jetzt mal im ernst

wir mitteleuropäer können uns doch echt nicht beschweren, oder? wir haben doch alles, was das individuum braucht, um sich frei zu entfalten und fröhlich vor sich hinzuwachsen. nungut, es gibt da so einige sogenannte „gesellschaftliche bürden“. doch auch die sind ja nur scheinbar notwendig und überwindbar. denn klar, autofahren und im cafe am sonntag brunchen gehen und sich die neuen stiefel kaufen und zum überteuerten friseur gehen, meister proper und der artikel in der blablazeitschrift (ich gebe zu, das sind frauendinge, aber ich bin ja auch eine 😛 ) ist schön, aber brauch ich das auch? der punkt ist: ich kanns. ich kann mit meiner besten freundin völlig betrunken vor der kneipe eine rauchen, dabei lauthalt übers letzte liebesabenteuer debattieren und dann angedudelt nach hause torkeln…
mir ist neulich erst klar geworden, dass ich das kann. und darf. und gelegentlich auch will. doch brauch ich das?
wohin führt also das alltägliche philosophieren auf mehr oder weniger gehobenen niveau über das SEIN an sich und meines im besonderen?
wobei wir wiedermal (denn mir ist schon klar, dass ich nicht die erste bin, die sich darüber gedanken macht…gottseidank) bei der frage wären, ob dieses westlich-globale-2008-dasein uns weiter gebracht hat…? weiter als was? gibt es nur extreme zwischen denen ich mich bewegen kann? denn in mumbai fielen ungefähr 90% der dinge, die ich oben aufzählte, einfach in die no-go-area. es mag reisende geben, die diesen lebensstil dort pflegen, aber mir erschien das irgendwie …unpassend. nein, ich musste mich nicht verbiegen und ich hab auch nicht aufgehört zu rauchen und mir ab und zu ein bier zu gönnen, aber nunja, wir wissen, in mumbai ist das anders.
ich frage mich das also.
ich brause im porsche bei 250 km/h über wunderschöne deutsche herbstlandschaften und frage mich: wohin?

anja

(ps: ich will noch kurz erwähnen, dass ich das wesltiche dasein natürlich NICHT an alkohol und sexuellen freiheiten messe…das sind klischees und manchmal stimmen sie…ich hoffe, das wird auch so verstanden…anmerkung ende)

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von abschieden, neuanfängen und zeit

die ersten rückblicke trudeln ein. das hier wäre einer davon:

gerade passieren wieder unheimlich viele dinge in meinem leben und irgendwie kann ich mich über vollbrachte taten nur mässig freuen und frage mich natürlich warum…und beantworte die frage mit: 1.ist die veränderung in meinem kopf irgendwie schon vor nem jahr passiert (nämlich BEVOR ich nach mumbai geflogen bin) und 2. neigen die meisten veränderungen dazu, eher kriechend voranzuschreiten…dann gibts irgendwann einen hellen moment pling. oh man, da hat sich aber einiges getan 🙄 und dann kriechts auch schon weiter.

mit indien war das etwas anders. klar, ich hatte mich wirklich lange auf diese „reise“ vorbereitet und trotzdem…von einer minute auf die nächste war ALLES vollkommen anders. eigentlich eine totale überforderung des normalen menschlichen verarbeitungsvermögens. man stelle sich vor: du steigst in ein flugzeug, das aus der heimat kommt, du kennst dich und den rhytmus den dein leben hier geht. dann fliegst du einige stunden (die mir im nachhinein wie ein vakuum vorkommen, ich kann mich nur an wenige dinge aus diesen stunden erinnern…the person you are calling is temporary not available…) und steigst aus und WUMM alles anders. schon die normalsten sinneseindrücke überfordern dich komplett. geruch, geräusch, gebäude, uhrzeiten, menschen….alles komplett fremd. keine bezugs- und orientierungsmöglichkeiten mehr. du schwimmst…hilfe, hilfe, wie find ich mich zurecht. wo bin ich? 😕

das ist toll..irgendwie…und auch vollkommen absurd. noch nie war ich so verloren und gleichzeitig so lebendig.
und dieser zustand hält natürlich eine weile an, denn so schnell gewöhnt man sich eben nicht um! 😉 und trotzdem, nach dem prinzip „schwimm oder du wirst untergehen“ findet sich der flexible global veranlagte mitteleuropäer irgendwann zurecht und entwickelt neue bezugssysteme und nunja, der gestank fehlt einem dann auch, wenn er mal nicht mehr da ist (ehrlich! so geschehen, als ich nach kathmandu fuhr und alles noch schrecklicher roch)
doch was passiert, wenn das umgewurschtelte menschlein nun zurück kehrt ins alte bezugssystem? hah! nun wirds vollkommen verrückt! denn jetzt versucht das hirn und auch das herz (in der irrigen annahme, es müsse doch alles ganz einfach sein, hier komm ich her, ich kenn ich mich aus) die zwei erfahrungswelten zusammenzuführen. kann ja nicht so schwer sein! pah, indien und deutschland haben doch bestimmt eigentlich gaanz viel gemein, oder? 😯

mmhhh…ich bin noch dabei. und es kriecht eher…

mir fehlt die intensive erfahrung, das andere. und alles vertraute ödet mich gerade ein bisschen an, obwohl es auch ganz gut ist. komisch nicht?

hier also noch eine aktuelle momentaufnahme, ich bin ja jetzt kein student mehr und sitze also auch auf dem arbeitsamt. das sieht dann so aus:

https://i1.wp.com/farm3.static.flickr.com/2244/2934799575_2ce81cf825_m.jpg

liebe grüße aus dem paralleluniversum

anja


yedl3

es ist vollbracht! 🙂

und hier das video zum stand der dinge:

lg anja


blogroll aktuell

ab morgen wird alles anders. morgen! dann schreib ich endlich wieder blog und lasse den gedanken freien lauf richtung paralleluniversum. der jet steht schon vor der tür dafür. ihr glaubt mir nicht?

doch vorerst noch ein kurzes hallo von mir und ein update:

hier also noch ein paar blogs, die mir in der letzten zeit über den weg gelaufen sind. ganz deutschland scheint sich wirklich auf nach indien zu machen! 🙂 schön (nur was mach ich noch hier 😕 )

zuerst einmal kerstin, sie lebt in bangalore und ist, wie daniela, mit einem inder verheiratet.

dann Jules, sesshaft in Pune unweit von Mumbai.

und dann wäre da noch Benny, der gerade erst in Mumbai angekommen ist und eigentlich aus hamburg kommt (yeah!) und nun von der firma aus ins ferne maharashtra entsendet wurde…

und irgendwo hatte ich da noch eine junge dame, verheiratet mit einem inder entdeckt…kann sie grad nicht finden…

ahja, hier ist sie….lebend in udaipur (?).

ein schöner blogreigen, viel spaß beim stöbern. 🙂

anya