i beat up the cat!

ich habe gestern abend mein erstes „indisches“ theaterstueck gesehen. eigentlich eher den indischen theaterboden betreten, denn es handelte sich um eine inszenierung von „wer hat angst vor virgina woolf“…
ich hab keinen guten griff getan, denn die inszenierung eines jugendtheaters war nunja, eher semi-professionell. aber von vorn…

das ncpa-theater befindet sich nur 20minuten fussmarsch vom intitut entfernt und ist ein ziemlich grosses gelaende mit (wenn ich das richtig verstanden habe) drei gebaeuden. also riesig! und wunderbar gelegen. an einer meeresspitze, genannt „nariman point„. ein  angenehmer luft wehte mir um die ohren (ausnahmsweise weitestgehend frei vom sonstigen „mumbai-geruch“) als ich das gelaende erkundete. mein stueck lief im experimental theatre. (fuer alle, die sie kennen: etwas greosser als die blackbox der hmt)
die inszenierung war wohl teil eines jugendfestivals und sehr gut gefuellt. an der stelle muss ich mal positiv hervorheben, dass die leute, die man dort trifft, sehr angenehm sind. oder zumindest: mir vertrauter, was wahrscheinlich bedeutet: westlicher. keine ahnung…

ja, zur „inszenierung“. das licht war wirklich ein grauen! die buehne so lala (ich schaetze so sieht eben eine fundusbuehne aus). und die schauspieler in momenten ganz in ordnung (stand: besserers schultheater). zumindest der martha-darstellerin kann man talent bescheinigen. aber leider (und das war das groesste manko…manko?) hatte der regisseur (ebenfalls sehr jung, wie sich beim applaus herausstellte) keine ahnung, was er mit dem stuecke sagen wollte! ein klassischer fall von „ich haette auch das buch lesen koennen“ also. schade! denn das stueck ist wirklich klasse, ich glaube nicht, dass ich es gelesen habe. hatte vorher meine zweifel.

aber am allerschlimmsten war, dass ich zwischendrin immer wieder daran erinnert wurde, dass wir hier in indien sind: musik….also so geigenkitschmusik an den unmoeglichsten stellen (bollywood laesst gruessen) und sobald es koerperlich wurde (ob nun zwischen mann-frau im tanz oder kampf)…argh…dann laesst man es, wenn man das nicht umsetzen kann mit den schauspielern, aber so…es haetten nur noch ein paar „knall“ „puff“ einspieler gefehlt und ich haette mich wieder in einem 80er jahre (bollywood)actionfilm befunden. grauenvoll!

ja, ich wollte eigentlich nicht so boese sein, denn immerhin war es jugendtheater und ich habe soswohl das stueck (inhaltlich) wie auch die darsteller (akustisch) verstanden. immerhin! das mag ja schon was heissen… 😉

so, genug gelaestert. ich muss einfach nochmal hingehen und ein stueck „fuer erwachsene, von erwachsenen“ gucken…leider sind die meisten in hindi oder marathi. 😕

und zum schluss, sprich wochenende noch zu etwas voellig anderem:

lg anja


6 Kommentare on “i beat up the cat!”

  1. Sabeth sagt:

    juhu! endlich ein theater-erfahrungsbericht!
    liebe grüße!!!

  2. thomas11 sagt:

    Ich fand das auch immer schade, dass ich die Stücke in den einheimischen Sprachen nicht anschauen konnte, denn wahrscheinlich sind es gerade die, die einem Indien nochmal von einer anderen, sonst kaum zugänglichen Seite nahebringen.

    Hast du meine Antwort zu deinem Kommentar auf meiner Flickr-Seite (verwirrend…) gesehen? Wenn du noch Fragen hast, mail einfach oder schreib nen Kommentar zum Blogartikel.

    Und passt, zwar nicht hierher, aber zu deinem Kommentar bei Paul: du hast echt noch keine Israelis gesehen? Kaum zu glauben, denn Indien ist wirklich so bevölkert von ihnen, dass vermutlich die Hälfte aller Israelis unter 30 da sind. Gut, in Mumbai gehen sie vielleicht in der Masse unter. In „Holy Cow“ (lesen!) wird das nett auf den Arm genommen, aber auch erklärt.

    lg
    Thomas

  3. paralleluniversumanja sagt:

    @thomas: kommentar hab ich gelesen, wird aber fruehestens in einigen monaten aktuell sein…
    und: vielleicht ist das eine doof frage, aber woran erkenne ich denn die israelis? vielleicht habe ich ja schon einige gesehen, aber wie du es sagst, es gibt hier einfach viiiiiele menschen…
    holy cow…lesen…aehm…bekomme ich das auch hier?

  4. thomas11 sagt:

    Naja, so einfach erkennen tust du sie nicht, obwohl es schon ein paar Anzeichen gibt. Du musst mal in die Backpackerszene eintauchen. In jeder Stadt gibt’s so ein paar Straßen, wo die ganzen Guesthouses und Dachterrassenlokale usw. sind, da trifft man echt interessante Leute.

    Holy Cow war in Delhi in jedem halbwegs guten Buchladen.

    lg
    Thomas

  5. Daniela sagt:

    Hm, vermutlich einfach nur schlechtes Theater. Das können die wirklich besser. Ich war damals in Bangalore von Hayavadana (Girish Karnad) und Where there is a will (Mahesh Dattani) beeindruckt. Beides in Englisch. Beides exzellent gemacht. Natürlich alles junge, unterbezahlte, passionierte Schauspieler – aber super.

    Interessiert dich als Theaterperson nicht auch das traditionelle indische Theater? Bzw. die mit viel Tanz verbundenen inszenierungen (wie Khatakali aus Kerala) oder Vorführungen relgigiöser Szenen aus dem Ramayana oder dem Mahabharata, die sehr oft zu Feiertagen vorgeführt werden? Vielleicht hast du mal die Gelegenheit, dir so etwas anzuschauen?

    LG
    Daniela

  6. sanny sagt:

    hey anja

    hab gestern versucht dich mal telefonisch zu erreichen und nachdem ich beim ersten mal meine hunderttausend vor-und pinnummern und dann letztendlich deine eigentliche nummer eingetippt hatte und mein daumen schon beinah abgestorben waere – drrrrrrrrrrrring… drrrrrrrrrrrrrrrring… keine anja am anderen ende zu erreichen. dann musste ich das hause verlassen und als ich 4 stunden spaeter wieder zurueck war und einen neuen versuch gestartet habe – naet naet… naet naet… – besetzt. solch ein aerger. in der woche komme ich halt schlecht dazu, da ich ja immer erst fruehstens halb 7 zu hause bin und es bei dir dann schon keine ahnung ich glaube 4,5 h spaeter ist.schiete ! vielleicht versuche ich es mal inner mittagspause von ner telefonzelle aus.

    bis denn dann und eine schoene woche wuenscht
    sanny


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