einmal neustart bitte

ach herrje, wo anfangen….
ewigkeiten nicht gebloggt und der grund liegt ganz deutlich vor mir: mein lebenstempo hat gerade überschallgeschwindigkeit erreicht. jedoch ziehen die ereignisse nicht unbemerkt an mir vorüber. eher doch habe ich das gefühl, sie rasen mit voller wucht mitten durch mich hindurch. das klingt aufregend und intensiv, ist es auch, hat aber einen haken, der mich besonders zum ende des letzten jahres wieder eiskalt erwischt hat. deshalb habe ich mir jetzt, sozusagen aus therapeutischen gründen, schreiben verordnet.

nachdem die letzten monate des jahres 2011 einem organisationsmarathon glichen, der irgendwie kein ende nahm, war ich zu weihnachten verständlicherweise ziemlich mit den kräften und nerven am ende.  ich war so am ende, dass ich am ersten offiziellen urlaubstag (der mich in die unendlich blaugelben strandweiten südgoas führen sollte) einen komplettausfall hatte. mein körper hat einfach schlapp gemacht, die notbremse gezogen und mir unmissverständlicih klar gemacht: nu ma schön langsam!!
harte lektion und keine schöne, aber wirksam.

der dann später angetretene urlaub in südgoa war einfach nur perfekt. ich hab das gemacht, was ich so dringend brauchte: nüscht! und das in aller ausführlichkeit.
selbst nach 5 tagen wurde mir lesen, schlafen, essen, schwimmen, rumliegen nicht langweilig!! hätte ich nie vermutet. ich kann also überhaupt nicht sagen, wie die gegend ist. habe sie auf der taxifahrt von margao gesehen und zurück. sieht gut aus….soweit.
über die bushinfahrt (ein 14h marathon nachdem wir den zug ja nicht nehmen konnten) und die rückfahrt mag ich eigentlich nichts erzählen, waren sie doch einfach nur durchschnittlich indisch und mittel zum zweck. 😉

inzwischen bin ich also schon wieder ein paar wochen wieder im büro. die arbeit stürzt schon wieder in bächen und ich merke aber: ich kann das ab. und ich will das auch so. ich mag mein leben hier. (obwohl ich gerade vor zwei tagen in einem gespräch mit einem indischen freund heftige zustimmung bekam bei der aussage, dass einen diese stadt ja eigentlich nie in ruhe lässt und immer dann wenn man sich in sicherheit wägt mit erschütternden ereignissen aufwartet. also obacht! ) ich finde es auch nicht soo schlimm, dass ich nicht wirklich zum rumreisen gekommen bin (bis jetzt). ich bin zum arbeiten angereist und bei Gott, ich ARBEITE. ist meine entscheidung.
ruhepausen müssen sein, ja, das habe ich verstanden. und sollte es so etwas wie einen guten vorsatz für das jahr geben für mich, dann wäre es wahrscheinlich dieser.

denn was mich wirklich gegen ende des letzten jahres am meisten gestört hat (neben dem nervösen zucken meines rechten augenlides ) war die tatsache, dass ich die ganzen wundervollen projekte, menschen und momente, die mir hier praktisch täglich in den schoß gelegt werden, gar nicht mehr genießen kann. es rauscht und rauscht und man lebt so neben sich selbst her. das geht ja auch nicht.

auf jeden fall reift die erkenntnis in mir, dass ich nach diesem projekt ganz dringend eine längere auszeit brauche, um zu verdauen. oder? was passiert, wenn man einfach so überholspurmäßig durch lebt? ich rede jetzt nicht von sex, drugs and rock’n roll…ich meine einfach nur schnell und extrem intensiv. geht das gut? gehts nicht auch n bisschen gemütlicher…

winke
a.

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