ich schreibe also bin ich….bin ich?

nachdem ich hier böse angeranzt wurde von meiner lieben, viel beschäftigten und ebenfalls viel schreibenden freundin dani…geb ich mir mal n ruck und schreibe übers nichtschreiben. ich schummle sozusagen.

also: der vorwurf besteht ihrerseits darin, dass ich doch jede menge zeit zum schreiben hätte. das stimmt wohl. obwohl ne, eigentlich mehr denn dies hier ist ja keine freiwillige auszeit!
nun kann ich mir gut vorstellen, dass meine in der ferne gebliebenen bloggingfreunde durchaus an einer kritisch, differenzierten darstellung meiner erlebnisse in deutschland interessiert wären. zumal ich echt rumkomme. samstag gehts nach döbeln-yeah! aber! aber, mal ehrlich….über deutschland bloggen, echt? das ist doch öde und beliebig, einfach so. da brauch man doch n filter, ein thema oder ganz einfach einen grund. ich hab keinen grund. ich bin ja eigentlich gar nicht hier. ich übe mich in yoga, meditation nur um meinen geduldfaden (der seit mehreren monaten aufs heftigste strapaziert wird) weiter geschmeidig zu halten.
Und ganz ehrlich, im Moment kann ich beide nicht besonders gut leiden: deutschland und indien. jaaa, deutschland im frühling ist total schön und alle sind jetzt besser gelaunt, wo endlich sonne scheint und hey, william&kate heiraten ja auch bald (morgen?), aber mpf…wie öde.

worüber also schreiben?
darüber, dass ich angst habe, indern in dtl zu begegnen? nichts lege mir ferner als eine offen gezeigte geste der verbrüderung und wenn ich noch einmal betonen muss, wie TOLL indien ist….
wirklich, ehrlich mein alptraum. auf der einen seite wünsche ich mir nichts sehnlicher, als mich endlich wieder meiner arbeit in schwüler hitze widmen zu können und andererseits renne ich hier möglichst schnell davon, so es bald irgendwo auch nur annähernd nach curry/knoblauch/ingwer-paste riecht.
so würde ich nie indisch essen gehen hier (und dabei fehlt mir das essen so). bollywoodfilm hab ich dieses jahr noch keinen einzigen gesehen (KANN man sich das vorstellen!!). treffe ich einen inder auf der straße, erwische ich mich bei bösartigen gedanken, die ihm das böseste andichten.
ein gegenbeispiel hab ich: ostermarkt, orientalischer schnickschnackräucherstand. man kennt das: diese stände sind ungefähr so autentisch, wie das oktoberfest in mumbai!! ich krieg da jedes mal pickel!!!
… aber ich wollt ja was nettes sagen, genau. begegnete dort nämlich letzten montag zwei inderinnen (unverkennbar in salwar kameez mit turnschuhen und schal), die sich doch tatsächlich die tücher an diesem stand näher anguckten. ich hörte also „yeh chota hain“ und freute mich wie ein tanzbär, weil ich verstehen konnte, dass ihr dieses exemplar wohl zu klein/kurz war…ach nee.

ja, über solchen schrapel könnte ich wohl bloggen. aber echt, wer will das denn lesen??


nee nee neeeeeee….

anya

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geist vs moneten ODER erst die kasse dann die kunst

jaaa, ich gebe es zu, ich bin idealist. ich weiß, das ist schon etwas old fashioned, aber das lässt sich leider nicht mehr ändern. ich lebe und brenne immer noch für meine projekte. und wenn sie untergehen, dann ich mit. dem ist so. macht mich wohl zu einer raren spezies. wer weiß, ob sie überleben wird…

zu diesen hilflos veralteten wertevorstellungen gehört auch die, dass diese welt kunst und kultur braucht. dass ein austausch notwendig ist und ja, dass da was bewegt werden kann. gut, wir reden hier oft von tippelschritten, vom kulturellen schneckentempo, aber mein idealometer sagt mir da: jeder schritt in die richtige richtung muss getan werden.

die momentane frage lautet: wie den mut nicht verlieren, wie weitermachen trotz diverser niederlagen?
wie gegen das gefühl ankämpfen, dass man für ein projekt für welches man sehr stark brennen muss oder es auch gleich sein lassen kann, vielleicht gar nicht gewollt ist oder anders: wie kann außenpolitik sich gegen kulturprojekte wenden, für wirtschaftsabkommen aber die tür aufhalten?
macht das alles sinn? die ganze arbeit und energie, die in einem einzigen filmabend in fremder kultur stecken und dem, was letztlich „dabei rum kommt“?

ich muss ehrlich gestehen, ich zweifle. zum ersten mal seit …überhaupt.

hat jemand schon länger als ich im geschäft und was kluges beizutragen?

hau, das alte zonenkind hat gesprochen (mit wort, bild und musik)
anya (pepa)