wie eine salbe

ja, es stimmt: ich kann mich im moment nicht besonders gut leiden.
beruflich geht es nicht voran und kein ende der wartemisere in sicht. zweifel. vom prinzen in schimmernder rüstung mal ganz abgesehen (der ist ungefähr soweit entfernt wie die gefühlte wartezeit auf den nächsten wirklich schönen WARMEN SONNIGEN sommer).

was fehlt mir also ausser einem berufsleben, lamour pur und unendlich viel sonne?

nun, gestern hatte ich einen „indischen nachmittag“. drei freunde waren zu besuch (zwei davon inder) und wir haben gekocht. also eigentlich mehr die beiden experten… 😉 es wurde laut…unheimlich viel gelacht und dass das essen großartig war, muss ich wohl nicht erwähnen, oder? 😀
ich hab keine ahnung, wo diese fröhliche person auf einmal herkam, aber es war sehr schön, diese schon fast vergessene anja zu besuch zu haben. in den letzten wochen bestand ich doch eher aus der mischung aggressiv-depressiv. dabei mag ich fröhlich-quirlig viel lieber… 🙄

ich frage mich nun also, was mir das sagen soll…. ich bin leider im moment sehr der weltfluchtvariante zugeneigt und denke mir: siehste, du hast hier einfach nichts verloren! nichts wie weg ins land der saftigen mangos…
ich besitze zumindest gerade noch so viel grips, um einzusehen, dass das humbug ist. da spielt mir mein fantasienreichtum ins paralleluniversum dann wohl doch ein fieses spielchen mit der verarmseelten realitätsbrille… 😕
am wildesten waren eigentlich die gedanken und gefühle, die letzte woche nach ansehen von „slumdog millionaire“ durch meinen armen leidgeplagten kopf schossen (EINSCHUB: wer den film noch nicht gesehen hat…sofort aufhören zu lesen und sofort ins nächste lichtspielhaus!! aber dalli dalli!!) ich konnte doch tatsächlich für tage nur denken: wahnsinn, diese stadt fehlt mir so unheimlich. das ist fast wie liebeskummer. das tut richtig weh!
wir reden hier vom moloch schlechthin! das zu sehen ist in einem film voll von gewalt, nachtspielchen und verlorenen idealen!!! oje…
also, was soll ich damit anfangen?

es heisst also wiedermal:

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was ich allerdings schon festgestellt habe (immerhin!) ist die unverfehlbare, immernoch unschlagbare heilende wirkung die „indien“ (als seeeehr weitgefasste metapher) für mich hat. das ist doch gut, oder?
vielleicht erwarte ich auch einfach zuviel…

ich hoffe dann immer, dass die „medizinische“ wirkung eine zeitlang anhält. auch wenn das bedeutet, dass ich (wie nach der rückkehr letzten juni!!) für einige zeit wie falschgeld hier rumlaufen muss und nur ständig denke: was ist denn hier los? piep jetzt renn ich schonwieder genauso blöde rum und denke mir einen solchen mist über mich zusammen…ja echt mal! es bleibt einfach zuviel zeit dafür und wird hier auch geradezu gefördert. ich streite nicht ab, dass die auseinandersetzung mit den eigenen gedanken durchaus förderlich sein kann. leider hat sie bei mir schon längst die grenze zum hinderniss überschritten und ich stelle fest, dass die innere ruhe aus der hektischen stadt dahin ist.
erst vor ein paar tagen habe ich beim lesen von danielas artikel zu slumdog millionaire (GUCKEEEEEN!!!) wieder darüber nachdenken müssen (jawohl, hier muss man ja ständig nachdenken…argh) , warum wir uns hier soviel um uns selbst kreisen und ob das gut ist und das andere schlechter. natürlich bin ich vertraut mit dem brechtschen „erst das fressen, dann die kunst“, aber wohin hats mich gebracht? ich die agressive depression! großartig! (vom aktiven zynismus im extrem fortgeschrittenen stadium mal ganz zu schweigen)

so, darüber muss ich erst nochmal ein bisschen nachdenken… skeptisch

lg anya

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raining monday

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nicht alles hält so lange, wie man es sich wünscht…auch nicht die mitbringsel aus mumbai.


ich hab nix mehr zu sagen

ehrlich! zum thema indien hab ich nun echt nix mehr zu sagen!

schon seit einiger zeit schwebt mir ein monolog aus roland schimmelpfennigs stück „vorher/nachher“ durch den kopf.
Ich wollte nie zu denen gehören, die ihr Leben lang davon träumen, einmal in einem anderen Land zu leben, und als ich dann wieder zurück war, wollte ich nicht zu denen gehören, die ihr Leben lang davon zehren, einmal in einem anderen Land gelebt zu haben…

aber genau das ist es gerade.
der blick geht nur in eine richtung – zurück.

ich kann meine gedanken noch weiter von links nach rechts schieben, nochmals durchkauen und das ausgeworfene mit neuen blickwinkeln verfeinern….es ändert doch nichts an der tatsache, dass es eben vergangene eindrücke sind.

mit sehr viel begeisterung verfolgene ich die blogs von daniela, kerstin, julia und erfahre neues aus mumbai, pune, bangalore….und realisiere, dass ich nur noch zurück sehen kann.

ein schlag ins gesicht, wenn mans genau nimmt.

ich weiß, dass ich sicher nochmal dieses land bereisen werde und immerhin beginne ich nächsten monat einen hindikurs (insofern ich mit der lieben adele eine termin finde…aha)! dann hab ich vll auch wieder was zu erzählen…zum thema indien. ich finde nur einfach, dass die schreiberlinge von dort die sache sehr gut machen. und ich will auch nicht leugnen, dass ich durchaus gern schreibe… 😉 ich will nur einfach kein blablablog. verstehts man das?
INTERESSIERT DAS HIER ÜBERHAUPT JEMANDEN?? skeptisch

anyway,ich geh jetzt noch ein räucherstäbchen anzünden (marke: sandelholz!) und meinem ganesha erzählen, dass das hier endlich ein ende haben muss und das hier endlich mal anfangen kann! aber husch husch!! ist ja kein wunder, das ich immernoch unter winterdepression leide.

anya


zukunft / future / khal ho naa ho (1) UPDATE

„Wie oft musste ich in den letzten Tagen denken, dass alles falsch ist, was ich hier mache, und ich in die verkehrte Richtung laufe. Wenn ich das mal immer gedacht hätte, als ich nachweislich in die falsche Richtung gelaufen bin! Da war ich mir oft so sicher, das einzig Richtige zu tun. Tief in mir wusste ich zwar, es ist falsch, aber die innere Stimme abzuwürgen ist einfacher, als sie wahrzunehmen.“ (S.203)

sehr überraschend habe ich vor kurzem das reisetagebuch von hape kerkeling „ich bin dann mal weg“ in die hand bekommen und lese es nun (was auch sonst). bin überaus begeistert und finde mich wiedermal in der annahme bestätigt, dass die richtigen bücher immer zur richtigen zeit kommen. hat sich schon in kathmandu bestätigt! ich empfehle also dieses buch uneingeschränkt und für jeden menschen, der sich irgendwie auf dem weg befindet. bei hape ist es der jakobsweg, bei mir…. aha

erstaunlicherweise beschäftigen ihn ähnliche gedanken wie zuweilen mich in mumbai. die welt ist klein oder der mensch eben doch sehr beschränkt.

der schreiberling ist auch ansonsten ein nicht zu verachtender entertainer, allerdings ganz anders! für mein in indien verschollenen leser 😉 an dieser stelle ein wunderbares exempel der arbeit des herrn kerkeling:

anya

UPDATE: habe das buch jetzt beendet und noch eine mehr als passenden satz gefunden, den ich natürlich nicht vorenthalten möchte…
„Dieser Weg ist hart und wundervoll. Er ist eine Herausforderung und eine Einladung. Er macht dich kaputt und leer. Restlos. Und er baut dich wieder auf. Gründlich.
Er nimmt dir alle Kraft und gibt sie dir dreifach zurück. Du musst ihn alleine gehen, sonst gibt es dir seine Geheimnisse nicht preis.“

dem stimme ich uneingeschränkt zu. nur bin ich nie auf dem jakobsweg gepilgert…

es gibt neben dem hörbuch auf eine aufgezeichnete lesung (in ausschnitten), die ebenfalls zu empfehlen ist. für mich als theaterblabla natürlich interessant zu sehen, wie sich hape zwischen dem unbändigen immer präsenten bedürfnis zu unterhalten und dem echten anliegen, etwas zu vermitteln von seinen erlebnissen hin und her wechselt… hier gehts los. viel spaß und gute reise!