kkr 1-2010

ehe die kleinigkeiten verloren gehen, die keinen gesamten eintrag hergeben, hier eine sammlung

1.ampelkoalition

auf meinem mini-ausflug nach ahmedabad (der genauso lange dauert, dass man gemütlich eine folge „2 and a half men“ gucken kann), von dem es nicht viel zu erzählen gibt, denn ich war beruflich da, ergab sich auf dem hinflug folgende situation.
ordentlich, diszipliniert und unglaublich zuverlässlich wie wir deutschen sind, bin ich natürlich zeitig beim check-in und darf noch wählen: „fenster oder gang, madaam?“. fenster natürlich!
ich sitze und warte also auf abflug (und damit auch darauf, dass in dieser verschwitzten kiste ENDLICH die klimaanlage angeht!!) als meine mitsitzenden eintreffen. ich erblicke also einen älteren sehr dicken mann in ein rotes tuch gewickelt „aha, guru“ und seinen assi gleich daneben. dieser quetscht sich also in den mittelsitz und der guru nimmt am gang platz. obwohl von „platz nehmen“ eigentlich nicht die rede sein kann, denn er ist WIRKLICH dick. so dick, dass der steward mit einer extention für den sitzgurt angerannt kommt. hab ich auch noch nie gesehen: eine verlängerung für den sitzgurt…
er scheint doch etwas besonderes zu sein, denn ihm wird von seiten des boardpersonals auch besondere aufmerksamkeit zu teil…vermute ich. zumindest bekommt er leckeres obst, während ich schlechtes flugzeug essen bekomme (halbwarmes dal und ekelig süßen kuchen).
als wir drei also so vor uns hinfliegen schaue an mir herunter. ich trage eine grüne kurta. der assi neben mir trägt das typisch indische gelb/orange, der guru: tiefes rot!
KLASSE!! wir sind ne ampel! 😀 das bezieht mich ja auch irgendwie mit ein.  ich freue mich über diese entdeckung! kann sie aber leider nicht teilen…naja, jetzt hier halt…
als ich dann aussteige, kommen mir mehrere männer entgegen, die begrüßungsgirlanden bei sich tragen. „aha, guru“ denke ich wieder. auf ihren gesichter spiegelt sich vorfreude wieder…
und ich? ich hab trotzdem keine ahnung, wer das war.
zwei tage später fahre ich in der rikshaw in ahmedabad irgendwo hin und halte an einer ampel. blick fällt nach links (nur nicht zu interessiert gucken, sonst fühlt sich hier noch jemand angesprochen) und da sehe ich doch tatsächlich einen riesen aufsteller mit meinem dicken guru! er „tagt“ wohl hier in der stadt für eine woche und lehrt fleißig. schön, denke ich. müsste man eigentlich mal hin.
kann ich aber nicht, fliege schon morgen.
bye bye guruji!

2. station

nix für anfänger! local train fahren.
wäre die inetverbindung zu hause schneller, würde ich jetzt mal meine alten beiträge verlinken…mach ich vielleicht später.
jedenfalls fiel mir doch neulich auf, wie sehr ich schon denm täglichen trott einverleibt wurde…kaum noch aufregung. eigentlich schlafe ich immer sofort ein, sobald ich da einen sitzplatz bekomme… irgendwie muss man seine energiereserven ja auffüllen in diesem hektischen metropolen-dasein! 😉
ich gucke auch kaum noch aus dem fenster auf der suche nach der station (wo sind wir gerade?). ich steige ja eh meistens erste ein und letzte aus…
und: ich bin inzwischen in der lage, eine stationen an ihren untrüglichen zeichen zu erkennen:
bandra zum beispiel am gestank der flussüberreste, die man überqueren muss.
andheri an den menschenmengen, die sich da raus und reinquetschen (zusätzlich!)
meistens abends bleibt der zug immer wartend stehn kurz vor jogeshwari, was allerdings kann eindeutig an durchrennenden muslimen zu erkennen ist. kurze erklärung: an der station kann man ausnahmsweise von beiden seiten einsteigen. deshalb nutzen das viel gern zum platform-wechsel. männer UND frauen. und kinder. und verkäufer….
allerdings sind ja nur ein paar sekunden zeit, also hört man meist ein „zzzt“ (übliches geräusch zur warnung a la „achtung“) und husch….da rennen sie durch. und es sind IMMER muslime mit käppchen und so. vielleicht liegts an der uhrzeit, wenn ich abends heim fahre? vielleicht kommen sie gerade vom abendgebet? keine ahnung…

3. die lauteste mall auf der welt

gestern war ich mal wieder in einer neuen einkaufsmall (das hört ja auch nie auf, schließlich bin ich eine frau!)
aber da wars soooooo laut!! das kann man sich nicht vorstellen.  denn schließlich ist mumbai ja IMMER laut.
aber in dieser frisch gekühlten mall dudelte überall unglaublich laut schlechte musik. in den gängen und in jedem einzelnen gottverdammten geschäft. die verkäufer mussten die kunden förmlich anschrein: VIELLEICHT WOLLEN SIE DEN SCHUH NOCH IN BLAU ANPROBIEREN MADAAAAAM???!!
aber niemand stellte das in frage? warum auch? ist eben so. argh…
in einem größeren geschäft (a la karstadt mit verschiedenen abteilungen) wurde ich erst ganz böse von kosmetikverkäuferinnen überfallen (ich war SEHR wütend hinterher, denn die schienen nicht verstehen zu können, dass man seinen nagekllack gern selbst aussucht und eben nicht in den hintern geschoben bekommen möchte!!!! ) und dann fand in einer der drei etagen so ein tumper kinderwettbewerb statt mit einer schlecht quietschenden moderatorin und wir ALLE in ALLEN drei etagen durften ihrem geschrei zu hören: KIDS; DON’T FORGET: WE ARE ALL HERE TO HAVE FUN; OKAY??!!
ich konnte nur noch laut antworten: nooooooo!! was ich wirklich getan habe, um meinem unmut luft zu machen. irgendwer muss ja schließlich mal auf das „problem“ aufmerksam machen!!! die verkäufer lächelten zwar über mich, aber ich konnte sehen, dass sie sofort verstanden, was ich meinte. ich war also nicht die einzige, die überhaupt NULL interesse an dieser art oralen belästigung hatte.
there is still hope.
i hope…

winke

anya

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2 Kommentare on “kkr 1-2010”

  1. Ulla sagt:

    Entdecke das jetzt erst, Anja, die Ampelkoalition – das ist sooo lustig! 😀


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