german food is the best…?

am letzten montag war es endlich soweit. ich bin endlich gaaaanz oben auf der leiter angekommen! das konsulat lud MICH (und meinen unsichtbaren partner) zum dinner ein!!  na gut, anlaesslich den 20. jahrestages des wiedervereinigung waren auch einige andere gaeste geladen…
ich war ehlich ziemlich gespannt, wenn auch schon meiner natur angepasst, am zweifeln, wie dieser empfang ablaufen wuerde. haendeschuettel und laechel laechel veranstaltungen waren auch nie so ganz mein ding…das mag einige hier, ueberraschen, ja!
meine laune verschlechterte sich schon zum ersten mal zusehens, als ich mich der frage des dresscodes stellen musste. um eine seeeeehr langes thema kurz zu machen 😉 ich entschied mich fuer eine neue hose (churidar) und eine geliehene kurta und geschenkte lederschuhe (fritzi, pakistanische schuhe beim deutsch-indischen dinner. ich finde das wegweisend!).
ich muss ehrlich gestehen, es gab zwei gute gruende, dort hinzugehen, die jeder wohl verstehen kann.
1. location: taj mahal hotel!!! realistisch betrachtet wird es noch ca….aeonen dauern bis ich mir ein zimmer, essen oder irgendetwas dort leisten kann (abgesehen von der frage, ob ich das auch will)
2. deutsches essen!!!  stichworte sind: sauerkraut, champis in sahnesosse und lachs!!!nicht zu vergessen: broooooot!!

was laesst sich also zu punkt 1. sagen? ich finde, das hotel reicht leider an seinen ruf nicht heran. oder: in einem land, wo eh schon alles glitzert und funkelt koennen mich ein paar kristallkronenleuchter und goldsaeulen leider nicht sonderlich beeindrucken. gucci-taschenlaeden haben mich eh noch nie beeindruckt und der aufgang zum ballroom erinnert mich irgendwie an eine mischung zwischen leo und kate) titanic ballroomtreppe und dem rathaus in erfurt.
in raum nummer 1 fand dann auch der erste teil des abends statt. stichwort hier: kultur. ich als kulturtante muss mich an dieser stelle beschweren…naja, gut, vielleicht nicht so harsch.
aaaber! das die indische nationalhymne auf barockinstrumente vorgetragen wurde, fand ich noch ganz nett. das ich dazu aufstehen muss, kannte ich aus dem kino (dazu wird man hier gezwungen, ich habe es aufgegeben, an dieser stelle zu protestieren). im anschluss kam dann allerdings die deutsche hymne und ehrlich, ich als nicht-nationalist…anti-nationalist haette mich nun gern hingesetzt. wie ich an den reaktionen meiner landsgenossen um mich herum bemerken konnte, war ich auch nicht die einzige. aber alle blieben stehen. sehr seltsam. und dann klingelte irgendwo hinten ein handy und die absurditaet erreichte eine vorlaeufigen hoehepunkt.
aber noch schlimmer war, und das sage ich durchaus mit etwas trauriger miene, die rede unseres neuen generalkonsuls. die art und weise, wie er ueber die wiedervereinung sprach, finde ich mehr als nur unangebracht und liess mich mit der frage zurueck, ob das die version sein wird, die sich in 100 jahren in den geschichtsbuechern finden wird. eine schwarz und weiss befreiungsgeschichte eines geteilten landes. ganz schlimm plakativ.
ich mein, wie gut/schlecht kann die rede eines diplomaten (die werden doch fuers schoen reden bezahlt!  ) sein, wenn sie ein mitglied des zu vertretenden staates in solche einer weise kompromitiert, dass diese person am liebsten einen harten gegenstand in form eines hammers (sichel wird fuer den notfall einbehalten) auf die tribuene geworfen haette (mit inschrift: sprich nicht so von meiner heimat!!)…??

anyway, ich hab das ueberlebt und bin daran gewachsen….!  

dann musik….die war gut, wenn auch eeeetwas zu lang.

zu punkt2.
aaahhh, welch eine wohltat: sauerkraut und leberkaes! i was happy! naja, almost. ich musste naemlich stehen zum essen!! und das, liebe freunde der europaeischen gastronomie, geht ja nun mal gar nicht!!!
ich verstehe, dass dort wenig platz war. trotzdem. ich will sitzen!
leider kein kummerkasten in der naehe, wo ich meine beschwerde in papierform einreichen kann…daran muss noch gefeilt werden.
versoehnung: ich hatte warmen apfelstrudel plus vanilleeis zum nachtisch!! heissa! toll!

dafuer liebes konsulat: vielen vielen dank!

ob ich allerdings mit dem vorlauf naechstes jahr nochmal komme… 🙄 muss ich mir erst noch ueberlegen.

sollte ich an diese stelle noch ein bisschen ueber die wirtschaftsbosse-ehefrauen bitchen??  i cooouuld! aber das eruebrigt sich wohl…

alles in allem also ein sehr zwiegespaltener abend zwischen heimatweh und wut ueber die praesentation derselben.

wie sagt man so schoen: alles gute ist nie beisammen!
lg anya

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4 Kommentare on “german food is the best…?”

  1. Daniela sagt:

    Ha Ha… Die Ballräume der großen Hotels sind nie so goldig, wie man das erwarten könnte. Für mich ist das eine Mischung aus übermäßiger Abnutzung und „Ist ja eh bloß Hunz&Kunz, also wozu anstrengen?“. Oder vielleicht bin ich durch die Milliarde Hochzeiten in einer Milliarde gleich aussehender Festhallen auch einfach nur ein bisschen jaded?.

    So, der neue Konsul…. nicht so der Reißer, was? Letztes Jahr gab es eine sehr unterhaltsame Rede. Das lag daran, dass der Konsul in all den Jahren seiner Tätigkeit den scheußlichen deutschen Akzent nicht abgelegt hatte und er so den Eindruck vermittelte, als seien Ansprachen nicht so sein Ding. Das alles verlieh ihm einen jungenhaften, schelmischen Charme … gepaart mit etwas Unprofessionalität, die ich ihm nicht verübelt habe, weil es unterhaltsam und witzig war.

    Stühle… na ja, ich fand, das hat die ganzen indischem Industriellen-Schickimickis wenigstens nicht zum Verweilen eingeladen. Das war doch die Sorte, die ihren „sozial Niedergestellten“ nicht in die Augen gucken kann vor lauter Selbstverherrlichung.
    Aber du solltest nicht so viel meckern. Remember, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. 😉
    Ich musste mich zu Hause mit Sulawein frustbesaufen, also schätze dich glücklich.

    • paralleluniversumanja sagt:

      ich mochte den vorgänger sehr gern. ich gebe zu, er war etwas steif, aber wenigstens sympathisch. und: ich habe ihm immer gern zugehört! 🙂
      bin ja sogar mal im selben pool wie er geschwommen! 😀

  2. teodoraa26 sagt:

    Ich glaube als Europäer ist man nie sonderlich von Palästen beeindruckt, weil man all die viel größeren Schlösser etc. schon als Kind abgestiefelt hat… Ich erinnere mich noch als ich in Toronto, die Casa Loma besuchte, was als die Touristenattraktion gehypt wurde und die kleine Villa, konnte mich nun wirklich nicht vom Hocker reißen.. aber Amerikaner sind begeistert, na also.
    In Ottawa waren sämtliche diplomatischen Empfänge (nicht nur den deutschen) auch alle nur im Stehen zu absolvieren… das hat wohl eher etwas mit dem Diplomatenzirkus als mit dem jeweiligen Herkunftsland zu tun, deswegen wurde man dennoch nicht mit irgendwelchen Hymnen belästigt. Und ja, Westdeutsche outen sich gerne als Anti-Ostdeutsch und vorallem Anti-Berlin. Und wenn er jetzt schon Generalkonsul ist, dann wird seine Laufbahn sicher bereits vor 20 Jahren begonnen haben… Zumindest hatte ich es öfter gehört, wenn etwas nicht funktionierte, hieß es dann als geläufige Redewendung: Da arbeiten wohl Ossis…

    • paralleluniversumanja sagt:

      ok, dann hat das mit dem stehen also prinzip…mmh…ich finds trotzdem doof!

      der aktuelle hat seine laufbahn vor geschätzten 35 jahren begonnen. dies hier ist seine letzte station vor der rente.

      und gegen die ossi-vorurteile wehre ich mich hier mit allen kräften!!pah! habe allerdings auch schon vorteile (nur zwei buchstaben von ersterem entfernt…mmmh…ist mir noch nie aufgefallen)einer kindheit in der zone feststellen können, die mir hier sehr von nutzen sind. ganz vorne weg: das improvistaionstalent!
      für dani gilt hier das stichwort: tape! 😉


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