what did mumbai do to me?

hier sitze ich also: montag morgen, max planck institut, beim experiment (schon IMMER habe ich mich trotz meines studienschwerpunktes der geisteswissenschaften SEHR für die naturwissenschaft interessiert und blablabla!!). eine stunde wird mein kurzzeitgedächnis geprüft. vier tintenfleckartige dinger werden mir auf einem bildschirm für einige sekunden präsentiert, später muss ich was wiedererkennen. alter hase, wie ich bin, kein thema für mich. wenn ich nur nicht so müde wäre…
ich fange also irgendwann an, mich einzugewöhnen und gebe den klekschen namen wie „vogel“, „gummibärchen“ oder „tisch“. ausgefeilte strategie, ich weiss…

als plötzlich….
(einwurf: ich denke ja, dass bei diesem experiment das unterbewusstsein GANZ BESONDERS angesprochen wird, so dass blablabla!!)
…ich mich auf dem weg vom max mueller bhavan zum alliance francais befinde. dort laufen einfach die besseren filme…sorry…und nach der arbeit noch eine schöne französische liebesgeschichte hat noch niemandem geschadet…schon gar nicht, wenn er sich in mitten von indiens größtem molloch gefindet…
für eine zeit lang tue ich also so, als würde ich, zusammen mit dem großen strom an pendlern, richtung churchgate schlendern (also eigentlich eher ein sich-schieben-lassen. eine dumpfe masse im nahezu gleichschritt)…doch kurz vor erreichen des ziels ZACK biege ich nach rechts ab. hinein in diese von alten villen gesäumte straße. meine güte, wie lange diese baustelle wohl schon…autsch…schonwieder umgeknickt. neinein, nur nicht aufhören unheimlich souverän und zielgerichtet zu laufen….sonst…madaam!!…scheisse, hab ichs doch gewusst!
gleich links am anfang der straße beten eine reihe muslimischer männer um diese uhrzeit immer gen sonnenuntergang. ein schönes bild. wo sind nur die frauen…?
kurz danach riecht es auf der rechten seite immer so komisch nach seife. fällt mir immer dolle auf, denn sein wir ehrlich, SEIFE ist nicht der erste geruch, den man mit mumbai assoziiert. richtig? 😉
gleich gegenüber eine fabrik oder so. da kommen auch immer viele männer raus um diese uhrzeit… wie immer wenig frauen unterwegs. wenn dann meistens schon mit einkaufstüten. utensilien fürs familiendinner. hurry, hurry, der ladies special local train fährt gleich!!!

als ich endlich links das gebäude des französischen goethe-instituts entdecke, fällt mein blick wieder auf das gegenüber liegende haus…diese amis!!!die hamse doch echt nicht mehr alle… denke ich und erinner mich an den einzigen besuch dort…
ob der schal dick genug ist…im af ist es doch immer so kalt…brrr…ich werd bestimmt frieren…ach, denk einfach an draußen, denk einfach an draußen…

„vogel“…. „pilz“….huch, wo war ich denn gerade… und warum? 😕

lg anya

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das prangere ich an!

punkt ein: ich hasse grundloses nichtstun!
punkt zwei: ich bin ein seeeeehhhhrrr ungeduldiges mädchen!! skeptisch
punkt  drei: ich bin soweit! ich will los! wir können jetzt anfangen! looohoooossss! stampf

und? nix.

interessiert keine sau.

also weiter warten?
es ist ja nicht so, dass ich nicht ein paar „überbrückungspläne“ in petto (yeah, nach monaten mal wieder eine wortschreibjungfrau!) hätte…..allerdings lohnen sich diese natürlich nur, wenn ich sicher wüsste, dass dieser jetztschon unterträgliche zwischenzustand noch länger als ein halbes jahr andauern würde…. WENN und SICHER sind hier die entscheidenden worte.
ich will nicht länger mein zimmer streichen (immernoch nicht fertig=sehr alarmierender zustand!!), meine papiere sortieren (wer will sich diesen mist denn wirklich nochmal angucken) oder kochen (hey, das macht eigentlich noch spaß….pssttt…ruhe, nicht dazwischenfunken..).

leider ist die lage nun so, dass ich zwar einige pizzen im steinofen zu liegen habe…allerdings sieht es nicht so aus, als würde der wecker bald klingeln und so läuft das essen gefahr, verbrannt zu werden….genauso wie diese eindeutig nicht ganz stimmige metapher… 😉
und deshalb nutze ich an dieser stelle mein mini platförmchen, um mich einmal darüber zu beschwerden, dass die theater dieses landes keine zeit finden, mir bezüglich meiner bewerbung auskunft zu geben! verdammt, das nervt!! und noch viel schlimmer: scheint als zustand schon weitestgehend akzeptiert zu sein!! 😯  das prangere ich an!

so. gleich schon viel besser.

während ich diesen eintrag machen kommt mir ein lied in den sinn. keine ahnung warum, aber wer durchschaut schon sein unterbewusstsein so genau.
so, here it comes! enjoy!

ich will sommer!!

anya


yedl (alvida?)

mein dasein kommt mir im moment vor wie eine aneinanderreihung von gestrigen momenten, die ich schon zigmal erlebt und hinter mir gelassen habe. wie eine rückspulversion in slow motion vor meinem inneren auge.
ich schätze, das ist so, wenn man sich in einer reflektiven umbruchsphase befindet, in der man auch noch unheimlich also eigentlich vielzuviel zeit hat, sich ausführlich allumfassend mit sich selbst zu beschäftigen…
zweck dieser übung ist es eigentlich nur, alles gestrige zu verarbeiten und sich bereit zu machen für den nächsten abschnitt. richtig? (hey, das sollte doch aber nur alle 7 jahre sein… :roll:) ich dachte allerdings, diesen abschnitt schon weitestgehend hinter mich gebracht zu haben. denkste! es arbeitet und arbeitet und arbeitet. steckt doch ganz schön viel in der kleinen birne fest. und ständig kommt neuer müll dazu….wie soll man denn da ordnung halten? smiley_emoticons_skeptisch1 ach, das nervt. genauso wie winter in dtl. da hab ich einfach keine geduld mehr für.
ich schlafe also trotz ausreichender möglichkeiten eher schlecht (zum glück träum ich nur von solch minder schweren verbrechen wie dem, in einem kuhkafftheater als alternder regieassistent zu enden) und verfluche die letzten augenblicke vorm einschlafen, in denen ein ganz ganz tief drin sitzendes mumbaigefühl hochkommt, das – ganz klar – schon sehr stark verfärbt ist in den letzten monaten. es ist mehr eine art sensorische erinnerung….laute, gerüche, augenblicke. ich weiß, dass man jedem, der sich gerade dort befindet, seltsam vorkommen, denn genau DAS ist es ja, was die überforderung im negativem sinne ausmacht bei einer stadt wie mumbai, aber trotzdem oder gerade deshalb sind diese eindrücke wahrscheinlich haften geblieben. und sie schmerzen süßlich….das kann ich sagen. auf der einen seite weiß ich, dass es nicht so ist….einfach nicht sein kann. auf der anderen seite wünsche ich mir nichts mehr, als sofort in ein flugzeug gen südosten zu starten, nur um nochmal den ausstiegsmoment zu haben und die taxifahrt um dunklen und all das… 😕
stattdessen verbringe ich quadrataugenmäßig viel zeit im netz und streiche mein zimmer (ja, das muss man sich auch schön einteilen!) und gehe spazieren…

hier noch ein paar blogfunde der letzten tage… 😉
der schlingensief-blog (nicht nur für theaterleute interessant)
noch mehr indien (helen in baroda/gujarat)
hab ich eigentlich den blog meiner namensvetterin schon verlinkt?
achja, das hier ist auch lustig: indische musik zum selber machen! 😀
und zum schluss noch etwas fürs auge: wirklich sehr schöne fotos sind zu sehen bei flickr…nein, NATÜRLICH NICHT von mir. sondern von „sternfahrer“, einem in mumbai lebenden inder. die sind wirklich wirklich toll. der „street mumbai“ ordner ist mein favorit.  zum beispiel das hier:

hier also das titelgebende video, das eigentlich nicht so wörtlich zu nehmen ist, sondern eher sinngebend…wie immer also… 😉 (ich guck halt auch grad wieder viiiiieeelll film)

ich sag also hoffnungsvoll: phir milenge!
anya