sonntäglicher kunstsalat

gerade wenn man dabei ist, den lang ersehnten absprung endlich zu machen und das immer währende mantra „ich verlasse leipzig“ wie ein räuchstäbchen das zimmer einweht, wirds wieder interessant. aha
letzte woche wedeln mir also gleich zwei interessante projekte entgegen.

1. „art project for peace“ im clara zetkin park
ich lümmel mich ahnungslos auf der wiese rum (furchtbare angst beschleicht mich inzwischen, wenn ich die blätter am baum auf der anderen straßenseite ansehe 😕 ) und sehe in der ferne die brücke, deren name ich immer vergesse, (stichwort eiswagen und nervesingetyp). geschmückt mit fähnchen…?
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aha, gleich mal hingucken…trabe also hin und sehe rechts und links eine reihe von fahnen aufgereiht. an den enden hängen listen, die anzeigen, welche fahne zu welchem land gehört und in der mitte der brücke befindet sich ein labyrinth… aha? 🙄
ich näher ran und angucken, dabei fand ich das folgende erklärungsblatt:
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schön! mehr davon!!

2. promemoria (diese gruppe bzw ihre veranstaltung hat leider unheimlich viele namen, die etwas verwirren)
was ich der durchaus sehr neugierig machenden, aber auch etwas wirren pressekonferenz entnehmen konnte (neben den zwei leckeren stück kuchen… sorry, erst das fressen etc… ), ist das folgende:
leipzig würdigt den 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution mit einem veranstaltungspaket, zu dem es hier mehr infos gibt. ich kann noch nicht sagen, was ich von den einzelnen projekten halte, da ich mich noch nicht wirklich damit beschäfigt habe (und zum fraglichen zeitpunkt ja wahrscheinlich/hoffentlich gar nicht in le bin…). allerdings kann ich sagen, dass ich kein großer freund von peinlich stillen und emotional aufgeladenen wir-gedenken-veranstaltungen bin.
ein konglomerat von verschiedenen jüngeren leipzigern (nicht nur an alter sondern zum teil auch an gelebter leipzigwohnzeit) möchte diesem kompakten programm nun etwas hinzugeben (es wurde extra betont, dass dies keinen gegenveranstaltung sei, was ich auch schade gefunden hätte). mit eigenen denkansätzen zum thema „wendeerfahrungen“, „deutschlandgeschichte“ und überhaupt. find ich erstmal gut und ich werd sicher auch versuchen, die eine oder andere veranstaltung zu besuchen. so komm ich zum beispiel hoffentlich endlich mal dazu die deutschlandtriologie von schlingensief komplett zu gucken.
was mich ein bisschen stört, ist der doch realtiv elitäre charakter. nichts gegen gut durchdachte konzepte, aber nicht jeder, der bereit ist, sich mit der eigenen geschichte auseinanderzusetzen (und das mag ja schon was heissen), tut dies auf so intellektuelle weise… ich befürchte also, dass sich der eine oder andere leipziger abgeschreckt fühlen könnte… was wirklich nicht nötig ist, aber denkbar. anyway, jedem seine form. ich bin dafür!
shanti, peace, over and out.
eigene meinungen kann man sich ab 1.09 dann hier bilden.

nun gefällt mir also meine geradenochheimat wieder ganz gut (spätsommer fügt dem einiges hinzu) … und ich denke fast, ich könnte es noch etwas länger aushalten, aber NEIN NEIN NEIN, es muss endlich weitergehen.
und darüber, dass das schlechtest funktionierende amt in diesem staat immernoch und mit nachdruck versucht, meine eigeninitiative in diesem punkt zunichte zu mache (und sie gleichzeitig einfordert, wie idiotisch), lasse ich mich an dieser stelle lieber nicht aus, denn es ist ja sonntag. wahlsonntag in sachsen noch dazu. und da ich meine stimme noch nicht abgegeben habe…mach ich jetzt mal schluss für heut und hinterlasse euch ein stimmungsbildchen… thema: mein leben zwischen

DSC00517 und

mahlzeit!

anya

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kommunikation heute

meine güte, wie die zeit rennt…wie lang bin ich jetzt aktiv online? ich mien web2.0 mäßig? einige wenige jahre nur und was hat sich nicht alles getan! :O
angefangen mit mails, dann foren, dann bloggen und jetzt neue kommunikation a la facebook und co…hammer! wächst und wächst und wächst.
schön.
ab und zu bleib ich kurz stehn und gucke drauf. wie jetzte.
wirklich seltsame bekanntschaften habe ich so gemacht. also seltsam waren nicht die dadurch kennengelernten (ganz im gegenteil), sonder die art und weise. naja, in ein paar jahren wirds wohl normal sein, seine freunde nicht mehr auf der arbeit oder beim sport oder in der kneipe zu finden, sondern eben online.
(muss ich an dieser stelle sagen, dass ich nichts gegen kennenlernen face to face habe?)

am anfang noch zaghaft und voller zweifel (welche nerds treff ich denn hier?) piep doch schon bald mit positiver energie nach vorne stürmend hab ich wirklich ein paar tolle menschen gefunden und einfach unheimlich viele möglichkeiten entdeckt! 🙂

meine bis jetzt verworrendste findung war anja aus hamburg: ich googel mich also selbst (inzwischen ein MUSS). komme auf einen blog von einer namensvetterin, die wie sich herausstellt, auch in indien war!! :O ick glob, ick spinne! also: kontakt aufnehmen…
nach einigem hin-und her geschreibe und etliche kommentare später entwickelt sich sowas wie eine nette kommunikation und wir sind schon dabei uns zu verabreden, als ich feststelle, dass sie gar keine „echte“ namensvetterin ist!!
google hat da einfach was vertauscht, durcheinandergebracht und vermischt. klasse!
EGAL!!
inzwischen war ich sie besuchen und wir haben eine nette kneipentour hinter uns (pauli’s nächte sind lang…) und ich werd wohl demnächst desöfteren mit meiner halbnamensvetterin um die häuser ziehn!

indien halt ich mir warm, berufskontakte werden zumindest auf lauwarm gehalten und alte bekannte aus längst vergangenen epochen auf stand gehalten.
i must say: yes, ich bin web2.0 fan!

so, ich muss mal ins bette. uff, soviel kommunikation macht müde…echt arbeit! 😉

in diesem sinne: ein prosit der (web)gemütlichkeit!

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es winkt die anya


sommer09

schon desöfteren hab ich mich gefragt, warum ich beim reisen immer so glücklich bin…?
sobald ich den zug betrete (manchmal tuts schon das betreten des gleises. allerdings kann man das nicht reproduzieren, wenn ich einfach nur so zum bhf fahre, passiert nix) fallen alle alltagssorgen von mir ab und ich entspanne mich. lasse los.
das „sich fort bewegen“ löst eine art leerzustand in mir aus, der anders noch nie erreicht wurde…dieser zustand kann stunden andauern (je nach zugfahrt) und heisst „pause“ fürs gestresste bewusstsein. herrlich. (dafür könnte doch mal ne droge erfunden werden. oder gibts die schon? sie müsste allerdings günstiger als die tickets der db sein!!)
wach und entspannt. 🙂
und dann die vorfreude auf das ankommen in fremden gefilden! großartig! alles riecht anders, sieht anders aus und ist ein bisschen fremd. das frischt irgendwie auf.
sollte ich mein lebensgefühl in einer fortbewegungsform darstellen, wäre es sicher der zug. oder ein ständiges laufen.
die frage nach dem davon laufen stellt sich. muss aber verneint werden. es sei denn, es gäbe ein weglaufen vor dem nichts. eher würde ich es als ein „hinlaufen“ bezeichnen. nur das ziel ist eben unklar. alles klar? 😉

eigentlich will ich erstmal auch gar nirgendwo ankommen…oder doch? 🙄

zum thema ankommen: habe letzter woche an einer wunderbaren hochzeit teilgenommen, die wiedermal alle kanäle öffnete und die wirklich nicht mehr notwendige, aber nichstdestotrotz existente frage  nach der PRIVATEN zukunft aufgerufen hat. moooooment, moment, ruft da eine kleine stimme2 in mir. im moment solltest du erstmal nach der beruflichen zukunft ausschau halten und daran arbeiten. stimme1: aber gehört das nicht irgendwie auch zusammen? stimme2: schritt für schritt mädchen. schritt für schritt (denkt jetzt noch jemand hier an new kids on the block?)

ich gehe/ fahre also schritt für schritt durch den august und komme nirgendwo an, bin aber glücklich dabei. aha
ist aber auch zu schön in deutschland im sommer…wenn er denn mal kommt. und am schönsten ist deutschland eben aus dem zug. durch die dörfer rasen, die felder vorbeiziehen sehen, hier und da eine kuh oder ein schaf und dann ppffffft….stop an einer stadt…türen gehen auf und der typische bahnhofs-neue -stadt-geruch steigt mir in die nase (und das ist, im gegensatz zu mumbai, eine schöne sache!), der leider nur kurz andauert.

vielleicht fühlte ich mich deshalb auch in großen städten immer wohler als auf dem lande (die freude über frischen grasgeruch und absolute stille reicht bei mir immer nur für ein paar tage, dann nervts). weil die bewegung, man mag sie hektik nennen, um einen herum zu einer inneren ruhe führt. also bei mir ist das so.

also ich muss los! smiley_emoticons_winken4
seid glücklich!
anya