schummelartikel

ich hatte eigentlich ne richtig gute idee, wie ich den menschen in der unindischen ferne erkläre, was hier letzten montag los war.
echt!
da mich aber die harte realität schon vor einer weile mir der erkenntnis konfrontierte, dass ich zwar gerne schreibe, aber keinerlei ambitionen zur profession habe (heisst null disziplin und ehrgeiz)…. bzbw, nicht mal den satz kriege ich zu ende! 😉
nein, im ernst: entweder ich schreib den beitrag oder das interesse ist dann weg nach zwei, drei tagen.

ich hatte also eine wirklich gute idee. die fing in etwa so an: man stelle sich also vor, cdu und fdp würden das volk mit immer wieder kehrenden spontanen steuererhöhungen quälen (wirklich schwer vorzustellen). als nächstes stelle man sich nun vor, die grünen und die linke würden (ganz im stil der 68er) zu einem generalstreik aufrufen…

ja, weiter bin ich nicht gekommen. ich kann nur eines sagen: sehr absurd, wie innerhalb eines tages ein verängstiger ausnahmezustand hervorgerufen, missbraucht und dann sofort wieder relativiert wird. denn dienstag morgen war alles bei „normal null“….

für ein paar mehr details aus deutscher sicht empfehle ich wieder dani.

aktuelle situation hier:

winke
anya

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das rascheln meiner mutter

für meine mutti

Ich bin nunmal tendenziell eher ein Nachtmensch. Keine Neuigkeit. Egal, wie sehr ich mich bemühe, vor zwölf komm ich selten ins Bett (und muss es oft auch nicht). Meine Ma allerdings steht sehr früh auf und fällt, egal wie sehr SIE sich bemüht, gegen 22uhr deutscher Zeit in einen wohlverdienten Tiefschlaf.
Das hat zur Folge. dass wir eigentlich nie zur selben Zeit ins Bett gehen. Ehrlich gesagt, kann ich mich an das letzte Mal als dies der Fall war, nicht mehr erinnern. Schade eigentlich, denn dort werden doch die schönsten Geschichten erzählt-beim Einschlafen. 🙂

Allerdings kommt es als Folge dessen zu diesem mindestens ebenso anheimelnden Ritual:
Nachdem ich mein Badritual beendet habe (immer dieses verdammte Zähneputzen!) schleiche ich ins dunkle Zimmer. Der Lichtschalter im Flur knackt immer etwas zu laut und die Tür quietscht in einer Art, dass ich immer befürchten muss, die Maharani zu wecken…
na dann würde ich vielleicht was zu hören bekommen!-Unverständlich, aber zornig!! 😉
Also schnell mit Schwung die Tür zu.
Umdrehen. (180°)
Einen guten Schritt vorwärts in Richtung schemenhaft erkennbares Fenster. Die rechte Hand tastet nach unten zur Bettkante. Schon einige Male habe ich mich dort böse gestoßen! Und fluchen geht ja nicht wegen Löwen-Mama, also Obacht!!
Langsam, laaangsam links von der Bettkante entlang schleichen. Eins, zwei, drei Schritte.
Wieder abbiegen, der Kante folgend.
Noch mal zwei Schritte. Ah. fast geschafft. Vorsichtig hinsetzen.
Falls Handy, Glas Wasser oder Taschentuch abgelegt werden muss, kann das vorsichtig auf 2Uhr erledigt werden. Des öfteren habe ich schon den einen oder anderen Gegenstand auf den Tisch gedonnert, weil ich die Höhe unterschätzt habe…RUMS.
Jetzt erstmal hinlegen.
Dann möglichst rasch eine bequeme Liegeposition finden. das ist sehr schwierig für mich, ich bin ein Wühler…

Und wenn ich dann Glück habe, kann ich nun einem der beruhigensten Geräusche dieser Welt lauschen: dem gleichmäßigem Atmen meiner schlafenden Mutter.

Wenn ich allerdings Pech habe, lausche ich dem wohl zweitschönsten Geräusch dieser Erde: dem Schnief-Schnarchen meiner Mutter. Sie ist keine von den Säge-Schnarch-Ratzern, nein nein. Eher eine Fieb-Schnief-Vertreterin.
Ich weiss nicht, wie es anderen Betroffenen damit geht, ich allerdings, weiss dann nie, wie ich mich verhalten soll. Natürlich stört es mich und die Beschäftigung damit hält mich wach. Ich kanns nicht einfach ignorieren, geht nicht.
Ich trau mich aber auch nicht, etwas zu unternehmen. Der Schlaf  (der Mutter) ist heilig, oder?
Und ein zweites Gefühl hindert mich: Mitleid.
(Nein, nicht mit mir selbst!)
Denn wie in so vielen Dingen bin ich auch hier sicher, ihr in diesem Punkt zu folgen. Und wer wird sich dann so viel Gedanken um mich machen? Mmh? Die einzelnen Nuancen der Schnief-Röchel-Ratzerei erörtern und noch wichtiger: ruhig beseelt einschlafen, wenn ein gleichmäßiger Atemzug dem nächsten folgt und sich denken: könnte ich diesen Moment doch nur konservieren…

anya