die ersten rückblicke trudeln ein. das hier wäre einer davon:
gerade passieren wieder unheimlich viele dinge in meinem leben und irgendwie kann ich mich über vollbrachte taten nur mässig freuen und frage mich natürlich warum…und beantworte die frage mit: 1.ist die veränderung in meinem kopf irgendwie schon vor nem jahr passiert (nämlich BEVOR ich nach mumbai geflogen bin) und 2. neigen die meisten veränderungen dazu, eher kriechend voranzuschreiten…dann gibts irgendwann einen hellen moment pling. oh man, da hat sich aber einiges getan
und dann kriechts auch schon weiter.
mit indien war das etwas anders. klar, ich hatte mich wirklich lange auf diese “reise” vorbereitet und trotzdem…von einer minute auf die nächste war ALLES vollkommen anders. eigentlich eine totale überforderung des normalen menschlichen verarbeitungsvermögens. man stelle sich vor: du steigst in ein flugzeug, das aus der heimat kommt, du kennst dich und den rhytmus den dein leben hier geht. dann fliegst du einige stunden (die mir im nachhinein wie ein vakuum vorkommen, ich kann mich nur an wenige dinge aus diesen stunden erinnern…the person you are calling is temporary not available…) und steigst aus und WUMM alles anders. schon die normalsten sinneseindrücke überfordern dich komplett. geruch, geräusch, gebäude, uhrzeiten, menschen….alles komplett fremd. keine bezugs- und orientierungsmöglichkeiten mehr. du schwimmst…hilfe, hilfe, wie find ich mich zurecht. wo bin ich?
das ist toll..irgendwie…und auch vollkommen absurd. noch nie war ich so verloren und gleichzeitig so lebendig.
und dieser zustand hält natürlich eine weile an, denn so schnell gewöhnt man sich eben nicht um!
und trotzdem, nach dem prinzip “schwimm oder du wirst untergehen” findet sich der flexible global veranlagte mitteleuropäer irgendwann zurecht und entwickelt neue bezugssysteme und nunja, der gestank fehlt einem dann auch, wenn er mal nicht mehr da ist (ehrlich! so geschehen, als ich nach kathmandu fuhr und alles noch schrecklicher roch)
doch was passiert, wenn das umgewurschtelte menschlein nun zurück kehrt ins alte bezugssystem? hah! nun wirds vollkommen verrückt! denn jetzt versucht das hirn und auch das herz (in der irrigen annahme, es müsse doch alles ganz einfach sein, hier komm ich her, ich kenn ich mich aus) die zwei erfahrungswelten zusammenzuführen. kann ja nicht so schwer sein! pah, indien und deutschland haben doch bestimmt eigentlich gaanz viel gemein, oder?
mmhhh…ich bin noch dabei. und es kriecht eher…
mir fehlt die intensive erfahrung, das andere. und alles vertraute ödet mich gerade ein bisschen an, obwohl es auch ganz gut ist. komisch nicht?
hier also noch eine aktuelle momentaufnahme, ich bin ja jetzt kein student mehr und sitze also auch auf dem arbeitsamt. das sieht dann so aus:
liebe grüße aus dem paralleluniversum
anja



