blinzeln, atmen und glücklich sein

doch doch, es gibt sie. die orte in indien, die so aussehen, wie man sich indien immer vorgestellt hat (abseits der großsstädte). man muss die augen vielleicht ein bisschen zukneifen, aber sie sind da.
goa geht auf jeden fall, aber dort finden sich eh alle indienklischees versammelt. die guten und die schlechten.
ich war am wochenende in udupi (bundesstaat karnataka, unweit von mangalore) und es war schön. ja, nun, die augen habe ich etwas zusammengekniffen, aber man nimmt halt, was man kriegen kann.

hin, der bequeme weg: modern style! flug von mumbai nach mangalore dauert nur gut eine stunde (fast 1000 km). der flughafen ist dort sehr klein, irgendwie gemütlich. wir landen an einem samstag nachmittag und irgendwie fängt die entspannung schon dort an. etwas trüben tut die stimmung allerdings der taxifahrer zur örtlichen busstation. der will wieder zeit sparen/extra geld machen und wird unfreundlich, als er merkt, dass wir uns nicht darauf einlassen. *augen zukneif*
mangalore busstation und hopp ab in den nächsten huckelbus. das kenne ich schon von anderen tripps. wenn man nur einigermaßen gesund ist (bin mal mit magen/darm nach goa mit dem bus.. urgh) und das wetter mitspielt (ein andres mal 10 tassen schweiß gelassen im bus von alibaug nach murud im april 2010) kann das eigentlich ganz schön sein. so überall.

schringkling. und los gehts….

anderthalb stunden. der bus füllt sich merklich, aber es geht noch. die gleiche schleife an schlechten bollywoodsongs gehört auch dazu. 😉
in manipal angekommen müssen wir dann nochmal eine riskhaw zum eigentlichen ziel nehmen. das ist auch nochmal nervig, weil der fahrer beschließt, den preis zu erhöhen, weil wir ja „gepäck“ dabei haben. egal, augen zukneeeiiifen!!!

ich freue mich dort am meisten über die tolle frische luft (trotzdem feucht, kann trockene hitze nicht leiden) und: die ruhe!! 🙂
ich wiederhole den satz so häufig (wow, das ist so schön ruhig hier), dass ich wohl alle schon für hörgeschädigt halten müssen. sollen sie doch. ich genieße die hörauszeit!

ingesamt habe ich wieder das getan, was ich brauchte: nüscht! (altbewertes rezept) und mich nur etwas dem touridasein hingebeben mit einem sehr lohenswerten besuch im berühmten shri krishna tempel in udupi und einem besuch am meer.
erstes hat sich mehr gelohnt als zweiteres, liegt aber auch daran, dass ich da unterschiedliche erwartungen habe.
das tempelgelände war für einen wochenendtag um diwali herum erstaunlich leer und ruhig. perfekt auch eigentlich. unaufgeräumt und zum teil auch sehr dreckig natürlich, aber ein bisschen kuhscheiße hat mich eigentlich noch nie gestört. interessante architektur und gesungen wurde auch. geräuchert überall (like) und kleine stände mit nippes rund ums thema „indische spiritualität“ (juchu). wirklich schön. ich habe eine kette aus tulsiholz gekauft und endlich meinen buddha gefunden!!

am nächsten tag gefüllt mir ordentlich viel „nüscht“ sind wir dann später noch zum strand mit dem bus. das aus- und einsteigesystem der regionalen busse ist wirklich toll zu beobachten. der conductor ruft drinnen den namen, wenn man sich einer station nähert in einem nuscheligen singsang und hält dann den kopf raus, um draußen auszurufen, wo es hin geht. dann trillerpfeife in den mund: triiit, tritt, triit (für es steigen leute aus/ein) und dann ein langes triiiiiiiiiiiiit (für: es kann weiter gehn). dann durch die menge drängeln und kassieren. der hat wirklich was zu tun, der mann.
der strand selbst war ok, aber ich musste meine augen schon sehr zusammenkneifen, um es genießen zu können. das meer und der sand selbst waren sehr schön, aber…sorry für das blöde argument, einfach zu viele inder da. heißt: laut, hektisch und gestarre….davon wollte ich ja weg. nach dem zweiten arschgesicht, das heimlich versuchte, ein foto von mir zu machen (komisch, warum nur will ich keine wichsvorlage sein?!), hatte ich dann auch genug.
rückweg.

nach noch ein bisschen mehr ruhe und frischer luft ging es dann wieder nach hause, dieses mal nicht modern style, sondern indian style. eine lange zugfahrt entlang der westküste gehört zurecht zu einem der indienreiseklischees, die man einmal erleben sollte. die landschaft ist zum einen wirklich schön. und wenn man nicht die harakirivariante second class wählt (die europäer übertreiben es ja auch gern mit der „indienerfahrung“) dann kann so eine zugfahrt, noch dazu mit netter gesellschaft, sei sie auch 14 stunden lang, wirklich schön sein. alle paar minuten kommt jemand mit einer leckeren kleinigkeit vorbei (getränke und snacks) und wenn sich dann gegen elf alle auf ihre kojen verziehen, die decken ausgerollt und betten ausgeklappt werden, entsteht tatsächlich ein wenig ferienlagerathmosphäre. gut, da nerven immer ein paar leute (gern auch die goa touris) oder schnarcht ein dicker mann zu laut, aber he, nothing is perfect?!

alles in allem ein guter tripp also, und eine echte empfehlung von mir: Udupi! 🙂

anja

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6 Kommentare on “blinzeln, atmen und glücklich sein”

  1. andrea sagt:

    Ich mag den Eintrag. Weniger blümchen und auch weniger Gezeter. Ruhiger, so wie auch dein Kurztrip- da ist was passiert im Paralleluniversum.
    Ich muss dir zustimmen, dass ein waschechter Ossi mit jahrelanger Warnemünde-Kindheit die anderen Strände der Welt nur belächeln kann. Wie verwöhnt wir doch sind…hätte man nicht erwartet. Auch auf Sizilien konnte kein Strand mit unserer liebsten Ostsee mithalten.
    A.

  2. paralleluniversumanja sagt:

    warnemünde meine alte liebe….ja, da kommt nichts ran. 🙂

  3. Christoph sagt:

    Als ebenso Ostseeverwöhnter muss ich dagegen halten und sagen, Ahrenshoop und der Darß sind viel schöner als Warnemünde.

  4. paralleluniversumanja sagt:

    buuuuh, raus hier christoph!!

  5. andrea sagt:

    Pfff! Warnemünde for ever!

  6. Thea sagt:

    Der Darß ist schon ziemlich toll… weiße Strände, hohe Wellen und umstürzende Bäume vom Urwald an den Strand… da ist Warnemünde doch etwas städtischer veranlagt ^^ aber perfekt für ein paar Stunden Kurzurlaub. Meine Lieblingsstrände habe ich bisher in der Antalya Region gefunden, weiße Strände, klares, warmes Wasser und irgendeine griechische Ruinenstadt steht auch meistens gleich daneben… da kommt sonst kaum jemand mit.


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