mumbai ist eine halbinsel!

freitag. endlich feierabend. woche war lang und nicht einfach. ich freue mich auf ein wochenende. ich brauche ein wochenende.
ich habe die freude mein wochenende mit einem filmprogramm einzuläuten. lola rennt, ich stelle fest, wie sehr sich berlin verändert hat in den letzten 14 jahren und was für gute filme wir doch haben. jaja.
danach bin ich zu einem bier mit zwei freunden verabredet. nichts ungewöhnliches trotz alkohollizenzdebatte (über die ich eigentlich einen kleinen beitrag schreiben wollte….ähem). das woodside inn liegt gleich um die ecke, sie haben gutes bier, wenn auch gleich teuer ( würde ich in europa für ein bier 8 oder gar 10 euro zahlen?? ). leider ist es dort nach feierabend, und besonders gern freitag, ziemlich voll und vor allem: LAUT.
wir saßen dort also auf ein wasauchimmerpincher und versuchten ein gespräch. es überrascht mich selbst immer wieder und ist doch absurd, wie sehr man sich selbst an total unannehmbare zustände gewöhnt….so sehr dass ich den vorschlag, vielleicht noch woanders hinzugehen, wo es vielleicht etwas leiser/ruhiger wäre und man sich nicht über den tisch hinweg anschreien müssen, erstmal skeptisch abtat. nochmal bewegen…näähhhh.
idiot ich!
die dritte person, mit der ich und meine mitbewohnerin nämlich saßen, war besagter commandar dilip donde, von dem ich schon einmal berichtet habe. ein mehr als interessanter gesprächspartner in einer stadt voller menschen mit problematiken wie alkohollizenzen, verkehrssituationen und dem letzten batman movie.
er bot an, noch weiter in den süden der stadt zum sailing club zu fahren!!! ein exklusiver club (wie es ihn hier in der stadt in verschiedener ausführung für members und ihre freunde aller sorten gibt), der eigentlich den navy mitgliedern vorbehalten ist. tatsächlich sind die da auch sehr genau und so blieb mir ein besuch bei einer weiteren sehr lieben indischen freundin, die mit ihrem mann im navy viertel wohnte, auf sehr lange zeit verwehrt: sorry, no foreigners here!
egal, mr. donde ist ja sowas wie ein nationalheld und hat sein büro im gleichen gebäude wie der club.
wir fahren also weitere 10minuten den colaba causeway hinunter. die touristengeschäfte werden immer weniger, ein dörflicher charakter entfaltet sich, es wird ruhiger.
am club angekommen (ein bewaffneter öffnet die pforte und ich rechne eigentlich damit, gleich gefilzt zu werden) macht man uns dreien einen extra tisch auf der terasse fertig, die in der monsunzeit wahrscheinlich eher weniger benutzt wird. wir sind also allein auf einer riiiiieeesigen terasse und was soll man sagen: MEER!!! ich kann mein glück kaum fassen und stehe erst einmal eine viertel stunde fasziniert am geländer und atme die feuchte luft ein. lausche dem rauschen.
der kellner, der uns immer wieder bier und snacks aufs dach bringt, ist sehr leise und versucht wohl, der unsichtbare diener deluxe zu sein. sehr devot. komischerweise kann ich den gedanken nicht abwehren, dass ich das als sehr angenehm empfinde….? sicher nicht, weil ich devote diener mag, sondern eher weil sie einem sonst laut schrill und aufdringlich entgegen kommen. yes madaaaaam!!!
keine verkehr, kein möööp mööp weit und breit. ich kann meinem angespannten hirn dabei zusehen wie es innerhalb dieser wenigen minuten auf „normal“ fährt. ah, welch eine wohltat das ist, kann man niemandem beschreiben, der nicht schonmal hier gewesen ist….

auch das gespräch driftet in eine ecke, in der ich mich eigentlich nur fragen kann, was für einen unfug ich eigentlich tagtäglich in meinem leben fabriziere. es geht um die planung eines erneuten segeltripps um die welt und die menschliche herausforderung, die darin liegt, es allein ohne zwischenstopp zu schaffen. alles andere verblasst wohl vor diesem hintergrund, zumindest für mich an diesem freitag abend. es geht nicht so sehr um die argumente, die an diesem abend ausgestauscht werden. ich bin einfach nur mehr als dankbar für den inhalt des gesprächs.

die arbeit scheint sehr weit weg, büro, ganz mumbai. unfassbar das ich bald schon wieder in ein taxi steigen und nach „hause “ fahren werde.

doch auch das ist mumbai.

diese blasen gehören dazu. es  gibt sie noch. gottseidank.

also bin ich mal ganz still und zufrieden für einen kurzen moment und sage: danke. 🙂

ich ende mit einem märchenhaften video vom meinem lieblingsfisch und der frage: wann lerne ich eigentlich endlich mal anständig tauchen?

winke winke

a.

Advertisements