Ich kann nicht schlafen
Rauch zwängt sich in den raum doch ich kann nicht schlafen. Werd einfach nicht müde
Trinke und trinke, doch wird weder betrunken noch müde
Höre seit ewigkeiten wieder portishead und erinnere mich an einer schwere, die nah an der unendlichen liegt. Tut gut. Macht zwar auch nicht müde ist aber nahe am jetzt.
Anders als damals fühle ich mich sehr lebendig und trotzdem nicht hier. Vielleicht bin ich irgendwo verloren gegangen zwischen mumbai und wien? Warum ist das niemandem aufgefallen, nicht mal mir?
Was bleibt übrig nach 7 ½ monaten ausland? Ich ertappe mich dabei, dass ich mich frage, obs nur eine schlafgeschichte war? Nein nein, es war. Und doch, was bleibt?
Eine lebendigkeit, ein dasein schon. Erinnerung? Nur so, als wären sie einer anderen passiert, nicht mir. Ein gefühl bleibt, ähnlich einer desorientierung, einer konfusion. Aber ich fühle mich nicht durcheinander. Vielleicht deplaziert.
Also was anfangen mit einer neu gewonnen energie, die ins nichts strebt? Kreativ sein kann ich nur unbestimmt, nützlich ist das nicht.
Es gibt aufgaben zu bewältigen. Von mir? Scheint unmöglich. Aufstehen: ja. Essen machen: ja. Sich waschen: ja (meine haut ist ein ausnahmezustand gerade). Und dann? Nützlich sein? Sinnvolles tun? Nein.
Schlafen gehen wäre eine idee.
Ich geh jetzt schlafen. Vielleicht fällt mir morgen etwas ein.
2.26 uhr
(nachbemerkung: kurz danach war ich SEHR müde)
> Vielleicht bin ich irgendwo verloren gegangen zwischen mumbai und wien? Warum ist das niemandem aufgefallen, nicht mal mir?
Könnte sein. Und nun? Was hast du vor mit dir in Indien?
Von: Angel am Juli 5, 2008
um 9:24
Achso, ich setz mal ein Link von meiner Site auf dein Blog. Mal schaun, was du so treibst in den nächsten Wochen.
Von: Angel am Juli 5, 2008
um 9:25
interessant, dass sich ausgerechnet auf diesen beitrag jemand meldet, den ich gar nicht kenne…
hallo! ich bin selbst gespannt, was ich in den nächsten wochen schreiben werde…wir werden sehen.
anja
Von: paralleluniversumanja am Juli 5, 2008
um 10:21
…Wir hatten mal ueber einen Kaffee darueber pallavert: Das nirgendwo-mehr-hingehoer-Gefuehl…
Ich habe am WE einen sehr kitschigen Film gesehen, der mir nur deshalb in Erinnerung geblieben ist (es war „The Holiday“), weil er u.a. ein sehr beschauliches, sehr gemuetliches Leben auf dem Land gezeigt hat, und ich mir ploetzlich auf dem „sofa“ (du kennst das Modell Matratze ja) aufsitzend ueberlegte, was ich ueberhaupt HIER mache, wo ich doch genau DORT sein moechte, wo es ruhig ist und langweilig und…. so.
Gute Besserung.
Von: Daniela am Juli 7, 2008
um 3:04
kenn „the holiday“ zwar nicht, weiss aber, was du meinst.
danke für die genesungswünsche. strenge mich an!
anja
Von: paralleluniversumanja am Juli 7, 2008
um 5:05
vielleicht ist es wie in einem zeichentrick, wo während einer rasanten fahrt der vordere teil des körpers schon da ist, und eeeeeewig später dann der rest nachgezischt kommt.
bitte nicht in das portishead-loch fallen!
zumindest klappt das mit dem waschen!
andrea
Von: andrea am Juli 21, 2008
um 1:55
> Was bleibt übrig nach 7 ½ monaten ausland? Ich ertappe mich dabei, dass ich mich frage, obs nur eine schlafgeschichte war? Nein nein, es war. Und doch, was bleibt?
Mir fällt auf, dass es mich nach nur vier Wochen schon einiges an Energie kostet, mich richtig in Indien hineinzufühlen; wie das so war in Kolkata, wie das so war, auf Reisen. Meine indischen Freunde beteuern jedoch, dass ich tatsächlich da gewesen sein soll.
Von: Paul am Juli 21, 2008
um 2:04
@andrea: schönes bild!
@paul: ja, das kenn ich gut. aber ganz plötzlich wirds dich eiskalt erwischen und das ist dann auch nicht besser…seufz.
Von: paralleluniversumanja am Juli 21, 2008
um 6:51