Verfasst von: paralleluniversumanja | Oktober 22, 2009

zwischen den stühlen

es ist also fast schon offziell und irgendwie raus und eigentlich denke ich ja immer, dass man über ungelegte eier nicht sprechen und oder vielleicht keine ahnung. :?

vor einigen tagen wurde mir also eine chance geboten, realtiv bald wieder zum arbeiten nach mumbai zurück zu kehren. zumindest erstmal.
und man mag es angesichts meiner ewig anhaltenden mäkelattacken nicht vermuten, aber mir wurde erst in dem moment klar, wie sehr ich mir das wünschte…
in den folgenden stunden und tagen überrollte mich nun eine mehr kopflastige als emotionale lawine, die ich immernoch abarbeite. angefangen damit, dass ich nach meinem ersten impuls im kopf schon den kopfer packte, über die frage, ob ich das nochmal verkrafte bis hin zu: und danach? … jaja, der champion of grübeling wieder am werk.
doch ganz so weit hergeholt und total übertrieben, wie sich nach unzähligen telefonaten mit leidensgenossinnen und co herausstellte, ist diese hirnwurst dann doch nicht. (einwurf: und wieder passt „brain masala“) schließlich und endlich verspüren auch rebellischere naturen wie die meinige den unheimlich atlas-steinmäßigen druck namens „gesellschaftliche normen“. heisst: ich muss arbeiten und damit auch GELD verdienen, endlich mal!
will ich ja auch, will ich ja!!! mensch! (ja, hat man einmal den richtigen smiley gefunden, erübrigen sich viel worte)

was habe ich also zu mäkeln?
zum einen natürlich die tatsache, dass ich über ein jahr am rumgammeln bin (neben pilates und hindi kurs hatte ich die eine oder andere woche dabei  durchaus das gefühl ein bisschen zu gammeln…) und dann wieder alles so holterdiepolter in mehrfachausführung kommt und irgendwie trotzdem nicht drauf vorbereitet bin.
zum nächsten, dass ich nicht sicher bin, ob ich diese art von „berufsentscheidung“ schon fällen kann.
und überhaupt: warum ists hier schonwieder so scheiße kalt!!???

vielleicht muss ich das aber auch gar nicht, ich mein, die großen entscheidungen treffen. vielleicht sollte ich lieber kleine entscheidungen treffen. so nach dem „schritt für schritt“ prinzip. ne? i`ll try, i`ll try. und bis dahin hab ich auch wieder ein grund zum lächeln, denn es geht ja hoffentlich bald wieder nach mumbai und dann gibts wieder JEDE MENGE ZU MÄKELN!

(muss ich diesen blog schon in „mäkeluniversum“ umbenennen?)

lg

anya

Verfasst von: paralleluniversumanja | Oktober 11, 2009

mpf.

erst als ich in die augen meiner ma blickte, in dem moment als sie abfuhr, wurde mir klar, dass ich jetzt wieder ganz bei null anzufangen hatte…naja, nicht gaaanz null, sagen wir 0,25.
warum tut man sich sowas denn nochmal an? schlimmste erinnerungen an die minuten/stunden/tage nach verabschiedung meiner familie am flughafen überhäufen mich.  da bau ich mir mühsam über jahre ein netzwerk auf (jaja, die menschen brauchen stabilität!) , nur um es dann einfach über den haufen zu werfen…? ist das sinnvoll? vielleicht hälts ja jung und flexibel? oder es ist einfach nur total bescheuert? letzte chance oder goldener griff? skeptisch
und ironischerweise gibts sogar paralleln zwischen hamburg und mumbai. NEIN, nicht bezüglich des wetters. in diesem punkt hat mich die indische westküste ein für alle mal verdorben (gibts sowas, dass man“sein“ klima hat?).
und hier…naja, ihr kennt die klischees. urgh…

also: monatskarte! ich brauch wieder ein stunde zur arbeit und benutze das gleiche passfoto für den ausweis…und muss ein bisschen schmunzeln, als ich daran denke, wieviel unsinniges zeug der mumbaikar am schalter von mir wollte für eine simple monatskarte! :D

aber wirklich schlimm finde ich diese unbegründete (oder nur teilweise begründete) bewegungslosigkeit. über tage hinweg sitze ich rum und frage mich, was ich jetzt wohl am besten tue…und mir fällt nix ein! piep dabei kann ich doch all das tun, was ich sonst auch mache…naja fast alles.
in mumbai hat das dazu geführt, dass ich auf ganz unglaublich ausgeglichene weise gelernt habe, mit mir selbst zu sein. (eine unglaublich wichtige sache!). vielleicht bin ja deshalb auch hier, weil ich woanders nicht mehr mit mir sein konnte…also flucht nach vorn?
im moment hab ich eher das gefühl, ich kriiiieeeche nach vorn, aber wollen wir uns nicht beschweren, es geht immerhin vorwärts. und ich versuche auch ernsthaft nicht mehr so pessimistisch zu sein und immer fein zu lächeln! (ja, das hat jaya immer bemängelt und neulich auch wieder eine inderin hier: anja, lächeln!) jaja, ich üb ja schon!

in diesem sinne:

(aber ganz im ernst, wenns weiter so läuft bin ich weg hier…die sonne ruft schon auch ein bisschen aus der ferne…)

anya

Verfasst von: paralleluniversumanja | September 25, 2009

fest muss man feiern wie sie fallen

ich gehe heute nichtsahnend die inzwischen von herbstblättern schon rötlich gefärbte straße entlang und passiere ein offenes fenster im erdgeschoss.
blumen stehen im fenster und ein lauter gesang dringt an mein ohr.
sie sind keine inder, ich schätze….araber? die sprache klingt nicht türkisch und auch nicht wie vom subkontinent.
in wenigen sekunden passiere ich also das fenster und höre hände klatschen und eine gruppe von frauen ein fröhliches lied gemeinsam singen… :)
ich habe keine ahnung, was der anlass ist, aber die freunde überträgt sich sofort auf mich!

das fenster dort ist nie auf… ich hatte keine ahnung, dass dort eine nicht-deutsche kultur ein fest feiern würde und trotzdem ist es total offen und ziemlich laut! ;) was, glaube ich, die meisten in der straße eher nervig fanden. so feiert man halt in deutschland nicht…

ich freue mich, merke, wie eine aufregung und neugier mich ergreift.
man, das fehlt mir einfach total! die offene festkutltur mit dazugehöriger musik und essen!! hier wird eben in den eigenen (oder angemieteten) vier räumen gefeiert und tür zu! das kann auch durchaus mal laut werden, aber naja…wir wissen ja, was für eine lärm das dann ist…

seufz…ich weiss, es ist ein klischee. aber ein schönes!
(und wir haben hier bald wieder weihnachten…yeah! )

winke

anya

Verfasst von: paralleluniversumanja | September 21, 2009

freakshow oder auch-alltägliches

schon seit einiger zeit plagt mich wiedermal der blogging-reminder…doch: woher nehmen, wenn nicht stehlen? :roll:
ein paar gute eingebungen habe ich bereits erhalten…allerdings hab ichs zur zeit nicht allzusehr mit gesellschaftspolitik…dafür bewegt sich privat zu viel…also, was bleibt?
was les ich denn gern? nunja, allagszeug halt…möglichst in querem zusammenhang und am besten aus indien :D
also könnte ich ja auch mal was zurück geben, oder? und was von meinem deutschen alltag beschreiben? … das ist allerdings ziemlich schwer, zumindest wenn man in deutschland geboren ist und sich seit jahren eigentlich darauf trainiert, den alltag im allgemeinen nicht allzusehr zu hinterfragen (dabei komm ich immer nur an in der wohlbekannten „ich-muss-hier-weg-sackgasse) und oft nur fragmente wahrnimmt… skeptisch aber fragmente sind ja auch schonmal was.
in mumbai war das allerdings einfacher…man steht auf und geht aus dem haus und BUM! was schreibenswertes passiert… (obwohl ich durchaus verstehe, dass auch diese sichtweise sich nach einem jahr leben dort relativiert.) hier muss ich mich also anstrengen und meinen blick schärfen…ouch, wie anstrengend. bewusst leben….uff.

da wäre also das nächste: mein kiez. der hat sich in den letzten 5 jahren, die ich hier nun lebe, durchaus verändert. zum guten, würde ich behaupten.
aber zuerst von den stagnativen unveränderlichkeiten der eher unangenehmen sorte. was sich nämlich überhaupt NULL verändert hat und somit immernoch genauso nervig ist, wie an tag1 ist die von uns liebevoll genannte „grützefamilie“ aus etage3. (anm.d.r.: liebe grützefamilie, if u read this. get out of my life!!) ich übe mich seit nunmehr 5 jahren in toleranz und sozialem mitleid. denn eigentlich haben sie es schwer genug, die grützis. eine ma mit drei kiddies (nunmehr sind die beiden älteren mädchen im pupertären alter angelangt: yeah!), denen sie…nunja, sagen wir, aus meiner bescheidenen sicht…NULL interesse entgegenbringt. und was tun kindern, wenn sie nicht beachtet (von liebe fehlte jede spur) werden? genau, bockmist! ich kann das ganze repertoire hier wohl kaum aufzählen. es sollen zwei anekdoten dienen, die situation zu erklären.
1. die älteren müssen die jüngeren mitschleifen, logo. und das lautstark, logo. man kann also familie g. schon hören BEVOR sie im hausflur sind. sie reden nicht, sie schreien sich an…in einem ton…nunja, der apfel etc. wir wohnen GLÜCKLICHERWEISE im erdgeschoss und haben das glück, jeder der so informativen gesprächsrunden mitzuerleben, wenn es wieder heisst:
kleinster: schreit und weint. er will nicht mit.
älteste (geschätzt 12): „jetzt halt endlich das maul, ich hab schon genug probleme!“
2. jüngster spross der dynastie hat sich eine kleine „eigenart“ zugelegt. ich gebe es zu, wenn schon zwei ältere schwester es nicht zur aufmerksamkeit bei ma geschafft haben, liegt die latte hoch. jener piefke stößt eigentlich immerzu (wenn er grad nicht weint) einen sehr lauten „hey“ ton aus, den er wiederholt und wiederholt und wiederholt. also wie anfeuern: hey!…hey!…hey!!… auch ihn kann ich in seiner wohnung nur zwei etagen über uns hören…

i love living at a sozialer brennpunkt!

naja, ansonsten ist das viertel wirklich sehr schön und in den letzten jahren ists sogar ein wenig künstlerisch geworden hier.  obwohl ich doch merke, dass ich „älter“ (bequemer?) geworden bin, denn so sehr ich mich auch über die kleinen pubs freue, die irgendwo an der ecke in einer alten wohnung aufmachen…a la ey, ich hab n kicker und noch drei stühle übrig, lass uns n kasten sternie kaufen und ne kneipe aufmachen… so wirklich hingehen, tu ich da nicht mehr.aha aber schön, trotzdem.

worauf ich aber mit fortschreitender ….weisheit…mehr wert lege, sind natürlich die dinge, die bleiben (AUSSER DER GRÜTZEFAMILIE!!). und dazu gehören auf jeden fall auch die verückten und penner der gegend, genauso wie die verkäuferinnen im supermarkt.
da gibts zum beispiel herrn xyz, der an krücken läuft. schwer zu sagen, wie alt er ist, vielleicht ende 40/anfang 50. keine ahnung, ob er wirklich irgendwo zu hause ist, er ist immer am/im supermarkt um die ecke zu sehen. ja, er riecht ein bisschen und ja, er glotzt ein bisschen, aber hey, er lässt dich in ruhe.
ganz im gegenteil zum nazi-opa aus der straße. den sieht man nicht so häufig, aber wenn….dann! (jedes mal, wenn ich ihn mehrere monate nicht sah, frug ich mich natürlich ob…naja, ihr wisst schon) keine ahnung, ob er nur verrückt ist oder ob wir alle so enden…jedenfalls rennt er immer halb in unterwäsche rum, kombiniert  militärischen assecoires. oft eine mütze. und er brummelt ständig. was nicht wirklich schlimm ist…schlimm ist eher, wenn du an ihm vorbei musst, denn natürlich wird jeder beschimpft! ich vermute, dass da alte kriegstraumata hochkommen oder so…was angesichts der tatsache, dass der mann erst mitte 60 ist (geschätzt) allerdings schwierig werden könnte…
ich weiss auch genau, in welchem haus er wohnt, denn meine erste „begegnung“ mit mr.kriegsveteran liegt schon 6 jahre zurück, als ich hier noch nicht wohnte, aber nächtigte und erschrocken aus dem bett fuhr als ich von weiter unten einige eindeutige lieder schallen hörte…

moment…beim nochmaligen lesen bekommt einen schrägen eindruck… :roll: naja, ich übertreibe, wie immer… ;)
aber ich wohn hier ansonsten wirklich gern, echt!
auch wenn ich vielleicht doch bald woanders wohnen werde…kann ich meine freaks mitnehmen, bitte? an die hab ich mich jetzt irgendwie gewöhnt… :?

also: daniela sagt, ich soll man über wahlunlust in dtl im zusammenhang mit demokratiebewusstsein schreiben oder darüber, warum die deutschen sich oft über ein kinderunfreundliches milieu beschweren…interessiert das wen?(AUSSER daniela :P ) eh ich mir die arbeit mache… ;)

und zum abschluss heute nochmal einen smiley für meine liebe mama!

byebye tata

anya

Verfasst von: paralleluniversumanja | September 5, 2009

ach, ich möcht gern urlaub machen…

ja, ich weiss, urlaubssaison war doch grad erst…aber ich mein: urlaub! sonne! ja, das runde ding am himmel, das glücklich macht und mir diesem sommer (sein wir realistisch, ER IST VORBEI ) auch nicht genug geschienen hat…

dann höre ich, dass es gerade flüge nach mumbai für etwas mehr als 400 euro gibt und wie wäre es denn mit ein paar wochen hier in kerala?
oder vielleicht ein paar anregungen von daniela?

wer sponsert mich?

(keine sonne, aber die kommt auch gleich zwischen den wolken vor, ist ja nicht schottland ;) )

anya

Verfasst von: paralleluniversumanja | August 30, 2009

sonntäglicher kunstsalat

gerade wenn man dabei ist, den lang ersehnten absprung endlich zu machen und das immer währende mantra „ich verlasse leipzig“ wie ein räuchstäbchen das zimmer einweht, wirds wieder interessant. aha
letzte woche wedeln mir also gleich zwei interessante projekte entgegen.

1. „art project for peace“ im clara zetkin park
ich lümmel mich ahnungslos auf der wiese rum (furchtbare angst beschleicht mich inzwischen, wenn ich die blätter am baum auf der anderen straßenseite ansehe :? ) und sehe in der ferne die brücke, deren name ich immer vergesse, (stichwort eiswagen und nervesingetyp). geschmückt mit fähnchen…?
DSC00513
aha, gleich mal hingucken…trabe also hin und sehe rechts und links eine reihe von fahnen aufgereiht. an den enden hängen listen, die anzeigen, welche fahne zu welchem land gehört und in der mitte der brücke befindet sich ein labyrinth… aha? :roll:
ich näher ran und angucken, dabei fand ich das folgende erklärungsblatt:
DSC00516
schön! mehr davon!!

2. promemoria (diese gruppe bzw ihre veranstaltung hat leider unheimlich viele namen, die etwas verwirren)
was ich der durchaus sehr neugierig machenden, aber auch etwas wirren pressekonferenz entnehmen konnte (neben den zwei leckeren stück kuchen… sorry, erst das fressen etc… ), ist das folgende:
leipzig würdigt den 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution mit einem veranstaltungspaket, zu dem es hier mehr infos gibt. ich kann noch nicht sagen, was ich von den einzelnen projekten halte, da ich mich noch nicht wirklich damit beschäfigt habe (und zum fraglichen zeitpunkt ja wahrscheinlich/hoffentlich gar nicht in le bin…). allerdings kann ich sagen, dass ich kein großer freund von peinlich stillen und emotional aufgeladenen wir-gedenken-veranstaltungen bin.
ein konglomerat von verschiedenen jüngeren leipzigern (nicht nur an alter sondern zum teil auch an gelebter leipzigwohnzeit) möchte diesem kompakten programm nun etwas hinzugeben (es wurde extra betont, dass dies keinen gegenveranstaltung sei, was ich auch schade gefunden hätte). mit eigenen denkansätzen zum thema „wendeerfahrungen“, „deutschlandgeschichte“ und überhaupt. find ich erstmal gut und ich werd sicher auch versuchen, die eine oder andere veranstaltung zu besuchen. so komm ich zum beispiel hoffentlich endlich mal dazu die deutschlandtriologie von schlingensief komplett zu gucken.
was mich ein bisschen stört, ist der doch realtiv elitäre charakter. nichts gegen gut durchdachte konzepte, aber nicht jeder, der bereit ist, sich mit der eigenen geschichte auseinanderzusetzen (und das mag ja schon was heissen), tut dies auf so intellektuelle weise… ich befürchte also, dass sich der eine oder andere leipziger abgeschreckt fühlen könnte… was wirklich nicht nötig ist, aber denkbar. anyway, jedem seine form. ich bin dafür!
shanti, peace, over and out.
eigene meinungen kann man sich ab 1.09 dann hier bilden.

nun gefällt mir also meine geradenochheimat wieder ganz gut (spätsommer fügt dem einiges hinzu) … und ich denke fast, ich könnte es noch etwas länger aushalten, aber NEIN NEIN NEIN, es muss endlich weitergehen.
und darüber, dass das schlechtest funktionierende amt in diesem staat immernoch und mit nachdruck versucht, meine eigeninitiative in diesem punkt zunichte zu mache (und sie gleichzeitig einfordert, wie idiotisch), lasse ich mich an dieser stelle lieber nicht aus, denn es ist ja sonntag. wahlsonntag in sachsen noch dazu. und da ich meine stimme noch nicht abgegeben habe…mach ich jetzt mal schluss für heut und hinterlasse euch ein stimmungsbildchen… thema: mein leben zwischen

DSC00517 und

mahlzeit!

anya

Verfasst von: paralleluniversumanja | August 11, 2009

kommunikation heute

meine güte, wie die zeit rennt…wie lang bin ich jetzt aktiv online? ich mien web2.0 mäßig? einige wenige jahre nur und was hat sich nicht alles getan! :O
angefangen mit mails, dann foren, dann bloggen und jetzt neue kommunikation a la facebook und co…hammer! wächst und wächst und wächst.
schön.
ab und zu bleib ich kurz stehn und gucke drauf. wie jetzte.
wirklich seltsame bekanntschaften habe ich so gemacht. also seltsam waren nicht die dadurch kennengelernten (ganz im gegenteil), sonder die art und weise. naja, in ein paar jahren wirds wohl normal sein, seine freunde nicht mehr auf der arbeit oder beim sport oder in der kneipe zu finden, sondern eben online.
(muss ich an dieser stelle sagen, dass ich nichts gegen kennenlernen face to face habe?)

am anfang noch zaghaft und voller zweifel (welche nerds treff ich denn hier?) piep doch schon bald mit positiver energie nach vorne stürmend hab ich wirklich ein paar tolle menschen gefunden und einfach unheimlich viele möglichkeiten entdeckt! :)

meine bis jetzt verworrendste findung war anja aus hamburg: ich googel mich also selbst (inzwischen ein MUSS). komme auf einen blog von einer namensvetterin, die wie sich herausstellt, auch in indien war!! :O ick glob, ick spinne! also: kontakt aufnehmen…
nach einigem hin-und her geschreibe und etliche kommentare später entwickelt sich sowas wie eine nette kommunikation und wir sind schon dabei uns zu verabreden, als ich feststelle, dass sie gar keine „echte“ namensvetterin ist!!
google hat da einfach was vertauscht, durcheinandergebracht und vermischt. klasse!
EGAL!!
inzwischen war ich sie besuchen und wir haben eine nette kneipentour hinter uns (pauli’s nächte sind lang…) und ich werd wohl demnächst desöfteren mit meiner halbnamensvetterin um die häuser ziehn!

indien halt ich mir warm, berufskontakte werden zumindest auf lauwarm gehalten und alte bekannte aus längst vergangenen epochen auf stand gehalten.
i must say: yes, ich bin web2.0 fan!

so, ich muss mal ins bette. uff, soviel kommunikation macht müde…echt arbeit! ;)

in diesem sinne: ein prosit der (web)gemütlichkeit!

SNV31752

es winkt die anya

Verfasst von: paralleluniversumanja | August 4, 2009

sommer09

schon desöfteren hab ich mich gefragt, warum ich beim reisen immer so glücklich bin…?
sobald ich den zug betrete (manchmal tuts schon das betreten des gleises. allerdings kann man das nicht reproduzieren, wenn ich einfach nur so zum bhf fahre, passiert nix) fallen alle alltagssorgen von mir ab und ich entspanne mich. lasse los.
das „sich fort bewegen“ löst eine art leerzustand in mir aus, der anders noch nie erreicht wurde…dieser zustand kann stunden andauern (je nach zugfahrt) und heisst „pause“ fürs gestresste bewusstsein. herrlich. (dafür könnte doch mal ne droge erfunden werden. oder gibts die schon? sie müsste allerdings günstiger als die tickets der db sein!!)
wach und entspannt. :)
und dann die vorfreude auf das ankommen in fremden gefilden! großartig! alles riecht anders, sieht anders aus und ist ein bisschen fremd. das frischt irgendwie auf.
sollte ich mein lebensgefühl in einer fortbewegungsform darstellen, wäre es sicher der zug. oder ein ständiges laufen.
die frage nach dem davon laufen stellt sich. muss aber verneint werden. es sei denn, es gäbe ein weglaufen vor dem nichts. eher würde ich es als ein „hinlaufen“ bezeichnen. nur das ziel ist eben unklar. alles klar? ;)

eigentlich will ich erstmal auch gar nirgendwo ankommen…oder doch? :roll:

zum thema ankommen: habe letzter woche an einer wunderbaren hochzeit teilgenommen, die wiedermal alle kanäle öffnete und die wirklich nicht mehr notwendige, aber nichstdestotrotz existente frage  nach der PRIVATEN zukunft aufgerufen hat. moooooment, moment, ruft da eine kleine stimme2 in mir. im moment solltest du erstmal nach der beruflichen zukunft ausschau halten und daran arbeiten. stimme1: aber gehört das nicht irgendwie auch zusammen? stimme2: schritt für schritt mädchen. schritt für schritt (denkt jetzt noch jemand hier an new kids on the block?)

ich gehe/ fahre also schritt für schritt durch den august und komme nirgendwo an, bin aber glücklich dabei. aha
ist aber auch zu schön in deutschland im sommer…wenn er denn mal kommt. und am schönsten ist deutschland eben aus dem zug. durch die dörfer rasen, die felder vorbeiziehen sehen, hier und da eine kuh oder ein schaf und dann ppffffft….stop an einer stadt…türen gehen auf und der typische bahnhofs-neue -stadt-geruch steigt mir in die nase (und das ist, im gegensatz zu mumbai, eine schöne sache!), der leider nur kurz andauert.

vielleicht fühlte ich mich deshalb auch in großen städten immer wohler als auf dem lande (die freude über frischen grasgeruch und absolute stille reicht bei mir immer nur für ein paar tage, dann nervts). weil die bewegung, man mag sie hektik nennen, um einen herum zu einer inneren ruhe führt. also bei mir ist das so.

also ich muss los! smiley_emoticons_winken4
seid glücklich!
anya

Verfasst von: paralleluniversumanja | Juli 20, 2009

ferienlager

für stadtmenschen (wie mich) stellen die spätkindlichen ferienlager und frühpupertären klassenfahrten eine wichtigen emotionalen bezugspunkt dar.
was passiert da?
man fährt für eine gute/knappe woche weg. raus aus dem tristen alltag, aus dem langweiligen trott, der einen jeden tag ummieft und rein in ein zauberland. da (zumindest in meinen ferienlager/klassenfahrtzeiten) diese ausflüge immer irgendwie ins einfach gestrickte grüne führte (inklusive muffiger bungalows und unzählige lagerfeuermückenstiche), fühlte ich mich tatsächlich in eine andere welt versetzt.
sternenhimmel!! :)
das unvorhergesehene verliebtsein in einen schulkameraden, den man ansonsten nie interessant gefunden hätte… :?
und die gaaanze frische luft…
die perfekte möglichkeit alles vergangene hinter sich zu lassen und mal ganz neu auf die dinge zu sehen. … zumindest denkt sich das dann so einfach. ;) und bis zu einem gewissen grad bewahrheitet sich das ja auch.

in meiner erinnerung waren das immer ganz spannende und geradezu ereignisreiche wendepunktwochen meiner jugend. ach jaaaa…. (mein gott, jetzt wirdse wieder rührseelig!)

ich war also eine wunderbare woche im niemandsland, in meck-pom und hab ausgespannt. ganz ungeplant und ganz anders. aber genau zum richtigen zeitpunkt.
ohne internetgeschnorre, ein cafe au lait nach dem nächsten und der morgendlichen routine mit straffenden gesichtscremes…statt dessen mit unheimlich viel bastelarbeit und dem wohlbekannten assistentinnengerenne verbrachte ich eine wunderbare woche.
geschlafen hab ich übrigends hier (ich grüße meinen holzwurm!):
DSC00436

mit frischer energie, einer gesunden bräune und einem kribbeln in der magengegend starte ich also in eine weitere sommerwoche und freu mich, das sowas noch möglich war. (denn ebenfalls muss ich gestehen, nie der zelt-freunde-fraktion angehört zu haben und mit den zunehmenden jahren immer nur NOCH mäkeliger in diesem punkt geworden zu sein…  :? )

und zu jeder fahrt gehört ein ohrwurm. auch wenn er die ganze reise erst rückwirkend reflektiert! smiley_emoticons_pfeif2
(na danke ede!)

wünsche den deutschen ein paar schöne sommermomente und den deutschindern stelle ich die frage, ob es dort sowas wie camping eigentlich überhaupt gibt…? :roll:

anya

Verfasst von: paralleluniversumanja | Juli 10, 2009

juchu, sommer!

im sommer hab ich immer so ein komischen zeitempfinden. kennt ihr das?

auf der einen seite steht die zeit wie still, sie fließt langsam blubbernd an mir vorbei. dieser zustand ist beruhigend und unberuhigend zugleich.
ich mag den sommer (so er denn diesen begriff überhaupt verdient, dieses jahr eindeutig nicht! :mad: ) und er löst ein wohliges gefühl in mir aus, das auch zu diesem stillstandsmomenten führt. aber gleichzeitig tickt da immer schon der herbstwetter. wenn der sommer beginnt, sind die längsten tage des jahres bereits vorbei. das heisst, es wird dunkler. und kälter…
und dann bringt mich diese erwartungshaltung auch immer wieder an den rand des irrsinns (ganz schmaler pfad). da muss doch was passieren! stampf total bekloppt, das hält doch keiner aus.

und auf der anderen seit ist der sommer immer vorbei ehe man noch „bikinifigur“ (oder was auch immer am unwahrscheinlichsten ist) rufen kann. die zeit rast. zumindest im gegensatz zu winter. wem kam so mancher februar nicht schon vor wie zehn jahre?
ja, schon klar, psychologie für gefühlsidioten hat uns gelehrt, dass schöne momente als flüchtiger empfunden werden….blabla…stimmt ja auch nicht wirklich, denn der letzte wirklich ausgelassene schöne sommer fand in meiner erinnerung im letzten jahrtausend statt. seitdem war ich eigentlich immer in irgendeiner verdammten arbeit verstrickt oder/und unglücklich verliebt (ja, die verdammten sommerhormone! oder vielleicht doch die bikinifigur??) :? mpf.

am schlimmsten sind aber die sommer, an denen so gar nichts passiert. das wohl bekannte sommerloch macht sich im heimischen seelenhaus breit und irgendwie ist niemand da, der einen vom gegenteil überzeugt.
in ganz raren momenten kann ich die stille genießen und schaue einfach nur aus dem fenster.  es ist ruhe in mir drin und auch draußen. balance! ihr wisst schon, ying und yang esoterik… hah, stop, da fällt mir ein, dass ich das zum letzten mal in mumbais winter hatte! oh nein, schonwieder der wehleidige ton…

durchhalten, räucherstäbchen anzünden und weiter hoffen, heisst die devise. also hocke ich vor meinem sabh tik ho jayega-ganesha und murmle vor mich hin: noch 34 tage… (das ist zwar kali, aber der smiley ist doch ne wucht, oder? und vielleicht passts ja auch)

noch song: bitteschön

grummel..
anya

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