Verfasst von: paralleluniversumanja | Mai 17, 2008

kleinigkeitenreport 6

anita ist also ausgezogen vor zwei wochen und zur zeit ist eine freundin von jemma zu besuch. wenn ich sie richtig verstanden habe, ist ihr name: rishma.
und was soll ich sagen? zum ersten mal kommt maedchen-wg-stimmung auf! :shock: wer haette das noch fuer moeglich gehalten! wir laestern, putzen uns heraus (ok, diesen teil uebernehmen die anderen beiden mehr als ich) und ich werde tatsaechlich gefragt, ob ich mit ins kino will. :)
das ist ja auch klar, dass hier jetzt, wo die letzten drei wochen angebrochen sind, alles ganz toll werden muss!!! :?

dann: wie ich neulich schon erwaehnte, beginnen die abschiede. ich bin heute noch schnell ins büro gefahren, um mich von ghawde (eigentlich auch ein mr. ghawde, aber das benutzt, genau wie bei gopal niemand) zu verabschieden. dieser auch nicht mehr ganz so junge herr ist unser haustechniker und wir haben uns ein wenig angefreundet. die kommunikation mit ihm ist manchmal etwa schwierig, da er einen sehr starken akzent spricht, aber dafuer lacht er wie ein schuljunge und wir machen beide gern, was wir eben so machen. und: er hat nur zwei tage vor meiner mutti geburtstag! wenn das kein zeichen ist.
auf jeden fall, freute er sich, mich zu sehen und erklärte mir dann, dass er doch noch bis mittwoch da waere!! (madamm wednesday!) naja, ich war doch eh in der gegend. aber er freute sich riiiiiiieesig, dass ich zum verabschieden extra nochmal vorbei gekommen war und schenkte mir spontan seine packung cashew nuesse!! das ist mit abstand das ruehrendste geschenk, was ich bis jetzt hier bekomme habe und ich mampfe sie nun fleissig!!

in die reihe „tiergeschichten“: alle voegel bauen gerade nester, wie bescheuert. staendig huepft eine kraehe vor meinen fuessen an mir vorbei: einen duennen zweig im schnabel und ein freches kraehen im gesicht a la „ha, ich war schneller, der gehoert mir!“
auf dem weg zur arbeit vorgestern versuchte eine kraehe einen viel zu langen und viel zu dicken zweig zu transportieren!! ich stand an einer haltestelle und konnte beobachten, wie sie immer wieder balancierte, dann auf die naechte sitzgelegenheit huepfte um natuerlich irgendwo anzuecken und dann wieder neu zu balancieren. aufgeben wollte sie auf keinen fall, aber so richtig im griff hatte sie es auch nicht…ich hab mich jedenfalls gut amüsiert! :)

vom wetter berichte ich heute nicht, ich habe das gefuehl jedes mal das gleiche zu schreiben: es ist waerm, schwuel. diesmal aber echt, ey!
fan steht jetzt durchgehend auf 3!! uff…

frauenfilm: bei uns liefen in den letzten wochen die gesammelten filmwerke von helke sander (in auszuegen). normalerweise wuerden mir solche filme wahrscheinlich eher ein leicht gelangweiltes laecheln entlocken… emanzipation…mmhh…
allerdings habe ich diese filme mit wachsender spannung verfolgt. warum? zum einen nateurlich, weils sie wirklich gut sind und es ihr gelingt, dem thema (zumindest fuer mich) noch eine neue komponente hinzuzufuegen. und zum anderen muss man sich die situation der frauen in diesem lande vor augen halten.
da sitze ich also, umgeben von den alt bekannten 95 % maennlichen publikum. sind sie interessiert? zumindest gehen wenige. was sie wohl denken? und warum kommen keine frauen? macht diese art der emanzipation in indien sinn? ich glaube eher nicht. ohne säkularisation und kommunistische bewegung…keine ahnung, es kommt mir auf jeden fall alles ziemlich surreal vor. hier in indien zu sitzen und diese mir doch eigentlich vertraute sichtweise neu zu sehen.
es laesst sich schwer beschreiben, laesst mich aber wiedermal feststellen, dass indien und deutschland doch sehr weit voneinander entfernt sind und ich meine damit NICHT, dass wir deutschen weiter voraus sind. in welcher sicht auch immer.

so, bericht zum berauschenden betriebsausflug gibts dann morgen.

salve!

anya


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