Verfasst von: paralleluniversumanja | Juli 4, 2009

yeh dostiiiiii

da ich durchaus ein anhänger der sich-von-der-seele-schreiben-bewegung bin (neben der spaziergang-therapie) und das bedürfnis verspüre, was loszuwerden (im wahrsten sinne des wortes) blablabla..etc…etc…und los gehts…

ich möchte mich also beschweren. und das westliche wertesyste hinterfragen. und gleich noch bestehende traditionen dazu! und überhaupt: das passt mir gar nicht!
ich soll mich verhalten und erdulden und kanns einfach nicht. platze förmlich dabei. und plums hier kommts.
eine freundin (nein, eigentlich DIE freundin seit nun fast 8 jahren) beginnt einen neuen lebensabschnitt. das ist wirklich schön. zumal es die richtige trifft, die den richtigen gefunden hat, um das richtige zu tun. passt! freude!
soweit.
nur leider…und schon während ich es schreibe habe ich schuldkomplexe…wo bin ich dabei?
ja…ich bin weg. ausgeschlossen, weggeschnitten, ausgeblendet. überflüssig. nebensächlich. fünfte-rad-mäßig-weg und überhaupt ganz woanders.

jo…da steh ich also aha …seit einigen monaten zwischen freude für das glück einer anderen und neid (natürlich) und dann mehr und mehr…allein.

mein gefühl: förmlich von einer auf die nächste woche hab ich meine beste freundin verloren. hab keine ahnung, was sie gerade beschäftigt und wie es ihr geht (von den offensichtlichkeiten mal abgesehen) und umgekehrt genauso. wir unternehmen nichts mehr, wir reden nicht. zero! mich stört das. mich macht das traurig. mir fehlt das was.

und nun zur kritik am system: nun habe ich bereits versucht, das thema anderweitig zu besprechen und breitbandig kommt zurück: ich soll geduld haben. ein neuer lebensabschnitt ist doch ganz normal und fordert eben auch veränderungen. sollte es die freundschaft wert sein, muss man warten und gehen lassen, loslassen, zurück kommen lassen. das macht erstmal sinn. oder?
skeptisch

nun kam mir neulich der gedanke, dass wenn (ich bin ein meister des was wäre wenn gedenke!) mir selbiges in einer liebesbeziehung, sprich mit einem mann passiert wäre, das feedback wohl ein ganz anderes wäre. ich höre die wie kann er nur? nach all den jahren!! rufe schon.
warum gilt das für beziehungen, aber nicht für freundschaften?
warum darf ich nicht wütend auf sie sein?
warum plagt mich deswegen sogar ein schlechtes gewissen?
und wieso hab ich null chancen, was daran zu ändern?
ich bin ratlos. :?

nun stellt sich zum abschluss dem klugen leser natürlich die frage, warum ich (noch nicht hoffnungslos kommunikationsgestört) dieses thema eben nicht betroffener person bespreche…?
richtig gefragt.
zu meiner verteidigung: ich habs versucht! wirklich. wird nix, kommt nicht an und verpufft. ich trau mich auch nicht, noch direkter zu sein.
und was dann doch am meisten blockiert: das schlechte gewissen, vollkommen egoistisch im glück anderer mensch herumzustochern und sich selbst in die mitte zu drängen… :(

was soll ich tun?

ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass es nicht mehr lange dauert und das thema ist durch. ich mein, wir reden hier schon von mehr als einem halben jahr. ich bin emotional etwas langsam, ich weiss, aber was einmal abgeschlossen ist, bleibt es in 99,99% der fälle auch. und dann wäre es eben zu spät. ein zurück nicht möglich. nur ein bitterer nachgeschmack der bleibt…

hab ich da noch ein passendes liedchen? ich hab (und ich bin natürlich der verrückte dharmendra):

fertig
anya

ps: der folgende smiley ist nur für meine schwester! (ein dankeschööön)


Antworten

  1. warum gibt es bei manchen menschen immer so einen bitteren nachgeschmack, wenn sich das leben guter/bester freunde zu deren glück ändert und man selber das gefühl hat allein zurückzubleiben und nicht die möglichkeit zu haben, selber auf etwas neues auf zu springen. das gefühl bleibt, auch wenn man miteinander kommuniziert und manchmal fühlt man sich noch mehr zurückgelassen, gerade weil man miteinander redet. ich hab den fehler gemacht sehr deutlich zu äußern, was mich stört und auch ein stück weit verletzt und es macht es nicht besser. man drängt sich auf und in was hinein, in das man irgendwie nicht mehr gehört und das gefühl was bleibt, ist man wirklich so egoistisch …. es gibt immer einen weg zurück, zu mensche, die man im herzen trägt und die einen im leben ein stück weit begleitet haben. sei nicht hoffnungslos! fühl dich umarmt und etwas festgehalten.

  2. @mandy: :*

    mich hat dabei aber noch mehr der westlich-soziale aspekt interessiert. in einer gesellschaft, wo doch jedes individuum ein recht zu entfaltung hat, in dem das individuum so sehr gepflegt und geschätschelt wird…ist meine reaktion da gar nicht anders zu erwarten. oder?
    ich glaube nicht, dass es dabei ein richtiges oder falsches verhalten gibt (wie gesagt, kann ja hier jeder, wie er/sie will).
    mir steht das nur als typisch westlich so klar vor augen, dass es mich erschreckt. :?
    normalerweise hätte ich auch schon klarer geäußert, was mich da stört. aber ich erhoffe mir davon nichts. diese art der ruhe/ geduld(?) hab ich dann schon, aber eben nicht konsequent genug…

  3. Ich kann Deine Gefuehle sehr gut verstehen. Ich weiss aber auch aus Erfahrung, dass eine wirklich gute Freundschaft nicht auf ewig darunter leiden wird. Im Laufe der Zeit wird sie wieder mehr Zeit fuer Dich haben, wenn sich ihr „neues“ Leben eingespielt hat. Ich wuerde sie aber auch nicht bedraengen, das kann dazu fuehren, dass sie sich noch mehr von Dir abkapselt und dann hast Du gar nichts gewonnen.

    LG Kerstin

  4. danke kerstin (vor allem für die mühe mit dem tippen!) das ist aber genau der punkt, an dem ich hängenbleibe.
    ich kann in solchen situationen ganz schlecht einfach nur warten. ich brauche meine beste freundin: jetzt!
    nicht evtl in anderthalb jahren oder…
    ich werd sie nicht bedrängen, dass das keinen sinn macht, ist mir auch klar.
    ach, keine ahnung….

  5. ich verstehe irgendwie nicht was daran typisch westlich ist und bitte um erklärung (vielleicht bin ich auch einfach zu westlich oder zu prüfungsgestört um das zu verstehen).
    ich finde du darfst wütend sein. aber du musst es sagen, schreiben, schreien, was auch immer. und zwar ihr. und egoistisch ist das vielleicht ja, aber lieber egoistisch als ängstlich.

  6. als westlich empfinde ich dabei die gewichtung von freundschaft gegenüber familiengründung/ehe.

    westlich finde ich die bedeutung des eigenen individuellen empfindens (ichichich)

    westlich finde ich die verschmelzung verschiedener lebensabschnitte, das ineinandergreifen unterschiedlichster lebensentwürfe, die nebeneinander gleichberechtigt (?) existieren

    diese art von egoismus empfinde ich als westlich

    besser verstanden?

  7. lanze brech für dich. finde dich nicht westlich und
    egoistisch. werdet was zu besprechen haben, wenn
    ihr die alte freundschaft wieder findet. ist sehr konsi
    und ego, eine ehe und eine tiefe freundschaft nicht
    in friedlicher koexistenz weiterleben zu lassen. eine
    freundschaft kann das natürlich auch verzeihen aber
    nicht einseitig. beobachte ihren egoismus. schon möglich, daß sich dieses paar in einer normverhal-
    tenden ehe konservieren wird. ganz westlich. Aber
    du lebst! Auch wenn das gefühl nicht glücklich ist.
    kann das so sagen. kenne ja niemanden.

  8. so, jetzt nochmal n kommentar zum kommentar…
    danke erstmal sitaro.
    bin nicht ganz sicher, ob die anmerkungen nur einen standpunkt vertreten…? konfus, aber nicht uninteressant…und ja! ich lebe!!! gottseisgedankt.


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