassiker und manchmal, wenn der bauvorhang zur seite gezogen ist, kann ich sie kochend zusammen sitzen sehen. seit letzter woche ist nun endgültig „zivilisation“ in die immer noch unverkleidet und unverglasten unteren zimmer einzogen. in form einer „gardine“. inzwischen sieht man nämlich auf der gespannten wäscheleine zur westseite auch saris hängen und demnach ziemt sich auch etwas privatssphäre. so schnell definiert sich eigener wohnraum. in deutschland braucht man dafür zäune. hier eicht ein graue plane und ein pinker sari.
letzte woche hat die höhe des hauses nun das meinige überschritten und die netten nachbarn werden bald weiterziehn. dann kommen neue nachbarn. die sich vorkommen wie der kaiser in china, aber wohnen wir anja in rostock in den 80ern.
  

2. herbstgefühle: der monsun scheint dieses jahr halbwegs pünktlich aufzuhören und kaum kommt die sonne wieder raus, wird es heisser und man vermisst schon fast den frischen regen.
ich beginne die neue jahreszeit damit, meinen schrank zu durchforsten nach schimmel. in den letzten wochen hat es nach totem hund darin gerochen, aber jetzt muss ich da durch. einige dickere wäscheteile wie pullover habe ich gerade noch rechtzeitig entdeckt, um sie vor dem schimmeltod zu bewahren, andere shirts muss man nur mal lüften.
endlich wird die mode nicht mehr nur vom wetter bestimmt, sondern davon, worauf ich lust habe. naja, nicht zu vergessen den „anglotzfaktor“, der wichtig ist. denn mit der sonne kommt auch die herbsthitze (bevor in den angenehm warm/frischen winter gehen) und ich spüre den unterschied zwischen kurzärmelig und langärmelig schon sehr. nerv! ja, ich weiß, ich bin da immernoch sehr empfindlich, aber tut mir leid, das ist eben so. manche dinge müssen sich auch nicht ändern.
erst gestern im atm-geldautomaten wieder so ein erlebnis. ich warte auf eine freundin, die geld holt und ein typ geht unnötig dicht an mir vorbei und glotzt, röngt mich wieder (ganz selbstverständlich) dermaßen…. ich denke dann jedes mal, dass ich im in dtl schon längst gesagt hätte, dass ich mich ebenfalls freue, mein knie in seinen eingeweiden zu versenken, aber hier…soviel energie habe ich nicht. auch nicht soviel zeit, denn fast jedes mal, wenn ich mich missmutig zur respektlosen behandlung geäußert habe, starrte mir ein verständnisloses gesicht entgegen? was denn? das artet in emanzipatorische missionierung aus, das ist nicht meine aufgabe. gut…eh wir uns da wieder verrennen, hier ein schlussstrich.
der herbst ist da und eigentlich bin ich ganz froh drüber. jahreszeiten gibt es also auch in mumbai und so langsam bekomme ich ein gefühl dafür. 🙂

lg in den deutschen herbst (an den ich mir verbiete, zu denken….denn was würde ich für einen langen herbstspaziergang geben)


(wahnsinn, immer noch von samstag nach zehren!)


abenteuer mumbai – surviving in the wild wild civilization

eine tragikkomödie in drei akten

1. akt
bombay nights

kurz vor halb zwölf beschließe ich: es reicht. die amerikanische sitcom auf hbo hat ihr ziel erreicht, ich bin schläfrig. nur noch schnell zähneputzen und ab in die heia! aber dann kommt es wiedermal anders als geplant als ganz plötzlich der strom komplett ausfällt. ZZZZZSSUP! Nun passiert das nicht zum ersten mal und ist meistens nach wenigen minuten wieder vorbei (für immer in meiner erinnerung werden die beiden stromausfälle bei der letzten wm sein…halbfinale und klose am ball, man man man). geduld ist gefragt und kerzen bzw eine taschenlampe sollte man in reichweite haben. zum glück ist es zur zeit auch nachts relativ kühl, so dass man bei ausfallen der ventialtion nicht sofort in schweißströme ausbricht, wie es ab märz garantiert der fall wäre. allerdings wird es schon etwas unangenehm, da sich ein ziemlich stark muffiger geruch in der ganzen wohnung ausgebreitet hat in den letzten wochen. klaro: es regnet superviel, die wäsche muss auch drinnen hängen und niemand zu hause tagsüber zum lüften. wenn ich abend nach hause komme, kann ich die fenster auch nicht mehr aufreißen, da ich sonst moskitoschwärme einlade… es mieft also übel! gut, das ist aber noch nicht lebensbedrohend, nicht war? oder ist  schonmal jemand erstunken…?
ich hole also meine tschibo-minitaschenlampe raus (danke mami!) und putze zähne im kerzenschein. reiße nochmal richtig das fenster auf, damit wenigstens etwas kühle luft reinkommt.
ich versuche auch mit einem blick aus dem fenster herauszufinden, obs a) nur unsere wohnung, b) nur unser haus oder c) das ganz viertel ist. Seltsam, unsere wohnung ist dunkel, ganz unten im haus ist licht….schwer zu sagen um diese uhrzeit, ob die bewohner bereits schlafen gegangen sind oder einfach wie ich im dunkeln sitzen…
In dem moment kommt kanika verschlafen und stöhnend aus ihrem zimmer. sie war aufgewacht, weil es warm wurde…kennt man und ist nicht schön.
Und nun begann das abenteuer. sie rief also zuerst bei der stromfirma an, um den stromausfall zu bericht zu geben. habe ich früher für humbug gehalten, ist aber wichtig. denn umso mehr leute sich beschweren, desto größer ist die chance, dass sich jemand auch tatsächlich des problems annimmt. es schien also, dass es ein „phase“ problem gäbe…den hintergrund habe ich nicht ganz verstanden, aber das bedeutete, dass nur einige wohnungen betroffen waren, nicht aber ein ganzes haus. dann folgte das übliche geschimpfe am telefon von der einen und das beschwichtigende „yes, madaam, somebody will come“ blabla auf der anderen seite. Beides sind masken. ich nenne das jetzt mal so, denn diese gespräche sind in meinen augen ein reines spielerisches kräftemessen. ich verstehe nie, wie man so probleme lösen kann. aber, das muss man auch anerkennen: es werden so probleme gelöst!
in der zwischenzeit werde ich eigentlich eines: müde! es ist inzwischen nach zwölf und ich habe einen langen tag und hinter mir. bin aber nicht sicher, ob ich einfach so schlitzen (schlafen+schwitzen) gehn kann und meine liebe mitbewohnerin, die hier versucht, eine aussage am telefon zu bekommen, einfach allein zu lassen. das gekeife findet gegen halb eins einen höhepunkt, als der man an der leitung einfach auflegt und kanika dann die offizielle beschwerdestelle anruft, um einen „formal complain“ einzureichen. der kollege dort deckt allerdings die arme sau an der nothilfeline und sagt, er könne nicht genau sagen, wer da mit ihr telefoniert habe….ach…menno…
kanika ist also jetzt wach und wütend und überlegt zu ihrem cousin in bandra west zum schlafen zu fahren. das ist für mich nicht wirklich eine option. jetzt wieder anziehn, dann da hingurken und morgen um sieben zurück…?
Inzwischen  hat es NATÜRLICH angefangen, aus eimern zu schütten draußen und es regnet durch das offene fenster ins wohnzimmer…aber wen interessierts um kurz vor eins?!
ich beschließe einfach schlafen zu gehn, entschuldige mich bei kanika…und mache mein fenster soweit auf, dass die regenbrise frischen wind, aber kein wasser rein bringt und hoffe auf den tod vieler moskitos in fensternähe durch herabstürzende wassermassen.

wir nähern uns nun der finalen überraschung…
die telefonate haben eigentlich nicht viel gebracht. was sollen die armen würstchen da am telefon auch sagen außer: ein bisschen geduld, wir arbeiten daran. der strom wird bald wieder da sein…. 😉

und gerade als ich nun am wegdösen bin…schlaf mein erlöser…machts RUMS KNACK…und die ventilation springt an! ich schrecke hoch! freue mich drei sekunden! und falle dann ENDLICH in meinen wohlverdienten schlaf!

ganze aktion hat mich nur 1 1/2 stunden schlaf gekostet, ein schnäppchen also und inzwischen, so stelle ich fest, durchlebe ich solche „ausnahmezustände“ auch relativ gelassen. man stelle sich solch eine situation nur mal in einer deutschen großstadt vor….hah! 😀

in diesem sinne: gute nacht! und bis bald zum zweiten akt….

anya


demokratie ist demokratie

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, die die Westler nach Indien treiben. Die Motive ragen sehr weit auseinander und jeder kommt mit seinem eigenen Bild im Kopf, dass natürlich auch voller Klischees ist. Diese spielten natürlich auch für mich eine Rolle und obwohl ich mich bereits „in die Materie eingelesen“ hatte und mir versucht habe, im Vornherein ein Bild von der Lebenssituation dort zu machen (an diesem Punkt noch einmal einen großen Dank an unser aller Inspiration, der lieben Nosianai  ), erging es mir nicht anders: ich kam mit Bildern im Kopf und war dann vor Ort total verloren, zumindest zunächst.
Eines dieser Bilder bezog ich auf die Vorstellung, es gäbe hier jede Menge Probleme mit Wasser und Elektrizität. Ich stelle mich also auf den schlimmsten Fall, der dann NATÜRLICH nicht eintrat. Ja, es gibt (im Vergleich zu deutschen Standards) immer wieder Schwankungen und zum Sommer hin wird das Wasser sehr knapp. Aber nichtsdestotrotz läuft es doch irgendwie in Bombay (hier läuft ja alles immer irgendwie) und im ersten halben Jahr hatte ich, glaube ich, einen! Stromausfall.
Irgendwann war ich dann an hin und wieder auftretende Schwankungen gewöhnt, beschwerte mich wie alle über die Wasserabschaltungen im Sommer, aber ging eben irgendwie damit um.
Aber wie das so ist mit den trügerischen Lebensumständen in dieser Stadt: immer dann, wenn man denkt, ok, jetzt biste angekommen, hast deinen Rhythmus gefunden….macht‘s ordentlich RUMS! und du wirst eines Besseren belehrt. Die Stadt streckt dir also wie Kali in regelmäßigen Abständen die schwarze Zunge heraus, um zu demonstrieren, WER hier den Ton angibt.
Gestern war wieder so ein Tag.
Ich bin inzwischen mitten im Arbeitsalltag angekommen. Ich habe viel zu tun und gebe auch dementsprechend viel Energie da rein, liegt mir das doch auch am Herzen irgendwie (jaja, ein Freund der Kulturmühle) und ich trotte Abends müde nach Hause, in der Hoffnung, dass sich die Umstände zu Hause nicht ausgerechnet HEUTE verschlechtern. (Das ist im Übrigen noch eine andere Geschichte wert) Gestern kurz vor fünf Uhr nachmittags rummorten die Buschfunktrommeln gewaltig. Das fasziniert mich auch immer wieder. Schon einige Male, zuletzt bei den Bombenattentaten im Juli diesen Jahres, konnte ich erleben, wie schnell sich Nachrichten in dieser Millionenmetropole verbreiten. Die Nachrichten strömen durch die Straßen und erreichen auch die kleinsten Winkel und den entferntesten Hörer im Minutentakt. Die heutige Nachricht lautete: neben der anscheinend schon erwarteten Busstreiks, sind ab sofort auch die Züge der Western Railways Linie im Streik. Was in den folgenden Minuten im Büro passiert ist für mich eine dieser typischen „indischen“ Situationen: Alle packen hektisch zusammen, die Stimmen auf den Fluren sind zwei Oktaven höher als normal. Überall wird telefoniert: du musst SOFORT nach Hause fahren! … Vielleicht erwischen wir noch einen Zug! … Ich bleibe auf keinen Fall die Nacht hier! …
In solchen Momenten wird jegliche Logik Lügen gestraft. Niemand versucht, klar zu denken und ist damit beschäftigt seinen sprichwörtlichen Arsch zu retten.
Ich verstehe, warum diese Reaktion so ausfällt und ringe selbst mit mir, denn was mache ich, wenn ich hier in zwei Stunden aufbreche und kein Zug, kein Bus und kein Taxi zur Verfügung steht? Trotzdem ärgert mich, dass sich anscheinend Niemand darum schert, was mit der anstehenden Arbeit passiert. Es rufen schließlich Leute an, die davon ausgehen, dass hier gearbeitet wird. Ich selbst warte auch noch auf eine wichtige Mail…
Ich bin also die Einzige, die erst einmal fragt, von wem diese Information kommt, die versucht, zu überprüfen, ob da was dran ist (ja, manchmal ist selbst das Internet zu langsam) und überlegt, wie sie schnell noch ein paar Emails beenden kann und wie sie die Chefin erreicht, um zu melden, dass das Büro bereits leer ist…
Ich ordne meine Sachen, schicke eine Nachricht an die Chefetage, die erklärt, warum Niemand mehr im Büro ist und mache mich auf den Weg. Die Atmosphäre auf den Straßen habe ich an solchen Tagen bereits zuvor erlebt und jedes Mal ertappe ich mich wieder dabei, dass mir ganz schlagartig bewusst wird, dass ich in einem fremden Land bin. Menschenschlangen (ich scheue mich, das Wort „Massen“ zu verwenden) strömen Richtung Churchgate Station, von wo die Western Railway gen Norden aufbricht, meine Bahnlinie. Natürlich regnet es in Strömen.
Ich überlege mir, welche Optionen ich habe, da mir das Bild, was sich am Bahnsteig wohl zeigen wird, mehr als bekannt ist und nur mit den Wort „Panik“ und „der Stärkere gewinnt“ umschrieben werden kann…ja, die Mumbaikars sind auch sehr hilfsbereit in solchen Situationen, aber naja…eben manchmal.
Mein Glück ist, dass meine Mitbewohnerin inzwischen ebenfalls in Colaba/Fort arbeitet und bereits ein Taxi geordert hat und mich nun anruft, um zu fragen, wo ich bin und ob ich reinspringen will! 🙂 Ja, will ich!
Wir brauchen NUR zwei Stunden nach Hause! Stop…Go…Stop..Go…yeah!

Und zu Hause wartet bereits das nächste Wunder auf mich, denn ausgerechnet HEUTE haben wir Stromschwankungen, was im Klartext heisst: An….Aus….An…..Aus. Also werden alle Geräte und Ventilatoren ausgeschaltet und wir sitzen im Halbdunkeln und spielen Uno!
Es ist also war, die ganze Technik hat uns einander endfremdet (ich wollte an dem Abend eigentlich mein Hörspiel zu Ende hören und ein bisschen für mich Lesen allein im Zimmer) und erst eine solche Notsituation erzeugt wieder gemeinsame Momente!
Es wird ein toller Abend mit drei großen Bier, jeder Menge Musikrevivals (oh, den kennst du auch!?) und Gesprächen über….nunja, das bleibt privat…hüstel….der erst um halb zwei Uhr früh endet.

fazit:

hier für den runden Gesamteindruck die Schlagzeile aus der zeituung von heute…

lg anya!


von neral nach matheran

Die schönsten Ausflüge kann man wohl am schlechtesten beschreiben. Vielleicht geht das auch nur mir so und ich egoistische Hexe möchte diese Erfahrung einfach nicht teilen, in der Angst, etwas von der wunderschönen Erinnerung könnte verloren gehen. Das kann man doch verstehen, oder?
ich war also auf meinem ersten Indien-Wandertripp, schlechtenst vorbereitet und grässlich ausgestattet, aber da wären wir auch gleich wieder bei einem der großen Indien-Pluspunkte: das ist alles wurscht. Es ist völlig egal, ob deine Trekingschuhevon Jack Wolfskin oder stoffschuhe von h&m sind. Sie mögen nicht dafür gemacht sein, werden der Situation aber angepasst.
die Fakten:
aufstehen ist für mich immer da schlimmste. (Überraschung!) und obwohl ich hier in Mumbai eigentlich kaum Schwierigkeiten mit dem aufstehn habe (was sich für mich eindeutig auf die wetter Situation zurück führen lässt-anderes Thema), tat es mir doch schon weh, als ich 4:45 in den Handywecker tippte…. Es war also noch dunkel, als wir losgingen, Neha und ich. Treff dann mit zwei weiteren Freunden und ab ging es von der Station Kurla (Central Railway) anderthalb Stunden gen Nordost. Vorbei an Thane, was mir als weitest entfernter Vorort Mumbais noch bekannt war. Die Bahnstationen wurden kleiner und dörflicher und als die Sonne gegen halb sieben aufging waren auch die Berge bereits im Hintergrund zu sehen. Saftig und grün. 🙂
Wir erreichten Nerla Station gegen halb acht. Von hier aus kann man mit dem Taxi relativ zügig zu einem der beliebtesten Ausflugsziele für Mumbaikars mit Ausflugsgelüsten fahren: Matheran. Auch wir wollten nach Matheran, allerdings nicht mit dem Taxi. Die Strecke hat hinab 25 Minuten gedauert und wir schätzten, dass wir inklusive unserer kleinen Umwege ca. 10 km gewandert sind. Zuerst die Straße endlang die erst aus dem Dorf und dann in die Berge führte. Schon beim ersten Chaiwalla-Stop wurde klar, dass wir es hier mit einer unglaublichen Landschaft und den unglaublichsten Ausblicken zu tun haben würden. Ca. 2 Stunden liefen wir also im Pisspott an der Straße entlang, was insgesamt ziemlich nervig war, denn aufgrund des langen Wochenendes (15.08 Independence Day) war Hinz und Kunz auf dem Ausflugstripp. Die völlig wahnsinnigen Taxifahrer lieferten sich also nonstop hupend Wettrennen auf den serpentinartigen immer enger werdenden Straßen. Großartige Voraussetzungen für Wanderer also…
Als wir uns dann später entschieden, einfach entlang der kleinen Eisenbahnschienen zu laufen (sie erinnern mich sehr an die Schienen der Molli, falls das hier noch Jemandem was sagt), die im Monsun außer Betrieb war, veränderte sich die Lage. Unglaublich wunderbare Stille breitete sich aus und das nervtötende „Määääp“ war nur noch gelegentlich aus der Ferne zu hören, wenn die Schienen wieder einmal die Straße kreuzten. Umso höher wir stiegen, desto mehr nahm der Regen auch zu. Weiter unten hatte es immer wieder kurze Schauer gegeben, die aber von Sonnenperioden abgewechselt wurden. Weiter oben wurde es zusehens frischer und windiger. Irgendwann war ich einfach nur noch nass. Ist dann irgendwann ja auch egal. Wandern oder Was lag also näher als ein Schlückchen Rum? In der zweiten Pause haben wir uns dann erst einmal anständig gestärkt… 😉 Das war auch gut so, denn die Herausforderungen lagen ja erst noch vor mir und hätte ich geahnt, dass ich an diesem Sonntag einen Wasserfall hinaufklettern würde (zwischen indischen Familien in Salwar Kameez Aufmachung, quietschend!!) und danach weitere zwei Stunden vollkommen (vollkommen!!) durchnässt durch neblige Schluchten watschen würde…ich glaube, ich hätte mehr Rum getrunken! Wie auch immer…es war toll! Ich hatte sogar einen dieser seltenen spirituellen Momente, die mir-entgegen aller Klischees-eigentlich nur äußert selten passieren. Aber den behalte ich für mich!

Die Fahrt hinunter mit dem Taxi hat im übrigen 25 Minuten gedauert und war öde.

in diesem Sinne!

anya

 

Nachtrag: ich muss, glaube ich, noch kurz erwähnen, dass wir nach insgesamt 6stunden wandern durch die grünen berge in mehr oder weniger großartiger stille dann kein interesse mehr daran hatten, uns matheran selbst anzusehen. „normalerweise“ ist das nämlich das eigentlich ziel der urlauber. die gurken da alle mit dem taxi oder eigenem vehikel hoch, um dann teuer eintritt zu bezahlen für das reservat ohne autos… da wir hochsaison haben, war es dort gerappelt voll und wie an schlimmen tagen am colaba causeway versuchte einem alle 2 Minuten Jemand was anzudrehen. Überteuertes Taxi, geführte Tour, Essen, Trinken, Beischlaf…
Das haben wir uns also erspart.


Is that bitching really necessary? Teil2

Und hier bin ich an einem weiteren Samstagvormittag und stelle fest: aber hallo, ist es wohl!
Denn hin und wieder gerät man in Situationen, die einem zumindest ein bisschen klarer erkennen lassen, warum die Menschen hier sind wie sind. Nicht das das Gesamtbild für mich in sich stimmig wäre…aber das ist ja eine ganz andere Frage. Wir sind beim Puzzeln.

Heute also das Puzzelteil mit unseren „AC-Guys“. Ich nenne sie so, denn für mich sahen sie alle 4 aus wie zwischen 14 und 18 und, ganz offensichtlich hatten sie sich gegen uns 3 Mädchen verschworen. Die Klimaanlage muss regelmäßig (mehr oder weniger 😉 ) gewartet werden und gelegentlich also auch ausgetauscht. Ein Prozess, den ich noch nie beobachtet hatte. Ich bin ja gerade erst in den Besitz meiner ersten Apparatur gekommen und die Funktionsweise dieser Kiste (oder überhaupt technischer Geräte?) war mir immer noch fremd, gar suspekt. Da ragt also eine Kiste aus meinem Fenster, brummt und surrt und erzeugt so irgendwie kalte Luft. Toll!
Aber wenns eben nicht mehr ordnungsgemäß brummt und surrt, muss die AC-Truppe anrücken. Das sollten sie nach einem Hin und Her gestern am Telefon heute früh um 10 Uhr tun. Das ihr eigentlich NIE Jemand pünktlich kommt (und auf jeden Fall keine Handwerker!!) lernt man hier schnell. Gern auch schonmal gleich am Flughafen. 😉 Die Ausreden sind dabei aber immer das Beste! Wären ein Buch wert: so eine Art Abreißkalender, wo man an jedem Tag eine originelle oder einfach nur witzige Ausrede lesen kann….mh, Marktlücke? Der junge Mann heute befand sich sage und schreibe im Viertel nebenan und behauptete kein Taxi zu bekommen! An einem Samstagmittag! Er war bereits anderthalb Stunden zu spät und meine Mitbewohnerin schimpfte, schrie und diskutierte zum gefühlten 10mal mit seinem Chef am Telefon. Er war anscheinend einfach nicht dazu zu bewegen, seinen verdammten Arsch nach Bandra zu bewegen!!! Da hilft auch kein freundliches Zugerede, da gewinnt der, der am meisten schimpft! Basta!
Als er dann also ankam und endlich mit seiner ersten Arbeit (dem Reinigen der Kiste im Nebenzimmer, meine sollte später komplett ausgetauscht werden) beginnen konnte, war er bereits zwei Stunden zu spät. Erst Verkleidung abnehmen und dann wuchten zwei dieser 14jährigen dürren Knaben die Kiste aus der Fensterwand. Eine unglaubliche Sauerei lässt sich bereits voraussagen. Der, die, das zu säubernde AC wird nun ins Bad gewuchtet und dort ausgewaschen. Danach wieder zurück getragen, wieder eingefügt, Verkleidung drauf und das wichtigste: Tape drumherum!! Tape ist die Lösung für alles in diesem Land. Während dessen ertönt unbeschreiblicher Lärm aus meinem Zimmer: es wird gebohrt!!! ich habe keine Ahnung, was, warum und vor allem: warum soviel!!! Ich guck einfach nicht hin. Zwischendurch bleibt einem der Jungs Zeit, den Sitz seiner Frisur in meinem Schrankspiegel zu überprüfen… Ebenfalls kann ich später den Jüngsten der Truppe dabei beobachten, wie er ein paar Michael Jackson verdächtige Schritte aufs Parkett legt.
Zusammenfassung: der Samstag war dahin, die Wohnung ein Schlachtfeld und das dicke Ende wartete erst noch auf uns. Nach dem zweiten Startversuch die Klimaanlage meiner Mitbewohnerin immer noch  nicht richtig funktionierte, beschlossen die vier „Experten“ am späten Nachmittag noch einmal wiederzukommen, um die Kiste komplett auszutauschen! Anderthalb Stunden Sauerei waren also um sonst und der Nachmittag auch noch versaut. Da tobt die Stimmung! Es musste also nun ein Anruf bei der Firma folgen, um dem dortigen Boss mal richtig die Meinung zu geigen. Erstens nutzt das, um die eigene Wut in eine Richtung zu kanalisieren und zweitens, um sich wieder etwas Respekt zu verschaffen. Den einzigen Grund, der mir einleuchten würde, nämlich der, dass beim nächsten Mal nämlich tatsächlich etwas mehr Professionalität zu rechnen wäre, steht natürlich vollkommen außer Frage. Ich wage mich inzwischen nicht einmal mehr vorrübergehend zu fragen, warum die „Experten“ was wie und wo tun, das führt hier einfach nirgendwo hin und ich will ja auch nicht wie die klugscheißende Westlerin wirken. Jaaa, bei uns und Deutschland wird Effektivität und strukturelles Handeln noch groß geschrieben….
Aber trotzdem ist das meckern hier ungemein wichtig und führte immerhin dazu, dass die Knalltüten pünktlich zur Verabredeten Uhrzeit am Nachmittag vor der Tür standen.
Für mich galt an diesem Samstag wieder die alte Regel: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Ich sitze mehr oder weniger stumm daneben, werde kaum angesprochen (warum sollte man mich auch nach meiner Meinung fragen bezüglich Klimaanlagen?) und beobachtet die Szenerie, versuche ein bisschen was lernen und möglichst wenig Angriffsfläche für sich zuspitzende Aggressionen zu bilden. (gleiches gilt für die lüsternden Blicke der pupertierenden Möchtegernhandwerker)

Das Resultat sieht jetzt also wie folgt aus:

Ich habe eine ältere Kiste als zuvor, bei der Drehknopf für die Temperatur gleich beim ersten wärmerstellen (natürlich möchten die Deutschen es zu Hause immer gemütlich frisch bei 15-18 Grad haben, so die geläufige Vorstellung der Inder ) abbricht. Ich verstehe den Unterschied zwischen OFF/FAN/LOW COOL/SUPER COOL nicht und irgendwie müsste da auch ein Kompressor angehen oder so, was er nicht tut. Obwohl „LOW COOL“ ein genialer Künstlername wäre… Ich könnte mir auch schon etwas unter den Einteilungen vorstellen, nur ist der gefühlte Unterschied nicht vorhanden. Das erschwert die Auswahl. Überhaupt war der vorherige Kaste viel cooler, eigentlich schon super cool!  Der hatte sogar eine Fernbedienung! Aber gut, ich will mich nicht beschweren über den Luxus, eine AC zu haben….sie funktioniert, immerhin. Mal sehn wie lange. Und dann kommen sie wieder zu Besuch: die fantastischen Vier!

anya
ps: und dann ist man zwei tage nicht online und muss bei rückkehr an den arbeitsblatt und in die netzwelt feststellen, dass wieder jemand gedacht hat, man könne durch morden die welt verbessern, in diesem und in jedem sinne…


Is this bitching really necessary? (=ey!?!)

Oder nicht einfach nur eine verschwendung von ressourcen?
Da bin ich also nun wieder. In der mitte von indien, in der mitte des molochs, in der mitte der weiblichen kampfzone!
ich bin nie jemand gewesen, der in konfliktsituationen auf konfrontation ging. Gut, ich KANN sehr direkt sein, aber das ist wohl etwas anderes. Werde ich frontal angegriffen, neige ich zum geordneten rückzug, der gelegentlich in unordnung gerät. weil ich feige bin? Nein, weil ich im großen und ganzen als harmonischer mensch bin und ganz besonders zu hause auch einfach meine ruhe haben will. Zu hause auch noch kämpfen? Ist der kampf auf den straßen, in den büro’s nicht hart genug? Ist es zuviel verlangt, in den eigenen vier wänden verschont zu bleiben und kann man nicht solcherlei probleme (kleinigkeiten) nicht auch zivilisiert besprechen?
die antwort ist einfach und lautet: nein.
nach mittlerweile mehr als 10 jahren in wgs, in denen ich wahrhaftig einiges erlebt habe (höhepunkt war eine anzeige wegen verletzung der privatsphäre von einem mann, den ich auf 3 metern entfernung riechen konnte…laaange geschichte), steht für mich eigentlich schon länger fest, dass ich allein wohnen möchte, muss, will. Die einzige person auf dieser welt, mit der ich im moment bereit wäre, mein leben (sprich wohnung) zu teilen, ist meine schwester. (nun gut, vielleicht würde ich vorübergehend bei george clooney auch eine ausnahme machen, aber nur, wenn er die espressomaschine mitbringt! )
leider lässt sich das hier nicht verwirklichen. Auch verschiedenen gründen. Der größte und wie immer entscheidende faktor ist das verdammte geld! In mumbai eine wohnung zu mieten ist scheiße-teuer. Und ich meine: SCHEISSE teuer! Nachdem mein visum bereits daran gescheitert ist, dass ich nicht genug geld verdiene kann man sich vielleicht ausmalen, dass ich hier nicht im goldenen gral schwimme…
außerdem gibt es bei einer wohnung auch eine unmenge an papierkram und dinge zu beachten, die mich die nächsten monate busy keepen würde…keine lust dazu (und ehrlich auch keine nerven, so schon genug papierkram an der backe). Multipliziere man nun mit der tatsache, dass man ja als foreigner auch immer noch einen „sonderstatus“ hat….klar, ne?

Es war also bis jetzt einfach immer günstiger in wgs zu wohnen, die es zusehends auch gibt. sie wachsen nicht wie champingons zur erntezeit aus dem boden, aber es gibt sie.
ich dachte also, ich bin durch mit dem thema. Dachte…!
schon im letzten beitrag konnte man vielleicht etwas …unmut..über die aktuelle situation herauslesen. Dieser hat sich wie ein ekelhafter fusspilz (was hab ich denn heute mit pilzen?) weiter ausgebreitet und ich habe mittlerweile das gefühl, dass ich in diesem haushalt für jeden quadratmillimeter freiheit kämpfen muss. Ständig werde ich angefahren, dass meine nasse kurta zu dicht an einen pinken bra hänge oder einen gürtel unsachgemäß auf dem fussboden hinterlassen habe….
und dieser ton erst…..
und ehrlich, ich bin drauf und dran zu platzen. Aber tue ich das?
und ich bin wirklich niemand, der anderen menschen ihre macken nicht lässt, habe ich doch selbst genug, aber irgendwann reichts! Inzwischen weiß ich schon nicht mehr, ob mich diese aneinanderreihung von dämlichen anweisungen allein nervt oder ob es an dem ton liegt.
Nun ist das hier aber ein raubtierkäfig der besonderen art und mir ist auch nicht neu, dass man sich in dieser stadt durchsetzen muss oder man wird verschluckt von ihr. Und ich lerne dazu, wirklich! Ich lerne das zu tun, was ich schon immer verabscheut habe. Toll nicht!?
aber zu hause, zu hause will ich meine ruhe!! Und das ohne eine jungen nordindern jeden zweiten tag klar machen zu müssen, dass sie sich gefälligst am riemen reißen und mich in ruhe lassen soll mit ihrem gekeife!

Fazit: ich will nicht allein wohnen, aber ich muss mein eigenes recht behaupten und das sagt: leave me the hell alone!

hier kommt ein dampfablassvideo, was thematisch woanders hin geht, aber doch auch irgendwie passt. so vom flow her. 😉

anya